• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Großanleger spüren Renditedruck mehr denn je

02.11.2018

Großanleger spüren Renditedruck mehr denn je

Beitrag mit Bild

© fotogestoeber/fotolia.com

Die Entwicklung an den Kapitalmärkten hat zu deutlich veränderten Anlagepräferenzen bei institutionellen Investoren in Deutschland geführt. Das geht aus der aktuellen Investorenumfrage von Union Investment hervor, für die 107 Großanleger befragt worden sind.

Sicherheit hat für die Investoren nach wie vor den höchsten Stellenwert bei ihren Anlageentscheidungen. Jedoch stehen Sicherheitsaspekte nur noch für 58 Prozent der Befragten an erster Stelle, ein Rückgang um 14 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Denn der Renditedruck setzt Investoren immer mehr zu. So gaben 28 Prozent der befragten Großanleger an, dass die Erzielung von Renditen für ihre Anlageentscheidung gegenwärtig die höchste Bedeutung habe: eine Steigerung um 7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit Beginn der alljährlichen Investorenbefragung im Jahr 2005. Ebenfalls deutlich relevanter geworden ist aus Sicht der Anleger die Liquidität. Sie steht für 14 Prozent der Befragten bei ihren Investments im Vordergrund (2017: sieben Prozent).

Investoren fahren Aktienquote hoch

Die veränderten Investmentpräferenzen schlagen sich auch in der Aufteilung der Kapitalanlagen auf die verschiedenen Anlageklassen nieder. Zwar dominieren nach wie vor Rentenanlagen mit einem Anteil von 55 Prozent am institutionellen Portfolio. Allerdings hat sich die Aktienquote mit einem Anstieg von neun auf 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Dabei setzen Investoren verstärkt auf die Kompetenz externer Vermögensmanager – bei den Kapitalanlagen in Fremdverwaltung beläuft sich der Aktienanteil auf 24 Prozent.

„Die Skepsis gegenüber Aktien ist zurückgegangen“, sagt Alexander Schindler, im Vorstand von Union Investment zuständig für das Geschäft mit institutionellen Kunden. „Investoren setzen verstärkt auf Aktien als Instrument zur Lösung des Ertragsdilemmas. Dafür spricht auch die hohe Liquidität der Aktienmärkte.“

Hinzu kommt, dass die Herausforderungen an den Rentenmärkten groß sind, da den Anlegern mit Ende des langjährigen Zinssenkungstrends Kursverluste drohen. Die Mehrheit der Befragten (57 Prozent) sieht sich jedoch bereits für Zinsänderungsrisiken gewappnet. Die Investoren, die ihr Portfolio noch umstrukturieren wollen, setzen dabei in erster Linie auf Anleihen mit kürzerer Duration (71 Prozent) sowie eine breitere Diversifikation (56 Prozent), einen höheren Anteil alternativer Assets (51 Prozent) und variabel verzinsliche Anleihen (49 Prozent). „Mit einer fundamentalen Titelauswahl können aktive Investoren auch in diesem Umfeld positive Renditen erzielen“, erklärt Schindler. Chancen für Bondinvestoren sieht er derzeit beispielsweise bei US-Unternehmensanleihen oder Verbriefungen.

Wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird skeptisch gesehen

Massiv eingetrübt hat sich die Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Lage in Deutschland. Nur noch elf Prozent der Befragten rechnen hier auf Jahressicht mit einer Verbesserung. Im Vorjahr war der Anteil der Optimisten mit 39 Prozent fast vier Mal so hoch. Eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation erwarten dagegen 38 Prozent, ein Anstieg um 32 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
„Umso wichtiger ist es für Investoren, regionale Wachstumsunterschiede zu berücksichtigen. Sie sollten ihre Anlagen global diversifizieren und über ihre Risikobudgets flexibel steuern“, sagt Schindler.

(Pressemitteilung Union Investment vom 30.10.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

nialowwa/123rf.com

28.05.2026

KfW Research revidiert Wachstumsprognose

Die deutsche Wirtschaft ist mit einem Wachstum von 0,3 % im Vergleich zum Vorquartal solide ins Jahr 2026 gestartet. Im Ranking der großen Euroländer hat sich Deutschland damit im ersten Vierteljahr auf Rang 2 hinter Spanien geschoben, dessen Wirtschaft um 0,6 % im Vergleich zum Vorquartal wuchs. Der Krieg im Iran trübt nun aber die Konjunkturaussichten deutlich.

KfW Research revidiert Wachstumsprognose
Meldung

© Fotolia

27.05.2026

Nur ein Drittel der Finanzinstitute sieht sich für EU-AML-Paket gerüstet

Die Bekämpfung von Geldwäsche tritt in eine entscheidende Phase, doch den Finanzinstituten in Deutschland droht bei der Umsetzung der neuen EU-Regeln die Zeit davonzulaufen. Laut der PwC EMEA AML Survey 2026, für die über 500 Entscheider:innen in 40 Ländern befragt wurden, glaubt nur rund ein Drittel (34 %) der Institute in Deutschland, die zentrale Compliance-Frist

Nur ein Drittel der Finanzinstitute sieht sich für EU-AML-Paket gerüstet
Meldung

© Coloures-Pic/fotolia.com

26.05.2026

Digitalisierung ist Top-Priorität der CFOs für ihre Finanzfunktion

Digitalisierung gehört für CFOs zu den wichtigsten Aufgaben. Doch zwischen Anspruch und Realität klafft eine deutliche Lücke. Das zeigt die Studie „Digital CFO 2026“ der WHU – Otto Beisheim School of Management und PwC Deutschland, für die 207 Finanzchefinnen und Finanzchefs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Zwar bewerten CFOs die Bedeutung der

Digitalisierung ist Top-Priorität der CFOs für ihre Finanzfunktion
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)