05.05.2017

Globale Fintech-Investitionen sinken

Beitrag mit Bild

© pichetw/fotolia.com

Die weltweiten Investitionen in Fintechs sind im ersten Quartal 2017 auf 3,2 Mrd. US-Dollar gesunken, das entspricht einem erneuten Rückgang um 23 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal 2016. Damit setzt sich der Trend rückläufiger Investitionen aus 2016 auch in 2017 fort. Das zeigt der aktuelle globale „Pulse of Fintech“ von KPMG.

Das Volumen der M&A-Aktivitäten sank sogar um 49 Prozent auf 920 Mio. US-Dollar. In Europa hingegen wurde vor allem durch drei Finanzierungsrunden von über 100 Mio. US-Dollar ein neues Rekordhoch mit Venture Capital-Investitionen in Höhe von 610 Mio. US-Dollar erreicht. In Deutschland wurden insgesamt 20 Deals mit einem Volumen von 180 Mio. US-Dollar in Fintechs durchgeführt. Mit drei der europaweit zehn größten Fintech-Deals konnte Deutschland eine beachtliche Anzahl an Investitionen verbuchen.

Venture Capital-Wachstum hält an – drei Fintechs mit 100+ Mio. US-Dollar Investitionen

Während die ausgebliebenen M&A-Aktivitäten sich stark auf die Gesamtinvestitionen in Höhe von nur 880 Mio. US-Dollar durch 89 Deals ausgewirkt haben, konnte in Europa mit 67 Deals ein neuer Rekord in Höhe von 610 Mio. US-Dollar an Venture Capital-Investitionen erreicht werden. Die 100+ Mio. US-Dollar Deals von iZettle (175 Mio. US-Dollar), Atom Bank (103 Mio. US-Dollar) und Funding Circle (101 Mio. US-Dollar) haben stark zu diesem Rekord beigetragen. Unsicherheiten durch den Brexit haben sich kaum auf die Investitionen im Vereinigten Königreich ausgewirkt; die Hälfe der Top 10 Deals im ersten Quartal 2017 wurde auf den britischen Inseln abgewickelt.

Neue Technologien finden auch bei Fintech-Investoren Interesse

Fintechs in den Bereichen Zahlungsverkehr und Finanzierung haben weltweit die meisten Investitionen angezogen, obwohl derzeit ein deutlich steigendes Interesse an anderen Technologien bemerkbar ist. Regtech und Insuretech wachsen beständig, während neue technologische Themen wie Artificial Intelligence, Machine Learning und Internet-of-Things Anklang bei Investoren finden.

KPMG-Partner Sven Korschinowski: „Nach den Unsicherheiten auf den Finanzmärkten scheint es nun, als würden Investoren auf erste Ergebnisse ihrer Investitionen warten. Insbesondere Investitionen in Startups mit Konzentration auf Blockchain-Technologien müssen sich nun beweisen. Der Hype hat den Höhepunkt überschritten, jetzt geht es um konkrete Lösungen für relevante Probleme.

Finanzdienstleister suchen nach Herausforderungen im täglichen Kundengeschäft, die über herkömmliche Transaktionen hinausgehen und neue Produkte – und damit Umsätze – ermöglichen. Das Einbeziehen von weiteren Technologien wie Artificial Intelligence und Machine Learning spricht für die Entwicklung der Fintechs, da die Lösungsansätze vielfältiger werden. Dies passt sehr gut zur zunehmenden Entwicklung industrieübergreifender Ansätze und Anforderungen und stellt damit weitere Nischen für Fintech-Entwicklungen dar.“

(Pressemitteilung KPMG vom 27.04.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

peshkova/123rf.com

03.03.2026

KI gegen Finanzkriminalität: Vom Trend zur Pflichttechnologie

Künstliche Intelligenz ist heute ein zentraler Bestandteil moderner Strategien zur Bekämpfung von Finanzkriminalität – mit klarem Fokus auf Effizienzsteigerung und Next-Generation-Sicherheitstechnologien wie verhaltensbasierter Biometrie. INFORM, Entwickler von Softwaresystemen für KI-gestützte Entscheidungsfindung in den Bereichen Risiko, Betrug und Compliance, veröffentlichte zentrale Ergebnisse seiner aktuellen Branchenumfrage „The Artificial Intelligence & Anti-FinCrime Market Research Survey“. Die Resultate unterstreichen

KI gegen Finanzkriminalität: Vom Trend zur Pflichttechnologie
Meldung

© alexlmx/fotolia.com

02.03.2026

Exit-Blockade für Private Equity: EU sucht Lösungen

Private-Equity-Investoren in der EU sehen sich weiter mit Herausforderungen konfrontiert, wenn sie ihre Beteiligungen veräußern wollen, etwa durch Börsengänge (IPOs) oder den Verkauf von Unternehmensanteilen. Doch ohne funktionierende Ausstiegsmöglichkeiten stockt der Kapitalfluss. Dazu hat die Europäische Kommission eine öffentliche Konsultation gestartet. Bis zum 27.04.2026 können Startups, Wachstumsunternehmen, Private-Equity-Fonds und weitere Stakeholder ihre Erfahrungen teilen. Beitrag

Exit-Blockade für Private Equity: EU sucht Lösungen
Meldung

© vege/fotolia.com

26.02.2026

Mittelstand beklagt steigenden Konkurrenzdruck aus China

Der deutsche Mittelstand sorgt sich um seine internationale Konkurrenzfähigkeit. Eine Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel im September 2025 ergab: Mehr als 40 % aller im globalen Wettbewerb stehenden deutschen Mittelständler rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition in den kommenden drei Jahren – das sind gut doppelt so viele wie zweieinhalb Jahre zuvor. Nur 23 % gehen von einer Verbesserung

Mittelstand beklagt steigenden Konkurrenzdruck aus China
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)