19.10.2017

Geldsegen für europäische Start-ups

Beitrag mit Bild

Kapitalgeber investierten im ersten Halbjahr Rekordsummen in europäische Startups: Der Gesamtwert der Risikokapitalinvestitionen, die in Startups flossen, stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 39% auf 7,6 Mrd. €. Die Zahl der Finanzierungsrunden legte um 35% auf 1.639 zu.

Kapitalgeber investierten im ersten Halbjahr Rekordsummen in europäische Startups: Der Gesamtwert der Risikokapitalinvestitionen, die in Startups flossen, stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 39 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Die Zahl der Finanzierungsrunden legte um 35 Prozent auf 1.639 zu.

Britische Startups konnten mit 2,4 Milliarden Euro – das entspricht einem Plus von 34 Prozent – die höchsten Zuflüsse verbuchen. Dank einiger Mega-Deals konnte auch der Startup-Standort Deutschland kräftig zulegen: Die Investitionen in deutsche Jungunternehmen haben sich von gut 970 Millionen auf 2,13 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. In Frankreich war ein Wachstum von immerhin 22 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro zu verzeichnen.

Nachdem Berlin im europäischen Städteranking im ersten Halbjahr 2016 „nur“ den dritten Platz hinter London und Paris belegt hatte, schob sich die Bundeshauptstadt in diesem Jahr wieder vor die Seine-Metropole, liegt aber weiter hinter London: Umgerechnet insgesamt 1,68 Milliarden Euro wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Londoner Jungunternehmen investiert (plus 139 Prozent), Berliner Startups konnten 1,47 Milliarden Euro einwerben (plus 177 Prozent), während insgesamt 926 Millionen Euro an Pariser Unternehmen ging (plus 36 Prozent).

Auf den Rängen vier und fünf folgen Stockholm mit 334 Millionen Euro und München mit 184 Millionen Euro. Neben München kann sich auch Hamburg mit einem Investitionsvolumen von 178 Millionen Euro unter den europäischen Top-10-Städten platzieren.

Das sind Ergebnisse des Startup-Barometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Die Studie beruht auf einer Analyse der Risikokapitalinvestitionen in Europa.

„Wir sehen auf Investorenseite ein anhaltend großes Interesse an vielversprechenden Geschäftsideen und innovativen Technologien und eine hohe Investitionsbereitschaft“, kommentiert Peter Lennartz, Partner bei EY. „Zudem haben einige Großtransaktionen für zusätzlichen Schub gesorgt. Aber auch in der Breite hat sich die Situation verbessert: In fast allen größeren Märkten ist die Zahl der Finanzierungsrunden gestiegen – es haben mehr Unternehmen frisches Kapital erhalten als je zuvor.“

Bemerkenswert ist, dass die Brexit-Entscheidung der Briten und die schwierigen Verhandlungen zwischen der EU und Großbritanniens offenbar keinerlei negative Auswirkungen auf die Attraktivität britischer Startups für Investoren hatte: Die Zahl der Investitionen stieg um zwei Drittel auf 419.

Deutlich mehr sehr große Transaktion

Europaweit gab es im ersten Halbjahr acht Transaktionen im Volumen von mehr als 100 Millionen Euro – im Vorjahreszeitraum wurden nur vier derartige Großinvestitionen gezählt. „Die Bereitschaft von Investoren, auch hohe Summen zu investieren, ist zuletzt gestiegen, was auch mit der guten Entwicklung an den Börsen und auf dem IPO-Markt zusammenhängen dürfte: Denn je wahrscheinlicher ein gewinnbringender Exit für einen Investor erscheint, desto größer ist auch die Investitionsbereitschaft“, so Lennartz.

Vor allem beobachtet Lennartz ein großes Interesse großer Konzerne – sogenannter Corporates – an Investitionen in Startups: „In dem Maß wie sich die Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle entstehen, steigt die Bedeutung innovativer Startups auch für etablierte Konzerne – deren zunehmendes Engagement treibt die Preise und sorgt für zusätzliche Dynamik auf dem Risikokapitalmarkt.“

Britisches Tech Startup erhält das meiste Geld

Am meisten Kapital floss im ersten Halbjahr an das britische Virtual Reality Startup Improbable, das umgerechnet 464 Millionen Euro unter anderem von vom japanischen Telekommunikations- und Medienkonzern Softbank erhielt. Die zweit- und drittgrößten Transaktionen des ersten Halbjahres fanden in Deutschland statt: 387 Millionen Euro flossen an den deutschen Essenslieferdienst DeliveryHero, 360 Millionen Euro gingen an den Berliner Auto-Großhändler Auto1.

(Pressemitteilung EY vom 16.10.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© weerapat1003/fotolia.com

13.10.2026

Klimaschutz als Milliardenchance für Unternehmen

Deutschlands Klimatransformation erfordert bis 2045 Investitionen von sechs Billionen Euro. Für Finanzvorstände wird die Finanzierung zum strategischen Thema. Entscheidend sind Kapitalkosten, Investitionsprioritäten und die Mobilisierung privaten Kapitals. Unternehmen müssen Investitionen deutlich steigern Laut einer Prognos-Studie im Auftrag der KfW sind jährlich 290 Milliarden Euro für die Klimaneutralität erforderlich. Knapp die Hälfte davon, rund 140 Milliarden

Klimaschutz als Milliardenchance für Unternehmen
Meldung

© Robert Kneschke /fotolia.com

12.10.2026

Refinanzierungswelle am Immobilienmarkt bricht

Viele Immobilien wurden vor Jahren zu niedrigen Zinsen und deutlich höheren Bewertungen finanziert. Bei einer Anschlussfinanzierung verlangen Banken heute jedoch höhere Zinsen, mehr Eigenkapital und strengere Sicherheiten. Gleichzeitig sind zahlreiche Immobilien im Wert gesunken. Dadurch reicht ein neuer Kredit häufig nicht aus, um die bestehende Finanzierung vollständig abzulösen. Eigentümer müssen zusätzliches Kapital aufbringen, Immobilien verkaufen

Refinanzierungswelle am Immobilienmarkt bricht
Meldung

Corporate Finance

08.10.2026

Future Finance Conference 2026: Finance neu denken

Die Finanzfunktion erlebt aktuell einen tiefgreifenden Wandel. Künstliche Intelligenz, intelligente Automatisierung, datengetriebene Steuerung und neue Formen der Zusammenarbeit verändern nicht nur Prozesse, sondern auch die Rolle von CFOs und Finance-Teams grundlegend. Die Future Finance Conference 2026 greift diese Entwicklungen auf und bietet eine Plattform für alle, die die Zukunft von Finance aktiv mitgestalten wollen.  Am

Future Finance Conference 2026: Finance neu denken
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)