23.04.2026

In Deutschland wird wieder mehr gegründet

Die aktuellen Zahlen des IfM Bonn zeigen, dass sich das Gründungsgeschehen wieder belebt und der Strukturwandel sich in Richtung Freie Berufe fortsetzt.

Beitrag mit Bild

© fotogestoeber/fotolia.com

Die Gründungslandschaft in Deutschland kommt wieder in Bewegung: Sowohl im gewerblichen Bereich als auch in den Freien Berufen sowie in der Land- und Forstwirtschaft wurden 2025 mehr selbstständige Tätigkeiten im Vollerwerb aufgenommen als in den Vorjahren. Insgesamt wagten rund 395.000 Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die aktuellen Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn zeigen damit eine klare Tendenz: Das Gründungsgeschehen belebt sich wieder und der Strukturwandel in Richtung Freie Berufe setzt sich fort.

Fast 395.000 Gründungen im Vollerwerb

Nach den Auswertungen des IfM Bonn wurden im Jahr 2025 insgesamt rund 395.000 selbstständige Tätigkeiten im Vollerwerb aufgenommen. Davon entfielen etwa 277.000 Existenzgründungen auf den gewerblichen Bereich. Auch wenn die Zahlen ein positives Bild zeichnen, weisen die Forschenden auf eine gewisse Einschränkung hin: In der Gewerbeanzeigenstatistik wurden im ersten Halbjahr 2025 in einigen kleineren Bundesländern Betriebs- und Kleingewerbegründungen eher übererfasst, während Nebenerwerbsgründungen untererfasst wurden. Die tatsächliche Zahl dürfte daher etwas niedriger liegen als offiziell ausgewiesen. Am grundsätzlichen Trend ändert das jedoch nichts: Die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen ist in den vergangenen beiden Jahren wieder gestiegen.

Freie Berufe bleiben auf Wachstumskurs

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Freien Berufen. Hier registrierte das IfM Bonn im Jahr 2025 rund 110.000 Existenzgründungen. Zwar dürfte auch diese Zahl leicht überhöht sein, da 13 Finanzverwaltungen ihre Auswertungspraxis umgestellt haben. Dennoch ist die Richtung klar: Mehr Menschen als in den Vorjahren haben sich in einem freien Beruf selbstständig gemacht. Damit setzt sich der bereits länger sichtbare Strukturwandel fort, bei dem die Freien Berufe im deutschen Gründungsgeschehen weiter an Bedeutung gewinnen.

Berlin und Hamburg führen beim Gründungstempo

Ein Blick auf die regionale Verteilung zeigt deutliche Unterschiede. Die höchste Existenzgründungsintensität, also die Zahl der Gründungen je 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter, verzeichneten 2025 Berlin und Hamburg. Auf den nächsten Plätzen folgen Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Gerade die beiden Stadtstaaten zeigen, dass urbane Räume mit dichten Netzwerken, guter Infrastruktur und hoher wirtschaftlicher Dynamik besonders gründungsfreundlich sind.

Fazit: Deutschland gründet wieder mehr

Die Zahlen für 2025 machen deutlich, dass die Gründungsaktivität in Deutschland wieder zunimmt. Besonders die Freien Berufe gewinnen weiter an Gewicht, während auch im gewerblichen Bereich und in der Land- und Forstwirtschaft neue Dynamik entsteht.

(IfM Bonn vom 20.04.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

© furuoda/fotolia.com

10.09.2026

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein

Der Markt für elektrische Lkw entwickelt sich weltweit mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während China beim Hochlauf bereits weit vorangeschritten ist, steht Europa vor einer starken Wachstumsphase. Die USA dürften dagegen noch länger von Dieselantrieben geprägt bleiben. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG). China führt bei elektrischen Lkw In China entfielen 2025

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

09.09.2026

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung

Deutschland kann nach Einschätzung der KfW seine Wachstumsschwäche überwinden. Eine neue Studie von KfW Research hält im kommenden Jahrzehnt ein dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als 1% pro Jahr für erreichbar. Seit 2015 ist das Potenzialwachstum von knapp 2% auf nur noch leicht über null gesunken. Produktivität als zentraler Hebel Entscheidend für eine Trendwende seien Fortschritte

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung
Meldung

peshkova/123rf.com

08.09.2026

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen

Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Einsatz von KI wirklich, und was bringt ihnen die Technologie wirtschaftlich? Eine Deutschland-Auswertung des McKinsey-Reports „The State of AI in 2026: On the Road to ROI“ zeigt: Zwischen Nutzung und messbarem Geschäftswert liegt noch eine deutliche Lücke. Für die weltweite Studie wurden 1.719 Führungskräfte und Fachleute aus 97 Ländern

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)