10.03.2026

Kapitalmangel treibt Startups ins Ausland

Viele Startups halten das Venture-Capital-Angebot in Deutschland für unzureichend und erwägen deshalb eine Abwanderung ins Ausland.

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Fehlendes Kapital könnte viele Startups aus Deutschland vertreiben. Fast jedes zweite Startup (48 %) plant in diesem Jahr eine Kapitalaufnahme und will dabei im Schnitt 4 Millionen Euro einsammeln. Zugleich überlegt jedes vierte Startup (25 %), Deutschland wegen fehlenden Kapitals zu verlassen, nur 17 % empfinden das Venture-Capital-Angebot hierzulande als ausreichend. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Bitkom Research unter 133 Tech-Startups in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Gefahr für den Startup-Standort Deutschland

„Mit jedem Startup, das Deutschland verlässt, verlieren wir Arbeitsplätze und Wertschöpfung, aber vor allem auch innovative Ideen und Lösungen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Helfen würde eine weitere Stärkung der WIN-Initiative, die Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland bereitstellen will. Wichtig wären außerdem Anreize für institutionelle Investoren, in Venture Capital zu investieren. Mit einer Reform der privaten Altersvorsorge könnten zudem die Versicherten am Erfolg von Startups beteiligt werden, zugleich würde der Kapitalmarkt gestärkt.“

Rund zwei Drittel (64 %) der Startups, die in diesem Jahr Kapital einsammeln wollen, sind überzeugt, dass ihnen die Finanzierung gelingt. 13 % sind skeptisch, weitere 23 % wissen es nicht oder wollen dazu keine Angaben machen.

Venture Capital bleibt für Startups in Deutschland knapp

Bei der Frage, wo das Geld herkommen sollte, haben deutsche Startups eine klare Präferenz. Drei Viertel (74 %) der Gründerinnen und Gründer würden ihren Kapitalbedarf möglichst bei Investoren aus Deutschland befriedigen, für 22 % kommen deutsche Investoren grundsätzlich in Frage und für 5 % nicht. Rund die Hälfte (52 %) bevorzugt Investoren aus anderen EU-Ländern, für 46 % kommen sie in Frage und nur 1 % lehnt sie grundsätzlich ab. Mit deutlichem Abstand folgen die USA: Nur 13 % bevorzugen US-Investoren, für 59 % kommen sie zumindest in Frage, aber 23 % kommen sie nicht in Frage. Schlusslicht ist China. Nur 1 % präferiert chinesische Investoren, für ein Fünftel (21 %) kommen sie in Frage und zwei Drittel (66 %) schließen sie aus. Investoren aus sonstigen Nicht-EU-Ländern werden von 7 % bevorzugt, für zwei Drittel (66 %) kommen sie in Frage und von 17 % werden sie ausgeschlossen.

Für viele Startups ist auch ein künftiger Börsengang eine Option, wobei heimische und ausländische Börsen fast gleichauf liegen: 43 % können sich einen Börsengang in Deutschland vorstellen, 40 % einen Gang an eine ausländische Börse.

(Bitkom vom 09.03.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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