13.07.2026

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient

Geopolitische Unsicherheit, Bewertungsfragen und sich verändernde Handelspolitiken haben das Tempo des globalen M&A-Markts bislang nicht wesentlich gebremst.

Beitrag mit Bild

© pichetw/fotolia.com

Der globale M&A-Markt hat das erste Halbjahr 2026 als Spiel zweier Hälften erlebt: Auf einen rekordverdächtigen Start folgte im zweiten Quartal ein spürbarer Rückgang. Das zeigt der aktuelle Quarterly Deal Performance Monitor (QDPM) von WTW, der in Zusammenarbeit mit dem M&A Research Centre der Bayes Business School erstellt wird. Auf Basis der Aktienkursentwicklung schnitten Käuferunternehmen, die zwischen April und Juni 2026 Akquisitionen im Wert von mehr als 100 Mio. US-Dollar abgeschlossen haben, im Durchschnitt um 11,9 Prozentpunkte schlechter ab als Unternehmen, die in diesem Zeitraum keine M&A-Transaktionen durchgeführt haben.

Der Rückgang folgt auf ein außergewöhnlich starkes erstes Quartal und ist auch als Marktkorrektur nach dem Aktivitätspeak zu Jahresbeginn zu verstehen. Die Grunddynamik des M&A-Markts bleibt dabei intakt – strategische Käufer halten trotz des schwierigen Umfelds an ihren Wachstums- und Transformationszielen fest. „Der M&A-Markt zeigt weiterhin starke, wechselhafte Schwankungen in der Deal-Performance, die das unvorhersehbare makroökonomische und geopolitische Umfeld widerspiegeln. Dennoch haben Käufer kaum innegehalten und nehmen die Volatilität in Kauf, um Transaktionen abzuschließen“, sagt Sibylle Kampschulte, Leiterin HR M&A in der DACH-Region bei WTW.

Deutlicher Rückgang bei Mega-Deals

Im Vergleich zum ersten Quartal, in dem zwölf Mega-Deals mit einem Volumen von jeweils mehr als 10 Mrd. US-Dollar abgeschlossen wurden – so viele wie in keinem anderen Quartal seit 2008 – wurden im zweiten Quartal nur noch drei solcher Transaktionen vollzogen. Auch große Deals mit einem Volumen von mehr als 1 Mrd. US-Dollar gingen zurück: 48 Transaktionen wurden im zweiten Quartal abgeschlossen, gegenüber 56 im Vorquartal. Der Rückgang bei Mega-Deals drückte das Gesamtvolumen abgeschlossener Transaktionen von einem Fünfjahreshoch von 438 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal auf 232 Mrd. US-Dollar.

Dennoch zeigt sich der Markt in der Breite widerstandsfähig. Mit 202 weltweit abgeschlossenen Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Mio. US-Dollar lag das zweite Quartal 2026 deutlich über den 176 Deals im gleichen Zeitraum des Vorjahres und damit nahe am Niveau des ersten Quartals mit 215 Transaktionen.

Alle Regionen hinter ihrem Vergleichsindex

Im regionalen Vergleich entwickelten sich im zweiten Quartal alle Käuferregionen schlechter als ihr jeweiliger Vergleichsindex. Nordamerikanische Käufer lagen bei 103 abgeschlossenen Deals um 11,6 Prozentpunkte unter ihrem Index, nach minus 5,4 Prozentpunkten bei 117 Deals im Vorquartal. Europäische Käufer schnitten bei 38 abgeschlossenen Transaktionen um 8,3 Prozentpunkte schlechter ab als ihr Vergleichsindex – im Vorquartal hatten sie noch 6,0 Prozentpunkte über dem Index gelegen. Britische Käufer folgten dem negativen europäischen Trend.

Am deutlichsten fiel die Underperformance im asiatisch-pazifischen Raum aus: Käufer dort lagen bei 51 abgeschlossenen Deals um 35,8 Prozentpunkte hinter ihrem regionalen Index, verglichen mit minus 3,4 Prozentpunkten im Vorquartal. Bemerkenswert: Der asiatisch-pazifische Raum war gleichzeitig die einzige Region, die ein Quartalsplus beim Dealvolumen verzeichnete. Chinesische Käufer hingegen verzeichneten mit sieben abgeschlossenen Transaktionen einen starken Rückgang gegenüber 21 Deals im ersten Quartal.

„Geopolitische Unsicherheit, Bewertungsfragen und sich verändernde Handelspolitiken haben das Tempo des globalen M&A-Markts bislang nicht wesentlich gebremst. Der Druck zu Skaleneffekten und Kosteneffizienz treibt die Transaktionsdynamik weiter an. Ein disziplinierter, strategisch ausgerichteter Fokus auf sektorspezifische Chancen wird entscheidend sein, um in turbulenten Zeiten Transaktionen abzuschließen, die langfristig Wert schaffen“, sagt Kampschulte.

(wtw vom 09.07.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

© furuoda/fotolia.com

10.09.2026

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein

Der Markt für elektrische Lkw entwickelt sich weltweit mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während China beim Hochlauf bereits weit vorangeschritten ist, steht Europa vor einer starken Wachstumsphase. Die USA dürften dagegen noch länger von Dieselantrieben geprägt bleiben. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG). China führt bei elektrischen Lkw In China entfielen 2025

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

09.09.2026

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung

Deutschland kann nach Einschätzung der KfW seine Wachstumsschwäche überwinden. Eine neue Studie von KfW Research hält im kommenden Jahrzehnt ein dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als 1% pro Jahr für erreichbar. Seit 2015 ist das Potenzialwachstum von knapp 2% auf nur noch leicht über null gesunken. Produktivität als zentraler Hebel Entscheidend für eine Trendwende seien Fortschritte

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung
Meldung

peshkova/123rf.com

08.09.2026

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen

Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Einsatz von KI wirklich, und was bringt ihnen die Technologie wirtschaftlich? Eine Deutschland-Auswertung des McKinsey-Reports „The State of AI in 2026: On the Road to ROI“ zeigt: Zwischen Nutzung und messbarem Geschäftswert liegt noch eine deutliche Lücke. Für die weltweite Studie wurden 1.719 Führungskräfte und Fachleute aus 97 Ländern

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)