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01.06.2026

Gesundheitsmarkt: Wenn Krise zum Deal-Treiber wird

Trotz Krise blieb der Gesundheitsmarkt aktiv, vor allem durch Pflege-Deals, MVZ-Investoren und Klinikinsolvenzen.

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© designer49/fotolia.com

Der deutsche Gesundheitsmarkt steht unter Druck – und genau das hält den M&A-Markt in Bewegung. Trotz Krankenhausreform, Fachkräftemangel, steigender Personal- und Energiekosten sowie unsicherer Finanzierungslage blieb die Zahl der Transaktionen 2025 nahezu stabil. Laut PwC-„Transaktionsmonitor Gesundheitswesen 2025“ wurden 240 Deals gezählt, nach 237 im Vorjahr.

Pflege dominiert den Markt

Der stärkste Transaktionsbereich war erneut die Pflege. Auf Pflegebetriebe entfielen 79 Deals – ein Höchststand. Auffällig: 30 dieser Transaktionen hatten einen Insolvenzbezug. Das zeigt, wie stark der wirtschaftliche Druck auf Betreiber inzwischen ist. Zugleich nutzen Investoren und strategische Käufer die Lage zur Konsolidierung. Auch Pflegeimmobilien legten zu: Das Transaktionsvolumen stieg um 18 %. Ein prominentes Beispiel ist der Rückkauf des Portfolios „PFLEGEN UND WOHNEN Hamburg“ durch die Stadt Hamburg für rund 380 Millionen Euro.

Kliniken zwischen Insolvenz und Neuausrichtung

Im Krankenhaussektor bleibt die Lage angespannt. Zwei Drittel der Allgemeinkrankenhäuser ab 100 Betten schrieben 2024 Verluste, für 2025 erwarten sogar 70 % der Häuser ein Defizit. Insolvenzen prägten daher auch den Klinikmarkt. Käufer waren vor allem freigemeinnützige und private Krankenhausgruppen sowie kommunale Träger. Private Equity spielte hier nur eine Nebenrolle: Bei lediglich fünf von 33 Krankenhaustransaktionen traten Finanzinvestoren als Käufer auf. Zugleich zeigt sich: Nicht jedes insolvente Haus findet noch einen neuen Träger. Mancherorts bleibt nur die Schließung oder die Umwandlung in ambulante Zentren oder spezialisierte Fachkliniken.

Private Equity setzt auf MVZ

Ganz anders sieht es bei Medizinischen Versorgungszentren, niedergelassenen Leistungserbringern und Laboren aus. Hier war Private Equity an 59 von 68 Deals beteiligt. Besonders attraktiv bleiben Augenheilkunde, Radiologie, Psychotherapie und Krebsbehandlung. Regulatorische Unsicherheiten bremsen das Geschäft bislang kaum. Entscheidend ist vielmehr der Effizienzdruck: Größere Einheiten, Digitalisierung und Plattformmodelle gewinnen an Bedeutung.

Digital Health wird strategisch

Auch die digitale Gesundheitswirtschaft bleibt in Bewegung. Die Berliner Plattform Amboss erhielt 240 Millionen Euro, Avelios Medical sammelte Kapital für ein neues Krankenhausinformationssystem ein. Der Rückzug von SAP aus dem Healthcare-Modul erhöht den Handlungsdruck für Kliniken zusätzlich.

Der Befund ist klar: Der Gesundheitsmarkt konsolidiert sich nicht trotz der Krise, sondern wegen ihr. Wer finanziell stabil, digital anschlussfähig und strategisch handlungsfähig ist, kann 2026 zu den Gewinnern gehören.

(PwC vom 28.05.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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