• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Grüne Bonds als Katalysator für die grüne Transformation?

21.10.2025

Grüne Bonds als Katalysator für die grüne Transformation?

Banken, die grüne Anleihen anbieten, vergeben im Anschluss vermehrt Kredite mit positivem Klima-Impact, zeigt eine aktuelle Studie des ZEW.

Beitrag mit Bild

©peterschreibermedia/123rf.com

Grüne Anleihen sollen Kapital in nachhaltige Projekte lenken – doch erfüllen sie dieses Versprechen? Ein neuer ZEW Policy Brief zeigt: Geben Staaten grüne Anleihen aus, können sie über das Auktionsdesign institutionelle Investoren zu einer nachhaltigeren Ausrichtung bewegen. Auch Banken, die grüne Anleihen anbieten, vergeben im Anschluss vermehrt Kredite mit positivem Klima-Impact. Allerdings zeigen sich die positiven Klimaeffekte vor allem bei Unternehmen, die bereits überdurchschnittlich grün sind.

„Green Bonds haben durchaus das Potenzial, positive Umwelteffekte zu erzeugen – etwa indem sie institutionelle Investoren zu mehr Investitionen in grüne Finanzprodukte bewegen oder Banken dazu bringen, Kredite mit positivem Klima-Impact zu vergeben“, sagt Karolin Kirschenmann, stellvertretende Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“. „Um die Transformation CO2-intensiver Branchen zu beschleunigen, braucht es jedoch Finanzprodukte wie Transition Bonds oder Transition Loans, die gezieltere Anreize setzen, und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen.“

Strategisches Auktionsdesign steigert Nachhaltigkeitswirkung

Die Forschenden zeigen, dass sich durch die Gestaltung von Auktionen für grüne Staatsanleihen strategische Anreize setzen lassen: Investoren/-innen, die sich vorab zu einem „grüneren“ Portfolio verpflichten, können sich im Bietverfahren Vorteile sichern. Die Selbstverpflichtung erhöht ihre Zahlungsbereitschaft, sodass höhere Auktionserlöse erzielt werden können, die etwaige – durch die Verpflichtung entstandene – Kosten überkompensieren. Der Effekt auf die Nachfrage nach weiteren grünen Finanzprodukten wirkt also über den eigentlichen Anleihekauf hinaus, indem er institutionelle Portfolios insgesamt nachhaltiger ausrichtet.

Damit diese Wirkung eintritt, muss das Auktionsdesign solche strategischen Verpflichtungen sichtbar machen und nutzen: „Damit Green Bonds eine tragende Rolle beim ökologischen Umbau spielen können, sollten Staaten gezielt auf deren Gestaltung Einfluss nehmen – etwa durch geeignete Auktionsmechanismen“, fasst Karolin Kirschenmann zusammen. „Diese bieten Investoren Anreize, sich bereits vor der Auktion auf grüne Portfolios festzulegen – etwa um bei der Vergabe einen strategischen Vorteil zu erhalten.“

Banken finanzieren vor allem bereits grüne Firmen

Im ZEW Policy Brief wird deutlich, dass Banken nach der Ausgabe von grünen Anleihen ihr Kreditvolumen für umweltfreundliche Unternehmen deutlich erhöhen – vor allem über Sustainability-Linked Loans an neue Kunden/-innen. Solche Kredite sind häufig an messbare Nachhaltigkeitsziele gekoppelt, was nachweislich zu sinkenden Emissionen führt. Interessanterweise beteiligen sich auch Banken ohne eigene grüne Anleiheemission verstärkt an diesen Krediten („Green Spillovers“), sobald andere Institute den Markt beleben.

Allerdings fließt das zusätzliche Kapital fast ausschließlich an Unternehmen, die bereits überdurchschnittlich grün sind. Für CO₂-intensive Firmen, die vor einem aufwendigen Transformationsprozess stehen, bleibt der Effekt aus. Hier sehen die Forschenden Handlungsbedarf: Finanzprodukte, die zielgenauer am Transformationsprozess ansetzen (z.B. Transition Bonds oder Transition Loans) und günstige regulatorische Rahmenbedingungen, die langfristig verlässlich sind, können Anreize schaffen, damit private Mittel gezielt in Transformationsprojekte fließen.

(ZEW vom 16.10.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

10.02.2026

Stimmungseinbruch bei Venture-Capital-Investoren

Die Stimmung der Investoren auf dem deutschen Markt für Wagniskapital hat sich im Schlussquartal 2025 verschlechtert. Das Geschäftsklima sackte auf minus 32,4 Punkte ab, nachdem es im Vorquartal auf seinem langjährigen Durchschnitt lag, der durch die Nulllinie markiert wird. Das Geschäftsklima berechnet sich als Durchschnitt der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftserwartungen der Investoren

Stimmungseinbruch bei Venture-Capital-Investoren
Meldung

©photon_photo/fotolia.com

09.02.2026

Leasingnutzung im Mittelstand bleibt stabil

Leasing ist ein im Mittelstand etabliertes Beschaffungsinstrument. 2024 haben rund 18 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Leasingverträge zur Anschaffung von Anlagegütern abgeschlossen – unverändert gegenüber 2021 (18 %). Dies zeigt eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels. Anlagegüter werden im Mittelstand weiterhin deutlich häufiger gekauft als geleast. Am häufigsten kam Leasing im Segment der größeren KMU

Leasingnutzung im Mittelstand bleibt stabil
Meldung

© Zerbor - Fotolia.com

09.02.2026

SG&A-Kosten: Höchststand seit 2020

Im Jahr 2025 wuchsen gegenüber dem Vorjahr die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung (SG&A) im Durchschnitt bei 1000 untersuchten europäischen Unternehmen um 6 % auf 11,5 % der erzielten Umsätze  ̶̶  einem absoluten Höchststand seit 2020. Dies zeigt eine aktuelle Studie der The Hackett Group über die Gemeinkosten europäischer Unternehmen. Schuld daran sind einerseits externe Rahmenbedingungen

SG&A-Kosten: Höchststand seit 2020
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)