• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • INVEST-Zuschuss: Staatliche Förderung motiviert Business Angels zu verstärktem Engagement bei Start-ups

05.10.2022

INVEST-Zuschuss: Staatliche Förderung motiviert Business Angels zu verstärktem Engagement bei Start-ups

Wer als Investor Start-ups, also jungen, innovativen Unternehmen, hilft, kann dafür seit dem Jahr 2013 staatliche Zuschüsse erhalten. Und das zeigt Wirkung, wie eine Studie des ZEW Mannheim deutlich macht: Der Anreiz eines Zuschusses hat in den vergangenen Jahren nicht nur neue Investorinnen und Investoren motiviert, in Start-ups zu investieren, sondern auch die Höhe der Beteiligung dieser sogenannten Business Angels deutlich nach oben getrieben. Auf den Umfang der von den Business Angels ebenfalls bereit gestellten Beratungs- und Unterstützungsleistungen hat sich die staatliche Förderung hingegen nicht negativ ausgewirkt, wie dies zunächst zu erwarten gewesen wäre.

Beitrag mit Bild

© tashatuvango/fotolia.com

Subventionen als wirkungsvolles Instrument, um Start-ups in einer frühen Marktphase Risikokapital bereitzustellen

Die Studie untersucht anhand von Daten des IAB/ZEW-Gründungspanels, einem Kooperationsprojekt vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und dem ZEW, zu rund 1.000 Start-ups und von Daten des Mannheimer Unternehmenspanels, wie sich das staatliche Subventionsprogramm INVEST nach seiner Einführung im Jahr 2013 auf die finanzielle und unternehmerische Unterstützung auswirkt, die Business Angels Start-ups zur Verfügung stellen. Subventionen für Business Angels zielen darauf ab, den Zugang zu Finanz- und Managementressourcen für junge, innovative Unternehmen zu verbessern. Die Autoren der Studie zeigen, dass dies ein wirkungsvolles politisches Instrument ist, um Start-ups in einer frühen Marktphase Risikokapital und unternehmerisches Wissen bereitzustellen.

Positives Signal durch INVEST für die Risikokapitalaktivität in Deutschland

Laut den Ergebnissen der ZEW-Studie hat für Start-ups in den förderfähigen Branchen durch INVEST die Wahrscheinlichkeit, Beteiligungskapital zu erhalten, um durchschnittlich 37% zugenommen. Das Subventionsprogramm wirkt sich somit eindeutig positiv auf die Bereitstellung von Finanzmitteln durch Business Angels aus. Dies ist ein positives Signal für die Risikokapitalaktivität in Deutschland. Denn im Vergleich zu anderen OECD-Ländern, insbesondere zu den Vereinigten Staaten und Großbritannien, war die Aktivität bisher moderat, auch wenn in letzter Zeit die Investitionstätigkeit durchaus gestiegen ist.

INVEST-geförderte Start-ups erhalten höhere Finanzierungen

Mit Blick auf die Höhe der Finanzierungsbeträge kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass INVEST-geförderte Start-ups im Durchschnitt von ihren Investoren einen um 55 bis 61% höheren Finanzierungsbeitrag erhielten als andere junge, innovative Unternehmen. Dabei sind die Auswirkungen der INVEST-Förderung deutlich stärker für kleinere Finanzierungssummen. So profitieren Unternehmen mit den 10% kleinsten Werten am stärksten: Sie erhielten 176% des durchschnittlichen Betrags an externen Eigenkapitalmitteln.

Virgin Angels investieren gerne im Team

Interessant ist auch, dass 41% der staatlich geförderten Investitionen von relativ unerfahrenen, neuen Business Angels („Virgin Angels“) und nicht von bereits etablierten Investoren getätigt wurden. „Das Subventionsprogramm hat den Markteintritt neuer Investoren gefördert. Gleichzeitig stellen die Studienautoren fest, dass Virgin Angels ihre Investitionen häufiger gemeinsam mit etablierten Investoren tätigen. So finden 72% aller Unternehmensbeteiligungen, die durch INVEST gefördert wurden, im Team mit anderen Investoren statt. Bei Virgin Angels liegt dieser Anteil indes bei mehr als 80%.

Weiterhin untersuchten die Wissenschaftler den Einfluss des Förderprogramms auf die Bereitstellung von unternehmerischem Wissen seitens der Investoren. Eine solche Unterstützung kann von informeller Managementberatung bis hin zu strategischer Unterstützung im Beirat, der Entwicklung und Kommerzialisierung von Produkten und dem Zugang zum Netzwerk der Investoren reichen. In Bezug auf diese Unterstützungsleistungen finden die Wissenschaftler aber keine negativen Effekte des Programms, wie dies zunächst zu erwarten wäre. Denn der staatliche Anreiz, mehr Investitionen zu tätigen und neue Investoren anzulocken, könnte dazu führen, dass Start-ups im Durchschnitt weniger Unterstützung von ihren Investoren erhalten. Dies bestätigt sich in der ZEW-Studie aber aufgrund der gemeinsamen Tätigkeiten der Investoren und da letztlich Synergien geschaffen werden nicht.

Die ex‐ante Analyse zum Förderprogramm „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung ZEW Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung vom 05.10.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

©Maksim Kabakou/fotolia.com

22.01.2026

Digitalwirtschaft: 245 Milliarden Euro Umsatz 2026

Während viele Branchen mit schwacher Nachfrage ringen, zeigt sich die Digitalwirtschaft robust. Der Markt für IT und Telekommunikation (ITK) wächst 2026 voraussichtlich um 4,4 % auf 245,1 Milliarden Euro – getragen vor allem von Software und digitalen Infrastrukturen. Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um 3,9 % auf rund 235 Milliarden Euro zugelegt. Gleichzeitig legt auch die

Digitalwirtschaft: 245 Milliarden Euro Umsatz 2026
Meldung

© kritchanut/fotolia.com

22.01.2026

Transport- und Logistikdeals knacken die Marke von 200 Fusionen und Übernahmen

Die M&A-Aktivitäten im globalen Transport- und Logistiksektor sind im vergangenen Jahr wieder gestiegen: Zwischen Januar und Dezember 2025 wurden 207 Transaktionen mit einem Wert von mindestens 50 Millionen US-Dollar angekündigt – ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr, als 199 Fusionen und Übernahmen verkündet wurden. Erstmals seit 2022 wurde somit die Schwelle von 200 Deals pro

Transport- und Logistikdeals knacken die Marke von 200 Fusionen und Übernahmen
Meldung

©alfaphoto/123rf.com

20.01.2026

Deutsche Startups sammelten 2025 knapp 8,4 Mrd. Euro Risikokapital ein

Der Aufwärtstrend setzt sich fort: Startups aus Deutschland erhielten im Jahr 2025 knapp 8,4 Milliarden Euro Risikokapital von Investoren – mehr als 1,3 Milliarden mehr als in den zwölf Monaten zuvor (plus 19 %). Nachdem die Investitionen in Jungunternehmen 2022 und 2023 im Vergleich zum Rekordjahr 2021 deutlich eingebrochen waren, markiert 2025 damit das zweite Jahr

Deutsche Startups sammelten 2025 knapp 8,4 Mrd. Euro Risikokapital ein
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)