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19.10.2022

Global Entrepreneurship Monitor: Gründungen in Deutschland im Aufwind

Den Ergebnissen der aktuellen Ausgabe des Global Entrepreneurship Monitors (GEM) zufolge, stieg die Gründungsquote in Deutschland zuletzt wieder an: in 2021 ist sie im Vergleich zu 2020 um rund 2 Prozentpunkte auf 6,9% gestiegen. Dabei waren sowohl bei den geplanten, als auch bei den tatsächlich umgesetzten Gründungen Zuwächse zu verzeichnen. Im internationalen Vergleich bewegt sich Deutschland in Sachen Gründungsquote auf einem ähnlichem Niveau wie die europäischen Nachbarländer Frankreich und Luxemburg sowie Finnland.

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Die im Rahmen der vom RKW Kompetenzzentrum sowie der Leibniz Universität Hannover für Deutschland durchgeführten internationalen Vergleichsstudie ermittelte Gründungsquote von knapp 7% im Jahr 2021 enthält einen deutlichen Anstieg um 2,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr (4,8% in 2020). Ursächlich für die höhere Gründungsdynamik in Deutschland sind unter anderem die schnelle Anpassungsfähigkeit der Gründenden an die durch die Corona-Pandemie veränderten Rahmenbedingungen, die Reaktion auf die ökonomischen Auswirkungen der Pandemie seitens der Wirtschaftspolitik sowie durch die Pandemie neu entstandene unternehmerische Chancen, insbesondere in Bezug auf digitale Produkte und Dienstleistungen. Die Gründungsquote in 2021 ist damit auf dem zweithöchsten Stand (Höchststand 2019, Gründungsquote 7,6%) der seit 1999 jährlich durchgeführten GEM-Erhebungen. Die Ergebnisse der letzten drei Jahre sind somit ein Indikator für einen möglichen Trend hin zu mittel- und langfristig höheren Gründungsaktivitäten in Deutschland. Diese Entwicklung wurde in 2020 – bedingt durch die Corona-Pandemie – zwar kurzzeitig ausgebremst, gleichzeitig gaben damals aber schon 63% der Personen mit Gründungsabsicht an, ihre Geschäftsaufnahme lediglich verschoben zu haben.

Anstieg sowohl bei geplanten als auch bei umgesetzten Gründungen in 2021

Die Gründungsquote wird im GEM als Anteil derjenigen 18- bis 64-Jährigen definiert, die während der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben (Young Entrepreneurs) und/oder gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen (Nascent Entrepreneurs). Die Gründungsquote der Young Entrepreneurs betrug im letzten Jahr 2,7% und erhöhte sich damit um 0,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2020. Die Gründungsquote der Nascent Entrepreneurs betrug 4,3%, das ist ein Anstieg um 1,2% Prozentpunkte im Vergleich zu 2020. Die Gründungsquoten beider im GEM untersuchten Gruppen haben sich somit in 2021 positiv entwickelt. Der Anteil der Nascent-Entrepreneurs an der GEM-Gründungsquote betrug auch in den durch die Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 jeweils etwa zwei Drittel und ist somit unverändert zu den drei Vor-Pandemie-Jahren.

Deutschland bei Gründungen im internationalen Vergleich auf dem Niveau von Frankreich, Finnland und Luxemburg

Deutschland belegte in 2021 unter den 31 GEM-Ländern mit hohem Einkommen in Bezug auf die Gründungsquote den 23. Rang. Europäische Nachbarländer wie Frankreich und Luxemburg sowie Finnland wiesen eine ähnliche Gründungsquote auf. Zu „Gründungsnationen“ wie den USA (Gründungsquote 16,5%) besteht mit einer Gründungsquote von 7% allerdings noch ein deutlicher Abstand. In diesem Zusammenhang ist jedoch anzumerken, dass in Ländern, in denen die Gründungsdynamik deutlich höher ist als in Deutschland, gleichzeitig auch die Anzahl der Geschäftsaufgaben ausgeprägter ist. So gaben in den USA im Vergleich zu Deutschland in 2021 rund zweimal so viele Personen an, ein ihnen gehörendes Unternehmen geschlossen zu haben. Das Unternehmertum in Deutschland zeichnet sich somit durch eine hohe Resilienz aus.

Der GEM Länderbericht Deutschland 2021/22 steht hier zum Download zur Verfügung. Sämtliche GEM-Länderberichte Deutschland seit 1999 sind hier zu finden.

(Pressemitteilung RKW Kompetenzzentrum vom 19.10.2022)


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