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04.11.2022

Inflation auf Rekordniveau – Was bedeutet das für Unternehmensbewertungen?

Bereits seit einigen Wochen und Monaten lassen sich an den Kapitalmärkten besonders dynamische Entwicklungen beobachten. Eine zentrale Schlüsselrolle spielen hierbei stark steigende Inflationsraten. Aus diesem Grund widmet sich die Kapitalkostenstudie 2022 dem Motto „Inflation auf Rekordniveau – Was bedeutet das für Unternehmensbewertungen?“ Die 17. Ausgabe der KPMG-Kapitalkostenstudie beleuchtet unter anderem die Auswirkungen steigender Inflationsraten auf Unternehmensbewertungen, Geschäftsmodelle, Planungsrechnungen und langfristige Renditeerwartungen (Kapitalkosten).

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©Jacek Dudzinski

Dass die (unternehmensspezifischen) Inflationsraten in den nächsten zwei Jahren deutlich oberhalb des mittelfristigen (konsumorientierten) Inflationsziels der Europäischen Zentralbank von 2,0% liegen, darin ist sich die Mehrheit der Studienteilnehmenden einig. Als Hauptgründe hierfür werden gestörte Lieferketten, höhere Energiepreise, Rohstoffknappheit und geopolitische Krisen wie der Russland-Ukraine-Krieg genannt. Inwiefern Kostensteigerungen durch Inflation an Kunden weitergegeben werden können, ist stark von deren Preissensitivität abhängig und je nach Branche sehr unterschiedlich.

Einschätzungen von mehr als 320 Unternehmen

Insgesamt haben 321 Unternehmen an unserer diesjährigen Kapitalkostenstudie teilgenommen. Davon sind 239 in Deutschland ansässig, darunter 73% der DAX-40-Unternehmen sowie 45% der MDAX-Unternehmen. Dies unterstreicht den hohen praktischen Wert der jährlichen Kapitalkostenstudie für die Teilnehmer.

Homogene Entwicklung der durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten

Nachdem die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, kurz: WACC) im vergangenen Jahr über alle Branchen hinweg auf einem unveränderten Niveau von 6,6% blieben, verzeichnen diese im aktuellen Berichtsjahr (30.06.2021 bis 30.04.2022) einen Anstieg auf 6,8%. Dieser Anstieg spiegelt sich auch in der Entwicklung in den einzelnen Branchen wider. So verzeichnen mehr als die Hälfte der Branchen einen Anstieg des WACCs.

Analog zum Vorjahr lassen sich im Berichtszeitraum die höchsten gewichteten Kapitalkosten in den Bereichen Technology (8,0%), Automotive (7,6%) sowie Industrial Manufacturing (7,4%) beobachten und betreffen so weiterhin Branchen, in denen sich politische Vorgaben und technologiebedingte Veränderungen der Geschäftsmodelle grundlegend auswirken.

Der signifikanteste Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist in den Sektoren Transport & Leisure (+0,9 Prozentpunkte) und Consumer Markets (+0,6 Prozentpunkte) zu beobachten. Den stärksten Rückgang der Kapitalkosten verzeichnet kommend von hohem Niveau die Branche Technology (-0,9 Prozentpunkte).

Zwischenzeitlich ist der Basiszins nach Jahren einer extremen Niedrigzinsphase wieder signifikant angestiegen. Zunehmende Unsicherheiten sowie ein starker Anstieg der Inflation führen jedoch korrespondierend zu ebenfalls ansteigenden Renditeforderungen, so dass bislang kein Rückgang der Marktrisikoprämie zu beobachten ist.

ESG ist weiterhin ein relevantes Thema für die Unternehmensentwicklung

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Relevanz von ESG-Themen (Environmental, Social, Goverance) für die künftige Geschäftsentwicklung bei den Studienteilnehmenden weiter zugenommen. Die Bedeutung, die ESG beigemessen wird, ist analog zum Vorjahr je nach Branche sehr verschieden. Insbesondere ressourcenintensive Industrien und solche, in denen Umweltaspekte eine Schlüsselrolle spielen, messen den ESG-bezogenen Herausforderungen im Branchenvergleich eine zunehmende Bedeutung bei. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Relevanz von ESG-Themen am stärksten im Bereich Media & Telecommunications gestiegen. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Branche Chemicals & Pharmaceuticals.

Hier können Sie die KPMG-Kapitalkostenstudie herunterladen.

(Mitteilung KPMG vom 17.10.2022)


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