• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Alle Zeichen stehen auf Aufschwung

07.07.2021

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Alle Zeichen stehen auf Aufschwung

Beitrag mit Bild

© kontrastwerkstatt/fotolia.com

Infolge der deutlichen Entspannung der pandemischen Lage stehen die Zeichen im deutschen Mittelstand auf Aufschwung. Das mittelständische Geschäftsklima steigt im Juni um kräftige 6,7 Zähler auf 12,3 Saldenpunkte, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Getragen wird der Anstieg von beiden Geschäftsklimakomponenten: Die Lageurteile klettern um 10,7 Zähler auf 10,5 Saldenpunkte – das ist der zweithöchste jemals beobachtete Anstieg. Lediglich im Aufschwung nach der Finanzkrise gab es einmal noch etwas mehr Schub (April 2010: +11,5 Zähler). Auch ihre Geschäftserwartungen korrigieren die Mittelständler im Juni um 2,8 Zähler spürbar nach oben. Mit jetzt 13,8 Saldenpunkten sind kleinen und mittleren Unternehmen so optimistisch wie nie in den vergangenen gut zehn Jahren.

In den Großunternehmen zieht die Stimmung im Juni ebenfalls an, allerdings wie schon im April und Mai allein getrieben von besseren Urteilen zur aktuellen Geschäftslage (+3,7 Zähler auf 14,4 Saldenpunkte). Demgegenüber halten sich die Geschäftserwartungen der Großunternehmen lediglich knapp auf dem Stand des Vormonats (-0,9 Zähler auf 11,5 Saldenpunkten). Die anhaltende leichte Konsolidierung der Erwartungen auf einem gleichwohl weiterhin hohen und mit dem Mittelstand vergleichbaren Niveau deutet auf fortbestehende Knappheiten bei Vorleistungsgütern und Rohstoffen hin, weswegen die Produktion vor allem in den Industrieunternehmen und im Bau mit der wachsenden Nachfrage einstweilen nur unvollständig Schritt halten kann. Unter dem Strich ergibt sich für die Großunternehmen ein Plus von 1,4 Zählern beim Geschäftsklima auf jetzt 13,1 Saldenpunkte.

Mittelständisches Geschäftsklima macht weiteren Sprung nach oben

Der Blick in die einzelnen nach Wirtschaftsbereichen und Unternehmensgrößenklassen unterteilten Segmente zeigt, dass das Geschäftsklima nun überall positiv ist, also über dem von der Nulllinie repräsentierten langfristigen Durchschnitt liegt. Diejenigen Segmente, die von dem Abbau der coronabedingten Einschränkungen und der Rückkehr des sozialen Lebens am meisten profitieren, berichten die größten Anstiege im Vormonatsvergleich. Dies betrifft laut des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers besonders ausgeprägt die mittelständischen Einzelhändler (+13,8 Zähler auf 17,8 Saldenpunkte) sowie die mittelständischen Dienstleister, die das Gros kontaktintensiver Dienstleistungsangebote aus Kultur, Unterhaltung, Gastgewerbe und den persönlichen Dienstleistungen ausmachen (+11,0 Zähler auf 8,6 Saldenpunkte).

Beschäftigungs- und Preiserwartungen deutlich im Plus

Abgerundet wird das gute Stimmungsbild im Juni von den spezifischen Erwartungen der Unternehmen zur Beschäftigungs- und Absatzpreisentwicklung. So steigen die Beschäftigungserwartungen der Mittelständler um 6,3 Zähler und erreichen mit 14,5 Saldenpunkten sogar ein neues Allzeithoch. Der kräftigste Beitrag zum Anstieg kommt von den Dienstleistern, die nach den weitgehenden Lockerungen der Pandemiemaßnahmen ihr Personal nun wieder aufstocken wollen. Die Beschäftigungserwartungen der Großunternehmen verbessern sich um 4,3 Zähler auf 7,9 Saldenpunkte. Die Absatzpreiserwartungen für die kommenden drei Monate steigen ebenfalls kräftig und erreichen in beiden Unternehmensgrößenklassen neue Rekordstände (Mittelständler: +6,6 Zähler auf 30,7 Saldenpunkte; Großunternehmen: +6,9 Zähler auf 28,1 Saldenpunkte). Die momentan starken kurzfristigen Preiserwartungen in der Breite der Unternehmen sind dabei vor allem eine Gegenbewegung zu der schwachen Preisentwicklung seit Ausbruch der Pandemie und kein Signal langfristiger Risiken für die Preisniveaustabilität.

Wachstumsschub im weiteren Jahresverlauf, Risiko Delta-Variante

Dem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zufolge stehen alle Zeichen auf Aufschwung. Allein schon beim Blick auf das Straßenbild werde klar, dass sich die Umsätze der meisten pandemiebetroffenen Dienstleister deutlich erhöht haben. Was viele Menschen während des langen Corona-Winters vermisst haben, holen sie jetzt nach, stellen die Studienautoren fest. Und Dank der Ersparnisse aus den Zeiten des Lockdowns könne bei vielen das Geld nun lockerer sitzen. Die Industrieunternehmen und der Bau haben ungeachtet des jüngsten Rücksetzers bei den industriellen Auftragseingängen im Mai schon länger keine nennenswerten Absatzprobleme, vielmehr ächzt es wegen Materialengpässen etwas im Getriebe, so die Autoren des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers.

Doch die Engpässe und der Post-Corona-Boom in der Industrie sind zwei Seiten einer Medaille. Bei allen Problemen durch die Materialknappheiten ist es hilfreich sich vor Augen zu führen, dass ein ausgeprägter Nachfrageüberhang vor einem Jahr als äußerst positives Szenario gegolten hätte. Deutschland darf sich nach konjunkturell schwierigem Beginn also auf einen Wachstumsschub im weiteren Jahresverlauf freuen. Entscheidend bleibe es allerdings, mit den wiedergewonnenen Freiheiten verantwortungsvoll umzugehen – auf Seiten des Staates aber auch für jeden einzelnen Menschen. Parallel müsse die Impfkampagne mit hohem Tempo weiter voranschreiten, gerade angesichts der immer mehr um sich greifenden sehr ansteckenden Delta-Variante des Virus, warnen die Studienautoren.

Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist hier abrufbar.

(Pressemitteilung KfW vom 07.07.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©tashatuvango/ fotolia.com

14.07.2026

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief

Die Investitionsbereitschaft deutscher Mittelständler ist so niedrig wie seit Beginn der Erhebung 1995 nicht mehr. Nur noch 52% der Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Das zeigt eine Umfrage der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken unter mehr als 1.000 Firmen. Hohe Kosten bremsen Unternehmen Die Geschäftserwartungen bleiben schwach:

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief
Meldung

©pitinan/123rf.com

14.07.2026

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt

Die staatliche Kaufprämie hat den deutschen Elektroautomarkt im zweiten Quartal deutlich belebt. Mit knapp 208.400 Neuzulassungen wurde ein neuer Quartalsrekord erreicht. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Absatz um 54%. Von dem Wachstum profitieren jedoch vor allem ausländische Hersteller. Deutsche Konzerne wachsen langsamer Die deutschen Autobauer steigerten ihre Elektroverkäufe zwar um 31%, ihr gemeinsamer Marktanteil sank

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt
Meldung

© pichetw/fotolia.com

13.07.2026

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient

Der globale M&A-Markt hat das erste Halbjahr 2026 als Spiel zweier Hälften erlebt: Auf einen rekordverdächtigen Start folgte im zweiten Quartal ein spürbarer Rückgang. Das zeigt der aktuelle Quarterly Deal Performance Monitor (QDPM) von WTW, der in Zusammenarbeit mit dem M&A Research Centre der Bayes Business School erstellt wird. Auf Basis der Aktienkursentwicklung schnitten Käuferunternehmen,

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)