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17.12.2018

Geschäftserwartungen im Mittelstand sinken deutlich

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Corporate Finance

Der deutsche Mittelstand präsentiert sich im Herbst 2018 weiterhin in einer guten Verfassung, blickt aber weniger optimistisch als bislang in die Zukunft. Dies ergibt die Studie „Mittelstand im Mittelpunkt“, die neben der Mittelstandsumfrage der DZ BANK die Resultate der Bilanzanalyse des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) enthält. Dass sich der Ausblick der mittelständischen Firmen deutlich verschlechtert hat, kommt in deren Geschäftserwartungen zum Ausdruck, die im Saldo merklich von 32,5 Punkten im Frühjahr 2018 auf 21,1 Punkte im Herbst dieses Jahres zurückgegangen sind. Sie liegen damit erstmals seit Herbst 2015 wieder unter dem langfristigen Mittelwert von 23,5 Punkten. Hauptursachen für die getrübte Stimmung des Mittelstands sind geopolitische Unsicherheiten, der Fachkräftemangel und zunehmende Bürokratie.

Lange habe sich der Mittelstand erfolgreich gegen geopolitische Risiken wie den Handelsstreit zwischen den USA und China oder den bevorstehenden Brexit behauptet. Inzwischen würden diese Faktoren den Ausblick aber sichtbar belasten, stellen die Studienautoren fest. Hinzu kämen hausgemachte Probleme Deutschlands wie der Fachkräftemangel. Noch sei die Geschäftslage gut, doch das Klima werde rauer. Der Saldo der Geschäftslage hat sich gegenüber seinem im Frühjahr erreichten Allzeithoch nur leicht von 84,6 Punkten auf 79,3 Punkte vermindert.

Bilanzqualität und Eigenkapitalausstattung bei Unternehmen weiterhin hoch

Die insgesamt nach wie vor solide Verfassung des Mittelstands beruht auch auf einer bilanziellen Stärke. Der aus den Jahresabschlussdaten der mittelständischen Firmenkunden von Volksbanken und Raiffeisenbanken berechnete Bilanzqualitätsindex tendiert weiterhin aufwärts. Wichtigster und erfreulicher Treiber der zunehmenden Bilanzqualität mittelständischer Unternehmen ist der Studie zufolge die kontinuierliche Stärkung der Eigenkapitalbasis. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Mittelständler nahm 2017 gegenüber dem Vorjahr um 1,1% auf 28,1% zu.

Fachkräftemangel und Bürokratie begrenzen Wachstumsmöglichkeiten

Neben den globalen Risiken bereiten den befragten Unternehmen auch inländische Themen wie etwa die Bürokratie und insbesondere der Fachkräftemangel Sorgen. Gemäß der Studie sehen 79% der Firmen im Mangel an Arbeitern und Fachkräften ein Problem und 70% in der Bürokratie. Beide Aspekte entwickeln sich immer mehr zu Dauerbrennern und kosten die deutsche Wirtschaft bereits Wachstumspotential. Zudem kostet insbesondere der Fachkräftemangel die Firmen bereits unmittelbar Geld, zum Beispiel in Form abgelehnter Aufträge oder höherer Lohn- und Gehaltskosten. Während beim Bürokratieabbau der Staat gefordert ist, bemühen sich die Unternehmen, auch eigene Antworten auf den Fachkräftemangel zu finden, etwa, indem sie ihre Mitarbeiter konsequent weiterbilden und ihre Experten mit viel Aufwand zu halten versuchen. Angesichts der Bedeutung dieses Problems sind aber zusätzlich der Staat und die Ausbildungsstätten gefragt – beispielsweise, indem die IT-Ausstattung in Bildungseinrichtungen verbessert wird.

Mittelstand steht vor großen Veränderungen

Auch vor den großen Herausforderungen unserer Zeit – der Globalisierung und der Digitalisierung – können sich die Unternehmen nicht abschotten. Zum einen erwartet rund die Hälfte der deutschen Mittelständler ein steigendes Interesse ausländischer Anteilseigner, vor allem aus der Volksrepublik China. Zum anderen wird ein sinnvoller und rechtzeitiger Einsatz moderner digitaler Technologien immer notwendiger, um langfristig erfolgreich zu bleiben, stellen die Studienautoren fest.

Mittelstand investiert in neue Technologien

Laut der Studie haben die Mittelständler die Herausforderung der Digitalisierung erfolgreich angenommen. Den Umfrageergebnissen zufolge nutzen heute schon 65,5% der Mittelständler moderne digitale Technologien wie das Internet der Dinge. Allerdings zeigen die Ergebnisse der Umfrage eindeutig, dass Digitalisierung nicht gleich Digitalisierung ist. Die Unternehmen investieren in hochspezialisierte Technologien, die zu ihrem Unternehmen passen. Die Investition muss Sinn ergeben und sich rechnen. Dementsprechend sieht das Anforderungsprofil für digitale Dienste und Produkte je nach Branche und Unternehmensgröße auch sehr individuell aus. Während für die Agrarindustrie beispielsweise das Internet der Dinge und der Einsatz von Drohnen am interessantesten ist, legen Automobil- und Maschinenbauer unter anderem hohes Augenmerk auf Robotik.

(Pressemitteilung Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken vom 17.12.2018)


Redaktion

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