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10.05.2021

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Kleine und mittlere Unternehmen schlagen sich wacker

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© kontrastwerkstatt/fotolia.com

Die anhaltende Corona-Pandemie erfordert weiterhin strikte Eindämmungsmaßnahmen und bis zu einer Immunisierung der breiten Bevölkerung ist es trotz der Fahrt aufnehmenden Impfkampagne noch ein langer Weg. Andererseits erholt sich die Weltwirtschaft spürbar, angetrieben von den Schwergewichten USA und China. In diesem von widersprüchlichen Signalen geprägten Umfeld schlagen sich die mittelständischen Unternehmen in Deutschland wacker, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Das Geschäftsklima im Mittelstand nimmt im April um 1,4 Zähler auf -0,3 Saldenpunkte und damit das dritte Mal in Folge zu.

Die Urteile zur Geschäftslage klettern dabei um 1,3 Zähler auf -4,2 Saldenpunkte. Die Geschäftserwartungen legen um +1,7 Zähler zu und erreichen mit nun 3,3 Saldenpunkten den höchsten Stand seit zwei Jahren.

Mittelständisches Geschäftsklima steigt im April zum dritten Mal in Folge

Auch in den Großunternehmen zieht die Stimmung im April laut des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers weiter an, wenn auch nur schwach (+0,3 Zähler auf 6,9 Saldenpunkte). Treiber sind diesmal ausschließlich die besseren Urteile zur aktuellen Geschäftslage, die um 6,8 Zähler auf 4,8 Saldenpunkte steigen und damit erstmals seit Juni 2019 wieder die Nulllinie übertreffen. Die Erwartungen der Großunternehmen geben um fast ebenso deutliche 6,2 Zähler auf jetzt 13,9 Saldenpunkte nach. Angesichts der rekordnahen Verbesserung der Erwartungen um mehr als 14 Zähler auf ein Zehnjahreshoch im Vormonat ist dies als Konsolidierung zu betrachten, bei der angebotsseitige Produktionshemmnisse aufgrund von Engpässen bei wichtigen Vorleistungsgütern wie etwa Halbleitern eine Rolle gespielt haben dürften, so die Autoren des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers.

Verbesserungen sowohl bei Geschäftslage als auch bei Erwartungen

Der Blick in die Branchen zeigt, dass aktuell vor allem Unternehmen mit ausgeprägter Orientierung auf die internationalen Märkte hinsichtlich des Geschäftsklimas vorn liegen. Sie profitieren besonders vom Aufschwung der Weltwirtschaft. Demnach führt das exportstarken Verarbeitenden Gewerbe die Stimmungstabelle im April mit großem Abstand an: In der mittelständischen Industrie klettert das Geschäftsklima um 3,8 Zähler auf 10,6 Saldenpunkte und in der Großindustrie um 1,5 Zähler auf 21,3 Saldenpunkte. Die globale wirtschaftliche Belebung zieht zudem die Großhandelsunternehmen nach oben. (Mittelständler: +2,3 Zähler auf 1,8 Saldenpunkte; Großunternehmen: +5,5 Zähler auf 9,3 Saldenpunkte). In den Binnenbrachen sind die Stimmungssignale im April gemischt. Erfreulich ist die anhaltende Aufhellung des Geschäftsklimas im Einzelhandel trotz fortbestehender Einschränkungen (Mittelständler: +3,8 Zähler auf -3,9 Saldenpunkte; Großunternehmen: +3,8 Zähler auf -5,0 Saldenpunkte). Auf ohnehin unterdurchschnittlichem Niveau rückläufig ist die Stimmung hingegen bei den Dienstleistungen (Mittelständler: -2,4 Zähler auf -14,0 Saldenpunkte; Großunternehmen -0,4 Zähler auf -3,1 Saldenpunkte). Im Bauhauptgewerbe, das ähnlich wie die Industrie über Engpässe bei Vorleistungsgütern klagt, geht die Stimmung im April ebenfalls nach unten (Mittelständler: -1,4 Zähler auf 7,5 Saldenpunkte; Großunternehmen: -2,1 Zähler auf -1,7 Saldenpunkte).

Hoffnung auf Aufschwung in zweiter Jahreshälfte wächst

Das mittelständische Geschäftsklima steigt im April zum dritten Mal in Folge, was nach der altbekannten Daumenregel den Beginn eines Aufschwungs signalisiert, stellen die Studienautoren fest. Die Unternehmen würden hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, immer mehr von ihnen würden auf eine erfolgreiche Eindämmung der Pandemie setzen und auf einen Aufschwung im späteren Jahresverlauf. Die Chancen dafür, dass diese Hoffnung sich erfüllt, stehen laut der KfW-ifo-Experten gut – wenn die Neuinfektionen konsequent eingedämmt werden und das Impftempo weiter zunimmt. Deutschland könnte dann im zweiten Halbjahr dank Nachholeffekten bei den bislang untersagten Dienstleistungen und im Handel einen kräftigen Wachstumsschub sehen. In der Industrie ist die Auftragslage laut des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers bereits jetzt blendend.

Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist hier abrufbar.

(Pressemitteilung KfW vom 10.05.2021)


Redaktion

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