• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Durststrecke hält an

21.09.2023

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Durststrecke hält an

Deutschland tritt nach der leichten technischen Rezession im zurückliegenden Winterhalbjahr und der Stagnation im Frühling konjunkturell seit geraumer Zeit auf der Stelle.

Beitrag mit Bild

© Eisenhans / fotolia.com

Die schlechte Stimmung unter den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland hält an, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Ihr Geschäftsklima sinkt im August auf -18,7 Saldenpunkte (-2,9 Zähler) und damit auf den niedrigsten Wert seit den akuten Energiesorgen im Oktober letzten Jahres. Wie bereits im Juli geben die Geschäftslageurteile des Mittelstands stärker nach als die Geschäftserwartungen.

Die Lagebewertungen fallen deutlich um 4,5 Zähler auf -10,6 Saldenpunkte. Die Realwirtschaft spürt wohl zunehmend die geldpolitische Straffung, während der durch die Inflation ausgelöste Kosten- und Preisdruck langsam zurückgeht. Die Geschäftserwartungen sinken um 1,5 Zähler auf -26,3 Saldenpunkte.

Schlechte Stimmung in allen Branchen

Im August sind die Mittelständler aller Hauptwirtschaftsbereiche schlechter gestimmt als im Vormonat. Mit -0,3 Zählern am geringsten ist die Eintrübung des Geschäftsklimas im Einzelhandel, es steht nun bei -17,3 Saldenpunkten. Das Dienstleistungsklima verliert 6,4 Zähler auf -12,1 Saldenpunkte. Deutlich frostiger zeigt sich das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe (-3,4 Zähler auf -24,8 Saldenpunkte), im Bau (-3,0 Zähler auf -24,6 Saldenpunkte) und im Großhandel (-1,3 Zähler auf -30,1 Saldenpunkte).

Bei den Großunternehmen kühlt die Stimmung, nachdem sie sich im Vormonat stabil gezeigt hatte, stark ab. Ihr Geschäftsklima verliert im August 3,5 Zähler und notiert jetzt bei – 29,1 Saldenpunkten, deutlich niedriger als im Mittelstand. Während die Lageurteile der Großunternehmen genauso stark nachgeben wie im Mittelstand (- 4,5 Zähler auf – 22,4 Saldenpunkte), fällt die Abwärtskorrektur der Erwartungen im August kräftiger aus (- 2,7 Zähler auf – 35,3 Saldenpunkte). „Deutschland tritt nach der leichten technischen Rezession im zurückliegenden Winterhalbjahr und der Stagnation im Frühling konjunkturell nun schon seit geraumer Zeit auf der Stelle und auch die Durststrecke beim Geschäftsklima verlängert sich um einen weiteren Monat – dem vierten in Folge“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Grund zur Hoffnung

„Aber es gibt Grund zu vorsichtiger Hoffnung: Die merklich steigenden Löhne, die angesichts des Fachkräftemangels wohl nahezu stabile Beschäftigung und die rückläufige Inflationsrate dürften künftig dem Konsum neue Anreize liefern und gleichzeitig die Bremseffekte gestiegener Finanzierungskosten dämpfen. Für die Industrie bleibt die Situation dagegen weiter schwierig, obwohl dort noch immer ein kräftiges Auftragspolster vorhanden ist. Alles in allem wird sich die Wirtschaft wohl nur in Tippelschritten aus dem breiten Konjunkturtal herausarbeiten können. Nach dem ungünstigen Jahresstart gehe ich davon aus, dass das deutsche BIP trotz der für die kommenden Monate erwarteten konsumgetriebenen Stabilisierung im Gesamtjahr 2023 um 0,4 % sinken wird. Erst 2024 dürfte es wieder wachsen, der neuen Sommerprognose von KfW Research zufolge um moderate 0,8 %.“

(KfW vom 19.09.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

©tashatuvango/ fotolia.com

14.07.2026

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief

Die Investitionsbereitschaft deutscher Mittelständler ist so niedrig wie seit Beginn der Erhebung 1995 nicht mehr. Nur noch 52% der Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Das zeigt eine Umfrage der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken unter mehr als 1.000 Firmen. Hohe Kosten bremsen Unternehmen Die Geschäftserwartungen bleiben schwach:

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief
Meldung

©pitinan/123rf.com

14.07.2026

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt

Die staatliche Kaufprämie hat den deutschen Elektroautomarkt im zweiten Quartal deutlich belebt. Mit knapp 208.400 Neuzulassungen wurde ein neuer Quartalsrekord erreicht. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Absatz um 54%. Von dem Wachstum profitieren jedoch vor allem ausländische Hersteller. Deutsche Konzerne wachsen langsamer Die deutschen Autobauer steigerten ihre Elektroverkäufe zwar um 31%, ihr gemeinsamer Marktanteil sank

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt
Meldung

© pichetw/fotolia.com

13.07.2026

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient

Der globale M&A-Markt hat das erste Halbjahr 2026 als Spiel zweier Hälften erlebt: Auf einen rekordverdächtigen Start folgte im zweiten Quartal ein spürbarer Rückgang. Das zeigt der aktuelle Quarterly Deal Performance Monitor (QDPM) von WTW, der in Zusammenarbeit mit dem M&A Research Centre der Bayes Business School erstellt wird. Auf Basis der Aktienkursentwicklung schnitten Käuferunternehmen,

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)