• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • KMUs melden schlechtere Aussichten für den Zugang zu Außenfinanzierungsmitteln wegen Covid-19

15.05.2020

KMUs melden schlechtere Aussichten für den Zugang zu Außenfinanzierungsmitteln wegen Covid-19

Beitrag mit Bild

© MK-Photo/fotolia.com

KMUs geben laut einer aktuellen Umfrage eine rapide Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds im Zusammenhang mit Covid-19 an. Die Eintrübung der Wirtschaftsaussichten und Finanzlage der KMUs wirken sich äußerst negativ auf die Verfügbarkeit von Finanzmitteln aus.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) im Euro-Währungsgebiet gaben in der jüngsten jüngsten Umfrage über den Zugang von Unternehmen zu Finanzmitteln (SAFE) der Europäischen Zentralbank (EZB) per saldo einen Umsatzrückgang an (−2 % nach 20 % in den vorangegangenen sechs Monaten). Erstmals seit Anfang 2014 wurde in der zweimal im Jahr durchgeführten Erhebung ein derartiger Einbruch verzeichnet. Die Unternehmen meldeten zudem länder- und sektorübergreifend per saldo eine drastische Verringerung der Gewinne (−15 % nach −1 % in der vorherigen Umfrage). Die Befragung bezog sich auf den Zeitraum von Oktober 2019 bis März 2020.

Die größten Sorgen bereitete den KMUs im Eurogebiet weiterhin der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften (was 24 % der Befragten angaben nach vormals 28 %), gefolgt von Schwierigkeiten bei der Kundenakquise (21 %, verglichen mit 22 %).

Was den Zugang zu Finanzmitteln anbelangt, blieb der Saldo der KMUs, die eine bessere Verfügbarkeit von Bankkrediten meldeten, zwar im positiven Bereich, sank jedoch von 10 % auf 5 % in der aktuellen Umfrage. Als Grund wurde die Kreditvergabebereitschaft der Banken angeführt (11 % gegenüber 14 %). Erstmals seit September 2014 sahen die KMUs im Euroraum jedoch ihre eigene finanzielle Situation als Hindernis für ihren Zugang zu Finanzmitteln (−18 % nach 5 %). Außerdem wurde mit einem seit März 2013 nicht mehr verzeichneten Saldo die Auffassung vertreten, dass sich die allgemeinen Wirtschaftsaussichten äußerst negativ auswirken (−30 % nach −13 %).

Die Antworten der KMUs zur erwarteten Verfügbarkeit von Außenfinanzierungsmitteln sind hilfreich, um die möglichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf kurze Sicht einzuschätzen. Per saldo geht aus den Antworten hervor, dass die Erwartungen bezüglich der Verfügbarkeit von Bankkrediten im Eurogebiet deutlich gesunken sind (−11 % gegenüber 4 %), wobei der Rückgang in den einzelnen Ländern unterschiedlich stark ausfällt. So meldeten die italienischen KMUs entsprechend dem Ausmaß der Covid-19-Pandemie in den verschiedenen Staaten per saldo die stärkste Verschlechterung (−13 % nach 9 %), gefolgt von französischen und spanischen Unternehmen (−9 % bzw. −12 % im Vergleich zu 8 % bzw. −1 %).

Die aktuelle Erhebung enthielt zwei zusätzliche Fragen: eine zu den wichtigsten Einflussfaktoren für die Preissetzung und eine zu den erwarteten Auswirkungen dieser Faktoren auf die Preise der Waren und Dienstleistungen, die von den KMUs in den nächsten zwölf Monaten hergestellt werden. Als wichtigste Faktoren nannten die KMUs im Euroraum die erwartete Nachfrage nach ihren eigenen Produkten und die Arbeitskosten, gefolgt von sonstigen Inputpreisen, den Preisen der Mitbewerber und den Marktanteilen. Mit Blick auf die Zukunft rechnen sie weiterhin mit einem verhaltenen Preisdruck.

(Pressemitteilung Deutsche Bundesbank vom 08.05.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©tstockwerkfotodesign/de.123rf.com

09.06.2026

Die Regulierung von ESG-Ratingagenturen kommt

Ab dem 02.07.2026 werden ESG-Ratingagenturen, die im Gebiet der Europäischen Union tätig sind, erstmals einem Regulierungsrahmen (Verordnung (EU) 2024/3005) und der Aufsicht durch die ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde) unterstellt, die bereits für die Aufsicht über Kreditratingagenturen zuständig ist. Diese Entwicklung definiert die Spielregeln des ESG-Marktes neu. Ein Wendepunkt für die Glaubwürdigkeit von ESG Dieser

Die Regulierung von ESG-Ratingagenturen kommt
Meldung

© kritchanut/fotolia.com

08.06.2026

Europas M&A-Markt zieht wieder an

Europas M&A- und Private-Equity-Markt startet mit deutlich größeren und selektiveren Transaktionen ins Jahr 2026 und gewinnt wieder an Dynamik. Nach mehreren Jahren hoher Zinsen, geopolitischer Unsicherheiten und zurückhaltender Finanzierungsmärkte mehren sich die Anzeichen für eine Belebung. Gleichzeitig zeigt sich: Die aktuelle Erholung verläuft deutlich selektiver und komplexer als frühere Marktzyklen. Zu diesem Ergebnis kommt der

Europas M&A-Markt zieht wieder an
Meldung

© Denis Junker / fotolia.com

04.06.2026

Zahlungsverzug setzt Unternehmen unter Druck

Späte Zahlungen und steigende Forderungsausfälle setzen deutsche Unternehmen unter Druck. Die schwache Konjunktur verschärft die Situation – mit direkten Folgen für Liquidität und Lieferketten. Das aktuelle Atradius-Zahlungsbarometer für Deutschland zeichnet ein besorgniserregendes Bild der wirtschaftlichen Lage. „Während sich die Kreditbedingungen der Banken in ganz Westeuropa verschärfen, ist der Druck auf deutsche Unternehmen aufgrund ihrer starken

Zahlungsverzug setzt Unternehmen unter Druck
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)