27.12.2024

KI-Studie zeigt Verschiebung des Fokus

Der Fokus der erwarteten Vorteile von KI verschiebt sich von Produktivitätssteigerungen hin zu verbesserten Kundenbeziehungen und mehr Innovationen.

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peshkova/123rf.com

Die Anforderungen an Künstliche Intelligenz ändern sich messbar: Deutlich weniger Unternehmen als bisher fokussieren sich hierzulande auf reine Effizienzsteigerung durch KI. Waren es vor einem Jahr noch 67 % der Befragten, sind es aktuell nur noch 45 %. Auch bei den Kosteneinsparungen rechnen lediglich 29 % mit signifikanten Vorteilen, vier %punkte weniger als zuvor. Dafür soll die neue Technologie nun mehr Ideen und Erkenntnisse liefern: Für nahezu jedes dritte Unternehmen (29%) ist die Bedeutung von KI für die Förderung von Innovationen und strategischen Entscheidungen entscheidend. Das sind deutlich mehr als noch vor knapp einem Jahr (17%), und es spricht für eine Verbesserung der Innovationskultur in deutschen Unternehmen, so die jüngste Deloitte-Umfrage „State of GenAI in the Enterprise (Q3)„, für die weltweit über 2770 (Deutschland: 150) Unternehmen befragt wurden.

„Unternehmen in Deutschland waren bisher extrem auf unmittelbare Effizienz fokussiert“, erklärt Dr. Björn Bringmann, Managing Director des Deloitte AI Institute. „Die Technologie wird aber inzwischen besser verstanden und kompetenter wie auch zielgerichteter eingesetzt, etwa für komplexere Use Cases im Bereich Wachstum und Innovation.“ Diese seien schwieriger umzusetzen, versprächen aber auch eine höhere Rendite, so Bringmann. Der Fokus auf betriebliche Effizienz schaffe die Voraussetzungen für einen strategischeren Einsatz von KI: „Die Firmen sollten ihren Blick nun mehr auf Innovation und Wachstum richten – da liegt der große Mehrwert von Künstlicher Intelligenz.“

Unternehmen holen bei Umsetzung und Ausstattung stark auf

Beachtliche 23 % der Unternehmen in Deutschland konnten mehr als die Hälfte ihrer Experimente mit generativer KI in die Produktion überführen, was deutlich über dem globalen Durchschnitt liegt (16%). Gleichzeitig haben 74 % der Organisationen ihre Investitionen in Cloud-Lösungen erhöht, um eine solide Datenbasis für zukünftige KI-Initiativen zu schaffen. Einen Bedeutungszuwachs verzeichnete auch der Fokus auf Kundenbeziehungen, der um vier Prozentpunkte auf 23 % anstieg.

Die Talentakquise gewinnt ebenfalls an Bedeutung, 35 % der Befragten sehen beim Mangel an Talenten einen wesentlichen Hemmschuh für Wachstum durch KI: „Erst funktionierende Talentakquise und effektive Mitarbeiterschulung stellt sicher, dass das für den Einsatz neuer Technologien erforderliche Know-how verfügbar ist und die Fähigkeiten der KI voll ausgeschöpft werden können. Das gilt auch für die Führungskräfte: Ein umfassendes Technologieverständnis ist notwendig, um die richtigen strategischen Entscheidungen in diesem Wachstumsfeld zu treffen“, so Bringmann.

Tiefe KI-Integration ist das Erfolgsrezept

Neben dem Thema Talente bleibt auch das Datenmanagement ein kritischer Bereich, hier belegen hiesige Unternehmen den vorletzten Platz unter allen Ländern: Nur 33 % der Befragten halten sich hierzulande für sehr gut vorbereitet – deutlich weniger als im globalen Durchschnitt (41%). „In diesen Disziplinen müssen Unternehmen deutlich zulegen, wenn sie das volle Potenzial der KI-Technologien ausschöpfen wollen“, so Bringmann.

Als Schlüsselfaktor für die Wertschöpfung gilt laut Befragung die Einbettung von Künstlicher Intelligenz in Kernprozesse, 22 % der Befragten bezeichnen sie als die wichtigste Maßnahme. „Dieser hohe Wert unterstreicht die zentrale Rolle der KI-Integration bei der Erzielung sinnvoller und nachhaltiger Auswirkungen auf das Geschäft“, sagt Bringmann. „Ist der Einstieg einmal gelungen, nimmt die Dynamik schnell zu.“ Vielen Unternehmen sei das bewusst, fast drei Fünftel der Befragten wollen aufgrund der bisher durch den Einsatz von KI gemachten Erfahrungen künftig noch stärker in KI investieren.

(Deloitte vom 18.12.2024 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

 


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