20.06.2017

Gesundes Wachstum für M&A-Markt erwartet

Beitrag mit Bild

Das Jahr 2017 startete mit Rekordergebnissen bezüglich Anzahl und Volumina von Transaktionen. Mittlerweile ist der Markt für Fusionen und Übernahmen wieder auf ein normaleres Niveau zurückgekehrt.

Das Jahr 2017 startete mit Rekordergebnissen bezüglich Anzahl und Volumina von Transaktionen. Mittlerweile ist der Markt für Fusionen und Übernahmen wieder auf ein normaleres Niveau zurückgekehrt. Roberto Bottoli, Manager im Bereich Merger Arbitrage Strategie des Schweizer Vermögensverwaltungsunternehmens GAM, sieht für das verbleibende Jahr 2017 jedoch weiterhin Wachstumspotenzial für M&A-Strategien.

„Event Driven M&A-Strategien – das sind Strategien, die auf ein bestimmtes Ereignis spekulieren –  entwickelten sich 2016 aufgrund eines globalen Anstiegs der M&A-Aktivität in der zweiten Jahreshälfte solide. Dies erweiterte zum einen das Angebot an Investitionsmöglichkeiten. Gleichzeitig wurde der überraschende Ausgang der US-Wahlen als förderlich angesehen, da von der republikanischen Regierung künftig weniger strikte kartellrechtliche Prüfungen erwartet werden. Diese Dynamik setzte sich nicht nur bis ins neue Jahr fort, sie nahm im Januar 2017 sogar noch deutlich zu. Damit war dieser Jahresstart in Bezug auf M&A-Volumina der stärkste, der in den letzten zehn Jahren verzeichnet werden konnte“, erklärt Roberto Bottoli.

US-Politik als Risikofaktor

Der Rückgang der Marktaktivität seit Januar 2017 ist laut Bottoli wahrscheinlich auf den einmaligen „Trump-Effekt“ auf die weltweiten Finanzmärkte zurückzuführen. „Die derweil unterdurchschnittlichen Arbitragespannen stehen im Einklang mit der stabilen Risikobereitschaft, die wir in Zeiten geringer Volatilität beobachten können. Künftig werden wir vermutlich weitere volatile Märkte verzeichnen, insbesondere angesichts der Schwierigkeiten Trumps bei der Umsetzung seiner Reformagenda. Unter diesen Bedingungen können wir eine Ausweitung der Arbitragespannen erwarten“, so Bottoli.

Steigende Volatilität an den Märkten aufgrund von US-Politik wahrscheinlich

Die wesentlichen Risiken lägen in der mangelhaft kommunizierten und durchgeführten Anpassung der Politik auf nationaler Ebene, sowohl in Bezug auf Zinssatzerhöhungen als auch auf Bilanzkürzungen. Auch mögliche Rückschläge in der Reformagenda von Präsident Trump könnten sich als nachteilig erweisen. „Im Gegenzug könnten sich die tatsächliche Umsetzung der geplanten Steuersenkungen und Maßnahmen zur Repatriierung von Kapital positiv auf Transaktionen im US-Inland auswirken“, so Bottoli. Weiterhin verspräche die Ernennung von republikanischen Leitern für die Bundeshandelskommission (Federal Trade Commission, FTC) und das Kartellamt des Justizministeriums (Antitrust Division des Department of Justice, DoJ) etwas mehr Transparenz bei den Genehmigungsverfahren vieler ausstehender Transaktionen. „Wie wir bereits bei der geplanten Abschaffung und Ersetzung von Obamacare gesehen haben, liegt eine Enttäuschung dieser Versprechen jedoch durchaus im Bereich des Möglichen, sollte Trump nicht in der Lage sein, die entsprechenden Reformen auch umzusetzen“, warnt Bottoli.

Stärke des US-Dollars könnte M&A-Aktivitäten in Europa ausdehnen

In Europa könnte eine durch US-Käufer verursachte Zunahme der M&A-Aktivität zu beobachten sein. Dies sei teilweise durch die Stärke des US-Dollars bedingt. So hat der Greenback gegenüber dem Euro während des ersten Halbjahres 2017 zwar einen Teil seiner Gewinne wieder abgegeben, liegt aber weiterhin rund 25% über dem Wert von 2014 zum gleichen Zeitraum. „Im Hinblick auf einzelne Sektoren können wir festhalten, dass die regulatorisch bedingte Fusion regionaler US-Banken vermutlich anhalten wird. Im Mediensektor ist weiterhin zu beobachten, dass Kabel- und Satellitenunternehmen Content-Produzenten aufkaufen. Dies verändert zum einen die Wettbewerbslandschaft und wird zum anderen voraussichtlich weitere Unternehmen zum Handeln veranlassen“, so Bottoli. „Angesichts strukturell förderlicher Faktoren, darunter niedrige Finanzierungskosten und eine erstarkende konjunkturelle Erholung, können wir abschließend sagen, dass es Gründe für einen optimistischen Ausblick im Bereich Übernahmen und Fusionen gibt. Folglich erwarten wir, dass sich die Transaktionen auf einem gesunden Niveau halten werden“, schließt der Experte.

(Pressemitteilung GAM AG vom 20.06.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©peterschreibermedia/123rf.com

27.10.2026

Kostendruck bremst grüne Transformation

Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland verschiebt Investitionen in Nachhaltigkeit. Gleichzeitig kritisiert eine deutliche Mehrheit die aufwendigen ESG-Berichtspflichten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Kreditversicherers Atradius. Nachhaltigkeit bleibt wichtig – doch das Geld fehlt Die schwache Industriekonjunktur, Liquiditätsengpässe und geopolitische Unsicherheiten setzen Unternehmen unter Druck. Laut Atradius-Umfrage räumen 73 % der Befragten Nachhaltigkeit weiterhin eine

Kostendruck bremst grüne Transformation
Meldung

© fotogestoeber/fotolia.com

26.10.2026

So viele Gründungen wie seit 15 Jahren nicht mehr

Das Gründungsgeschehen in Deutschland hat 2025 deutlich an Dynamik gewonnen. Nach einer Erhebung des ZEW Mannheim und Creditreform wurden rund 183.000 neue Unternehmen gegründet. Das sind 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Besonders stark fällt der Aufschwung bei wachstumsorientierten, innovativen Start-ups aus. Rund 3.100 solcher Unternehmen

So viele Gründungen wie seit 15 Jahren nicht mehr
Meldung

irrmago/123rf.com

22.10.2026

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro

Der deutschen Wirtschaft sind seit 2020 Investitionen in Milliardenhöhe entgangen. Die Summe entspricht rund 9 % Prozent aller Bruttoanlageinvestitionen der vergangenen sechseinhalb Jahre. Für die Berechnungen hat das IW die tatsächlichen Bruttoanlageinvestitionen vom ersten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2026 mit einem Verlauf ohne Pandemie, geopolitischen Krisen und Strukturproblemen in Deutschland verglichen. Investitionen kommen fast

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)