• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Käufer aus Schwellenländern beleben Wettbewerb am M&A-Markt

02.03.2016

Käufer aus Schwellenländern beleben Wettbewerb am M&A-Markt

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Corporate Finance

Im deutschen Markt für Fusionen und Übernahmen hat die Konkurrenz um attraktive Zielunternehmen zugenommen, wobei ausländische Unternehmen als Käufer äußerst aktiv sind und damit den Wettbewerb anfeuern. Das ist das wichtigste Ergebnis des aktuellen M&A-Panels der Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland und des Magazins „FINANCE“.

Mehr ausländische Interessenten

M&A-Professionals aus Unternehmen und Investmentbanken nehmen, wohl auch unter dem Eindruck mehrerer großer M&A-Deals mit chinesischen Investoren, Käufer aus den Schwellenländern so stark wahr wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Die Unternehmensvertreter stimmten der These, dass Käufer aus den Schwellenländern zurzeit in Deutschland sehr aktiv sind, mit dem Wert 5,67 zu, wobei 10 für vollkommene Zustimmung steht. Das ist eine Steigerung um knapp 15 Prozent im Vergleich zur Oktober-Umfrage und der höchste vergebene Wert seit Juni 2013. Bei den Verantwortlichen aus Banken und Beratungshäusern stieg die Zustimmung zur These im gleichen Zeitraum um 13 Prozent auf den Wert 6,46. „Wir können bestätigen, dass insbesondere chinesische Investoren sehr großes Interesse zeigen“, sagt CMS-Partner Dr. Oliver Wolfgramm. „Bieter aus China rufen zudem hohe Bewertungen und Kaufpreise auf, so dass sich auch in strukturierten Verkaufsprozessen Geduld und Verständnis für spezifische chinesische Besonderheiten auszahlen können.“

Konsolidierung wichtiger Dealtreiber

Für Corporates ist der Wunsch nach schnellerem Wachstum und einem erweiterten Produktportfolio weiterhin der wichtigste Dealtreiber. Doch insbesondere die Branchenkonsolidierung legt in dieser Gruppe als Motivation für M&A-Deals zu und wird um 14 Prozent höher eingeschätzt als noch im Herbst. Berater und Investmentbanker sehen die Branchenkonsolidierung in der aktuellen Befragung sogar als wichtigsten Dealtreiber an. Kommen M&A-Deals nicht zustande, dann liegt es weiterhin am Preis. Für beide befragten Gruppen sind – wie auch schon in der Oktober-Umfrage – divergierende Preisvorstellungen der bedeutendste Dealbreaker. „Die Kaufpreiserwartungen auf Verkäuferseite sind nach wie vor sehr hoch, so dass Verkaufsprozesse für weniger attraktive Targets häufig sehr lange dauern und nicht selten an den zu hohen Kaufpreisvorstellungen scheitern“, bestätigt Dr. Oliver Wolfgramm. „Es ist auch nicht davon auszugehen, dass sich die Vorstellungen der Verkäufer den sich in einigen Branchen eintrübenden konjunkturellen Erwartungen schnell anpassen. Die Schere wird eher weiter auseinandergehen“, ergänzt er.

Red Flag Reports stärker nachgefragt

Nach der Relevanz einzelner rechtlicher Instrumente befragt, geben 18 Prozent der M&A-Verantwortlichen an, dass der ausführliche Due Diligence-Report aus Ihrer Sicht im Vergleich zum Vorjahr an Relevanz verloren hat. Demgegenüber sind risikoorientierte Due Diligence Reports, so genannte Red Flag Reports, deutlich stärker nachgefragt als noch im Vorjahr: 44 Prozent der Befragten bestätigen die These, dass die Relevanz von Red Flag Reports gestiegen ist. „Die Form der Berichterstattung – Red Flag Report oder Long Form Report – darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die identifizierten Red Red Flags häufig intensiv diskutiert werden. Bieter wollen sich gerade angesichts der hohen Kaufpreisvorstellungen gegen Risiken vertraglich schützen und können dies häufig auch durchsetzen“, stellt Dr. Thomas Meyding, Corporate Partner bei CMS Deutschland fest.

Volle Auftragsbücher

Im Hinblick auf das aktuelle Projektaufkommen zeigen sich die befragten M&A-Profis optimistisch. Vor allem bei Häusern mit Schwerpunkt auf kleinere Unternehmen hat es jüngst einen deutlichen Aufschwung gegeben, der zu einer steigenden Auslastung der Gesamtbranche beiträgt. „Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich der Markt entwickelt. Dabei werden die Präsidentschaftswahlen in den USA und auch ein möglicher Brexit sicherlich je nach Ausgang erhebliche Auswirkungen auf den M&A-Markt haben“, glaubt Dr. Thomas Meyding.

(Pressemitteilung CMS vom 02.03.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


M&A, Mergers, Fusion, Übernahme
Meldung

© Tim/Fotolia.com

03.02.2023

Nach Rekordhoch: M&A-Markt im Digital-Commerce-Umfeld normalisiert sich

Einen rekordverdächtigen Start in das Jahr 2022 erlebte der Sektor Digitaler Handel mit 699 registrierten M&A-Deals. Die Deal-Volumina gingen dann aber in den folgenden drei Quartalen zurück: 544 im zweiten Quartal, 451 im dritten Quartal und 473 im vierten Quartal. Dies führte zu einer Gesamtjahreszahl von 2.167 Deals in 2022 und einem Rückgang von neun Prozent gegenüber den 2.370 Deals in 2021. Laut des Digital Commerce M&A-Reports von Hampleton Partners zeigt sich, dass eine „neue Normalität“ eingetreten ist, die sich aber auf höherem Niveau abspielt als vor Covid.

Nach Rekordhoch: M&A-Markt im Digital-Commerce-Umfeld normalisiert sich
Meldung

©aksanakoval / 123rf

02.02.2023

M&A-Markt: Wettbewerbsvorsprung durch Zukäufe

Ungeachtet der schwachen Konjunktur und der hohen Unsicherheit setzen Unternehmen weiterhin auf Zukäufe. Dies hat eine Befragung von weltweit rund 300 M&A-Verantwortlichen im Rahmen des „Global M&A Report 2023“ der Unternehmensberatung Bain & Company ergeben. Danach planen 80%, 2023 gleich viele Transaktionen wie im Vorjahr zu tätigen oder sogar noch mehr. Neben der jüngsten Entwicklung des weltweiten M&A-Geschäfts zeigt der Bain-Report auch auf, wie sich Firmen durch Übernahmen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen können.

M&A-Markt: Wettbewerbsvorsprung durch Zukäufe
Kredit
Meldung

© ferkelraggae/fotolia.com

02.02.2023

KfW-ifo-Kredithürde: Situation am Kreditmarkt wird zusehends ungemütlich

Im Schlussquartal 2022 ist die KfW-ifo-Kredithürde für kleine und mittlere Unternehmen zum dritten Mal in Folge angestiegen. 31,3% der befragten Mittelständler, die sich in Kreditverhandlungen befanden, stufen das Verhalten der Banken als restriktiv ein. Das sind 3,4 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Die Kredithürde für den Mittelstand hat damit zugleich einen neuen Höchststand seit Einführung der aktuellen Befragungsmethodik im Jahr 2017 erreicht.

KfW-ifo-Kredithürde: Situation am Kreditmarkt wird zusehends ungemütlich
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank