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15.09.2025

Globale Autoindustrie rutscht tiefer in die Krise

Der Umsatz der 19 größten Autokonzerne weltweit sank im zweiten Quartal 2025 um 1,1 %, der Gewinn brach um 55 % ein, zeigt eine aktuelle Auswertung.

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irrmago/123rf.com

Der Gewinnrückgang der größten Autokonzerne der Welt setzte sich im zweiten Quartal dieses Jahres fort und hat sich sogar beschleunigt: Die 19 größten Autokonzerne der Welt verzeichneten im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch um 55 %, im gesamten ersten Halbjahr schrumpfte der Gewinn um 49 %.

Besonders deutlich fielen die Rückgänge bei Renault, Nissan, Stellantis und Mazda aus – alle vier rutschten im ersten Halbjahr in die Verlustzone. Die deutschen Autokonzerne verzeichneten insgesamt ein Gewinnminus von 38 %, bei den US-Herstellern betrug der Rückgang 43 %. Zusammen genommen kamen Renault und Stellantis auf einen Verlust von mehr als elf Milliarden Euro.

Positivtrend in China

Chinesische Hersteller entwickelten sich hingegen insgesamt leicht positiv: Geely, Great Wall Motor und BYD steigerten ihren Gewinn im ersten Halbjahr zusammen um 1 %. Auch bei der Umsatzentwicklung lagen die chinesischen Autokonzerne mit einem Umsatzplus von 20 % vorn, wenn auch noch mit kleineren Gesamtvolumina. Die deutschen Konzerne verzeichneten hingegen ein Umsatzminus von 4 %, die US-Konzerne schrumpften um 2 %, Stellantis und Renault zusammen um 9 %.

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Finanzkennzahlen der 19 größten Autokonzerne der Welt, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY quartalsweise erstellt.

Kaum Aussicht auf Besserung der Autokonjunktur – Weichenstellungen nötig

Constantin M. Gall, Managing Partner und Leiter Mobility bei EY für die Region Europe West: „Die etablierte westliche Autoindustrie stecken in einer tiefen und strukturellen Krise. Die Gewinne brechen ein, weltweite kriegerische Konflikte, eine schwache Konjunktur in Europa sowie hohe Zölle führen zu Milliardeneinbußen. Zudem verkaufen sich Elektroautos deutlich schwächer als angenommen und auf wichtigen Absatzmärkten herrscht ein ruinöser Preiswettbewerb. Die Probleme in China werden dadurch noch verstärkt, dass die Käuferschaft sich verstärkt nationalen Marken zuwendet“. Hinzu kämen hohe Transformations- und Restrukturierungskosten, Rückrufe und Lieferkettenstörungen, die zusätzlich für Probleme sorgten. „Und um den aggressiven chinesischen Newcomern Paroli bieten zu können – gerade im Elektrosegment – haben viele Autobauer in den vergangenen Jahren hohe Summen in neue Technologien und Software investiert, nur um nun feststellen zu müssen, dass für sie ein „Nur-Elektro“-Ansatz derzeit noch nicht trägt. Daher tätigen sie jetzt zusätzliche massive Investitionen in neue Verbrenner- und Hybridgenerationen.“

Laut Gall wird die Schwächephase der Branche vorerst anhalten: „Der Sturm wird nicht abflauen: Die Konjunktur bleibt schwach, die volatile Regulierung und ein ambivalentes Kundenverhalten zwingen zu teuren Investitionen, und die geopolitische Situation und Zollpolitik werden sich absehbar nicht stabilisieren. Für viele Hersteller steht das komplette Geschäftsmodell auf dem Spiel, bei einigen Herstellern wird sich mittelfristig die Existenzfrage stellen.“

(EY vom 14.09.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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