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14.07.2026

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief

Der deutsche Mittelstand leidet unter hohen Kosten, Bürokratie und schwachen Bilanzen und investiert deshalb immer zurückhaltender im Inland.

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©tashatuvango/ fotolia.com

Die Investitionsbereitschaft deutscher Mittelständler ist so niedrig wie seit Beginn der Erhebung 1995 nicht mehr. Nur noch 52% der Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Das zeigt eine Umfrage der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken unter mehr als 1.000 Firmen.

Hohe Kosten bremsen Unternehmen

Die Geschäftserwartungen bleiben schwach: 26% rechnen mit einer Verbesserung, 20% mit einer Verschlechterung. Investitionen in Deutschland dienen vor allem der Bestandssicherung. Wachstum und Expansion verlagern sich zunehmend ins Ausland. Inzwischen sind knapp 54% der Befragten international aktiv, 10 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr 2024.

Besonders stark belasten Energie-, Rohstoff- und Materialkosten. 67% der Unternehmen nennen hohe Energiepreise als Problem, 57% steigende Rohstoff- und Materialkosten. Lieferengpässe bereiten 31% Sorgen. Als Reaktion planen 43% Preiserhöhungen, nur knapp 5% rechnen mit sinkenden Preisen.

Größter Belastungsfaktor bleibt die Bürokratie, die 74% der Unternehmen als wesentliches Problem einstufen. In der Chemieindustrie nennen sogar 82% die Energiekosten als größte Herausforderung.

Bilanzen verlieren an Stabilität

Die wirtschaftliche Schwäche schlägt sich zunehmend in den Bilanzen nieder. Der Bilanzqualitätsindex sank 2025 vorläufig um 10,4 Punkte auf 114,3 Punkte – den niedrigsten Stand seit 2012. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote fiel von 30,7% auf 26,5%. Gleichzeitig stieg der dynamische Verschuldungsgrad deutlich auf 364,5%. Trotz der Belastungen bewerten 71% ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. Auch die Beschäftigungserwartungen sind leicht positiv: 16% planen Neueinstellungen, 11% einen Stellenabbau.

KI gewinnt an Bedeutung

Wachstumspotenzial sehen viele Unternehmen in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Nutzten 2018 erst 8% der Mittelständler KI, sind es inzwischen 58%. DZ Bank und BVR fordern von der Politik deshalb schnellere Reformen, weniger Bürokratie und mehr steuerlichen Spielraum für private Investitionen.

(DZ Bank vom 13.07.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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