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24.02.2017

Immer mehr Großunternehmen investieren in Start-ups aus dem Tech-Bereich

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Großunternehmen spielen eine immer größere Rolle bei der Finanzierung von Start-ups aus dem Tech-Bereich. Sie möchten Ideen fördern, die zu ihrem Unternehmen und Geschäftsmodell passen.

Großunternehmen spielen eine immer größere Rolle bei der Finanzierung von Start-ups aus dem Tech-Bereich. Sie möchten Ideen fördern, die zu ihrem Unternehmen und Geschäftsmodell passen.

 „Großunternehmen investieren bevorzugt in Start-ups aus dem Tech-Bereich, um häufig bestehende Lücken in der Digitalisierung zu schließen und die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten“, sagt Thomas Prüver, Partner bei EY. Dazu nutzen Großunternehmen und Konzerne zwei Wege: Auf der einen Seite treten sie selbst als Venture-Capital-Investoren auf, um sich an Start-ups bereits in Frühphasen zu beteiligen, oder sie übernehmen die jungen Firmen in einem späteren Stadium. Aber auch der deutsche Mittelstand interessiert sich zunehmend für Start-ups, um den digitalen Wandel zu bewältigen.

Frühfinanzierung bereitet keine Probleme

Insgesamt haben die 100 am höchsten finanzierten Start-ups aus dem Tech-Bereich seit ihrer Gründung bis Dezember 2016 Finanzmittel in Höhe von 5,9 Milliarden US-Dollar eingesammelt, wie die EY-Studie „Funding, Growth and Profitability: Tech Start-ups finding the right balance“ zeigt. In Fokus standen dabei junge Firmen mit Fokus auf Trendthemen wie Ernährung oder Finanzdienstleistungen. „Start-ups mit einer guten Geschäftsidee haben nur geringe Probleme, eine Finanzierung für die frühe Phase ihrer Existenz zu finden“, betont Prüver. Das Interesse der Investoren und auch von Business Angels in diesem Stadium ist sehr groß, die enorme Nachfrage führt zu hohen Bewertungen von Start-ups in frühen Phasen. 2016 konnten 32 neue Venture-Capital-Fonds insgesamt 6,2 Milliarden US-Dollar einsammeln, wie aus der Studie hervorgeht.

Auch zahlreiche im Dax notierte Konzerne beteiligen sich mit eigenen Venture-Capital-Fonds an Start-ups. So wurde zum Beispiel der BMW i Venture Capital Fund 2016 mit 500 Millionen Euro ausgestattet. Er konzentriert sich auf Entwicklungen in den Bereichen Elektromobilität, autonomes Fahren, Digitalisierung, Cloud-Dienste und künstliche Intelligenz. Ebenso legte Siemens 2016 den Fonds next47 mit einem Volumen von einer Milliarde Euro auf. „Start-ups bieten einen guten Rahmen, um neue Ideen auszuprobieren und voranzutreiben. Sie bieten jungen Gründern mehr Freiheit und Kreativität als das oft enge Korsett eines Konzerns“, so Prüver.

Ausländische Investoren übernehmen Wachstumsfinanzierung

Die Möglichkeit für Finanzierungen für Start-ups hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich verbessert. Das Spektrum an Investoren für die verschiedenen Entwicklungsstufen von Start-ups ist größer geworden. Nach wie vor stößt die Wachstumsfinanzierung in einer Spätphase mit nationalen Investoren aber an Grenzen. Finanzierungsrunden mit einem Volumen von mehr als zehn Millionen Euro sind oft eine Sache für ausländische Investoren. Im Finanzierungsbereich zwischen drei und zehn Millionen Euro besteht nach wie vor großer Bedarf: hier könnten sich verstärkt Großunternehmen engagieren.

Die wichtige Rolle von etablierten Unternehmen zeigt sich auch auf dem M&A-Markt: 97 Prozent aller Fusionen und Übernahmen bei deutschen Tech-Start-ups gehen 2016 auf sie zurück. Finanzinvestoren machen dagegen nur drei Prozent der Käufer aus. Damit nutzen die jungen Firmengründer den Verkauf an etablierte Unternehmen als bevorzugten Exit-Kanal. „Die Start-ups werden in einer relativ frühen Phase verkauft. Für sie ist es schwierig, an Größe zu gewinnen. Sie können ihr Wachstumspotenzial nicht voll ausschöpfen“, sagt Prüver.

Übernahmen von Tech-Start-ups fanden 2016 hauptsächlich in den Branchen Medien, Technologie und dem Einzelhandel statt. 31 Prozent der Transkationen gehen auf die Medienbranche zurück. Die deutschen Großverlage kaufen durch Übernahmen nach wie vor digitales Know-how ein, um ihre Geschäftsmodelle zu erweitern und neue Ertragsquellen zu erschließen. „Wir rechnen 2017 mit einem stark anziehenden Transaktionsgeschäft im Energie- und Automobilsektor. Diese Branchen sind derzeit am stärksten vom disruptiven Wandel betroffen. Zahlreiche Start-ups beschäftigen sich mit neuen innovativen Ideen in diesen Sektoren“, betont Prüver. Der EY-Fachmann rechnet damit, dass Finanzinvestoren 2017 stärker auf dem deutschen M&A-Markt für schnell wachsende Unternehmen aktiv werden. Aber auch etablierte Unternehmen werden sich 2017 verstärkt auf dem Transaktionsmarkt für junge und lukrative Tech-Start-ups engagieren, um sich auf diesem Weg fit zu machen für die digitale Transformation.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung EY vom 20.02.2017)


Redaktion

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