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22.06.2026

KI bringt Geschäftsmodelle der Softwarebranche ins Wanken

KI ist nicht nur eine technische Entwicklung, sondern verändert auch die wirtschaftliche Grundlage der Softwarebranche.

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©putilov_denis/fotolia.com

Die Softwarebranche muss sich auf tiefgreifende Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle einstellen. Weil KI-Agenten zunehmend selbst Arbeit verrichten und nicht mehr nur als Werkzeug bedient werden, verschiebt sich, wofür Kundinnen und Kunden zu bezahlen bereit sind. Statt Entwicklungsstunden oder pauschaler Lizenzen werden künftig verstärkt messbare Ergebnisse wie behobene Sicherheitslücken oder gelöste Tickets abgerechnet. Das ist eine zentrale Beobachtung des heute veröffentlichten Studienberichts „Softwarewelt 2036“, für den der Digitalverband Bitkom Führungskräfte aus der Software- und IT-Branche befragt hat.

„Die KI-Revolution setzt auch in der Softwarebranche erprobte Erlösmodelle unter Druck. Wenn ein KI-Agent die Arbeit mehrerer Menschen übernimmt, lässt sich der Aufwand nicht mehr glaubwürdig nach Köpfen oder Stunden in Rechnung stellen“, sagt Felix Ansmann, Bereichsleiter Software & IT-Services beim Bitkom. „Gleichzeitig achten Kunden und Kundinnen beim Einkauf von KI-Lösungen immer stärker darauf, was sie tatsächlich für ihr Geld bekommen. Wer diesen Wert nicht messbar machen kann, wird ebenfalls unter Druck geraten.“

Neue Chancen für deutsche und europäische Anbieter?

Nach Ansicht der Expertinnen und Experten bieten die Veränderungen auch Chancen für deutsche und europäische Anbieter, wenn Compliance und Datensouveränität zum Verkaufsargument werden. Anbieter, die Nachvollziehbarkeit, Auditierbarkeit und europäische Datenhaltung von Beginn an mitliefern, können sich damit von Wettbewerbern absetzen. Zugleich gewinnt Branchenkenntnis an Bedeutung. Wer Expertise in bestimmten Sektoren und Domänen hat und diese für und mit KI nutzbar macht, wird sich mittelfristig nicht von generalistischer KI verdrängen lassen. „Angesichts der rasanten Fortschritte großer KI-Modelle kann sich aber niemand auf vermeintlich exklusivem Wissen ausruhen“, so Ansmann.

Weitere Themen des Berichts sind unter anderem die veränderten Kompetenzanforderungen an Beschäftigte, die wachsende Bedeutung vernetzter Plattformen und Ökosysteme gegenüber einzelnen Software-Produkten sowie konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik. So plädieren die Befragten etwa für eine schlankere, ergebnisorientierte Regulierung und den Aufbau eigener europäischer KI-Infrastruktur.

Zum Hintergrund

Der Bericht „Softwarewelt 2036“ beruht auf qualitativen Interviews mit Führungskräften aus Unternehmen rund um Software-Dienstleistung und Software-Produkten, internen IT-Abteilungen und angrenzenden Bereichen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, sondern geben die Einschätzungen und Erfahrungen der Befragten wieder.

(Bitkom vom 22.06.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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