• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Komplexe Vorschriften und mangelnde Ressourcen bremsen Wärmewende

14.04.2025

Komplexe Vorschriften und mangelnde Ressourcen bremsen Wärmewende

Mehr als die Hälfte der Energieversorgungsunternehmen in Deutschland hält die gesetzlichen Ziele zur Dekarbonisierung des Wärmemarktes bis 2045 für unrealistisch.

Beitrag mit Bild

©pitinan/123rf.com

Die Dekarbonisierung des Wärmemarktes ist ein zentraler Baustein, um bis 2045 Treibhausgasneutralität in Deutschland zu erreichen. Mehr als die Hälfte der deutschen Stadtwerke und Energieversorger (62%) hält den Zeitplan für die Realisierung der Klimaziele für zu ambitioniert. Das geht aus einer aktuellen Deloitte-Umfrage hervor. Nur gut ein Viertel der Energieversorger (28%) befindet sich bereits in der Umsetzung der Wärmewende. Die Hälfte der Unternehmen hat noch keine Langfristplanung bis 2040/45 vorliegen.

Unklare Finanzierung und Fachkräftemangel hemmen die Wende

Für die Umstellung ihres Geschäftsmodells mangelt es den Stadtwerken und Energieversorgern sowohl an personellen als auch an finanziellen Ressourcen. Eine deutliche Mehrheit (88%) sieht hier Handlungsbedarf. Fast zwei Dritteln der Befragten (64%) ist noch unklar, wie der notwendige Kapitalbedarf für die Umsetzung der Wärmewende insgesamt aufgebracht werden soll. Ebenfalls 64 % können zwar die notwendigen Finanzmittel für die Transformation ableiten, doch nur 5 % haben diese bereits gesichert. Mehr als ein Drittel (37%) hat außerdem bisher keine konkreten Maßnahmen ergriffen, um die Finanzierung sicherzustellen. Um die Wärmewende zu beschleunigen, befürwortet die Mehrheit der Energieversorger (54%) den Aufbau einer eigenständigen Wärmeorganisation. Mit Blick auf die künftige Marktentwicklung erwarten 79 % eine niedrige bis mittlere Konsolidierung der Stadtwerkelandschaft.

Handlungsfähigkeit der Energieversorger leidet unter komplexen Rahmenbedingungen

72 % der Befragten geben an, dass sich die Rahmenbedingungen insgesamt verbessern müssen, damit die Transformation gelingen kann. Die Mehrheit (66%) sieht im Vergleich zu 2023 keine Veränderung bei den regulatorischen Rahmenbedingungen. Gut ein Viertel (25%) nimmt sogar eine Verschlechterung wahr. „Die Notwendigkeit der Wärmewende und das Ziel der Klimaneutralität stehen für die kommunalen Energieversorger außer Frage“, sagt Dr. Andreas Langer, Partner bei Deloitte und Experte für den Energiesektor. „Um die Transformation erfolgreich zu gestalten, müssen Genehmigungsverfahren beschleunigt und der regulatorische Rahmen pragmatisch weiterentwickelt werden.“

(Deloitte vom 08.04.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

©pixbox77/fotolia.com

08.04.2026

Mehr als jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte des Klimawandels

Mehr als jedes fünfte Unternehmen (21 %) in Deutschland sieht sich bereits von negativen Folgen des Klimawandels betroffen. Das sind rund 800.000 Unternehmen. Besonders große Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz leiden unter den mannigfaltigen Auswirkungen der Erderwärmung: 74 % von ihnen geben an, zumindest teilweise von negativen Konsequenzen betroffen zu sein. Unter den größeren

Mehr als jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte des Klimawandels
Meldung

©EtiAmmos/fotolia.com

08.04.2026

Zahlreiche Branchen durch Lieferketten-Probleme in prekärer Lage

Die Störung der globalen Lieferketten beeinträchtigt Deutschlands Wirtschaft. Krisen, wie die faktisch gesperrte Straße von Hormus im Zuge des Iran-Krieges oder die Vorherrschaft Chinas bei Seltenen Erden, haben gravierende Folgen für die Versorgung der deutschen und europäischen Unternehmen mit Rohstoffen, Energie und Technologie. „Der Iran-Krieg ist ein Bremsklotz für den Aufschwung, der durch sinkende Zinsen

Zahlreiche Branchen durch Lieferketten-Probleme in prekärer Lage
Meldung

© moomsabuy/fotolia.com

07.04.2026

Nahost-Krieg bremst weltweiten IPO-Markt

Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr 2026 führten neue geopolitische Spannungen und der weltweite Anstieg der Energiepreise zu einem deutlichen Rückgang auf dem IPO-Markt: Die Zahl der Börsengänge schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 % und lag mit 230 auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Zuletzt waren im zweiten Quartal des COVID-Jahres 2020 mit 195

Nahost-Krieg bremst weltweiten IPO-Markt
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)