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16.05.2023

Konjunkturelle Grunddynamik: Schwacher Ausklang zum Winterhalbjahr

Die konjunkturelle Grunddynamik hat sich zuletzt spürbar abgeschwächt: Wichtige Indikatoren weisen am aktuellen Rand deutliche Rückgänge auf, die nur zum Teil eine Gegenbewegung zu den zuvor deutlichen Anstiegen darstellen dürften.

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© Eisenhans / fotolia.com

Die Konjunktur hat zum Ende des Winterhalbjahrs 2022/23 einen spürbaren Dämpfer hinnehmen müssen, zeigt der Überblick über die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 2023 des Bundeswirtschaftsministeriums.

„Harte“ Indikatoren wie Auftragseingänge und Industrieproduktion, die sich zu Jahresbeginn deutlich erholt hatten, wiesen im März kräftige Rückgänge auf. Gerade auch in gesamtwirtschaftlich wichtigen Bereichen wie dem Maschinenbau, der Kfz-Produktion oder den energieintensiven Wirtschaftszweigen kam es zu spürbaren Rückgängen bei der Produktion. Auch die Bauindustrie, die sich zu Jahresbeginn zum Teil auch infolge von günstigen Witterungsbedingungen spürbar belebt hatte, wies am aktuellen Rande eine deutliche Abschwächung auf. Die schwache Entwicklung der Einzelhandelsumsätze, die in preisbereinigter Rechnung zuletzt auch im März spürbar rückläufig waren, zeigen die noch durch Kaufkraftverluste gedämpfte Entwicklung des privaten Konsums an. Auch die Impulse seitens der Außenwirtschaft ließen im März spürbar nach: Es kam zu einem deutlichen Rückgang der Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen.

Starke Schwankungen und hohe Revisionsanfälligkeit

Der zuletzt bei vielen Konjunkturindikatoren zu beobachtendem uneinheitlichem Verlauf mit starken Schwankungen und hoher Revisionsanfälligkeit ist an konjunkturellen Wendepunkten nicht ungewöhnlich; dies erschwert allerdings die Interpretation der wirtschaftlichen Lage. Die Entwicklung der Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Geschäftsklimaindex, dem GfK-Konsumklima oder auch dem S&P-Einkaufsmanagerindex deuten nach dem schwachen Winterhalbjahr nach wie vor auf eine wirtschaftliche Belebung im weiteren Jahresverlauf hin. Weitere Erkenntnisse des BMWK:

  • Die konjunkturelle Grunddynamik hat sich zuletzt spürbar abgeschwächt: Wichtige Indikatoren weisen am aktuellen Rand deutliche Rückgänge auf, die nur zum Teil eine Gegenbewegung zu den zuvor deutlichen Anstiegen darstellen dürften.
  • Bei der Industrieproduktion ist es nach zwei schwungvollen Vormonaten im März zu Rückprall-Effekten gekommen. Die Auftragseingänge verzeichneten im März die stärkste Abnahme seit der Hochphase der Corona-Pandemie im April 2020. Die Stimmung in den Unternehmen hellte sich indes zum sechsten Mal in Folge auf.
  • Die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) verringerten sich im März erneut. Die Stimmung unter den Verbrauchern dürfte ihre Erholung in den kommenden Monaten fortsetzen, auch wenn die nach wie vor hohe Inflationsrate belastet.
  • Die Inflationsrate ging im März auf +7,2 % zurück. Maßgeblich für den leichten Rückgang (März: +7,4 %) war ein nachlassender Preisdruck bei Nahrungsmitteln, die im Vorjahrsvergleich allerdings immer noch eine hohe Dynamik aufweisen.
  • Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt bleibt vorerst verhalten. Die registrierte Arbeitslosigkeit stieg im April saisonbereinigt etwas an, allerdings spielen hier auch die Osterferien eine Rolle. Die Arbeitsnachfrage kühlte ausweislich der IAB-Stellenerhebung im ersten Quartal etwas ab, liegt aber immer noch auf hohem Niveau. Die Erwerbstätigkeit legte im ersten Quartal kräftig zu.
  • Im Januar und Februar 2023 lag die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen lt. amtlicher Statistik rund 20 % über den jeweiligen Monatswerten des Vorjahres. Aktuelle Frühindikatoren deuten auf eine ähnliche Dynamik in den nächsten Monaten hin, eine weitere Verschärfung des Insolvenzgeschehens ist derzeit jedoch nicht in Sicht.
  • Die derzeit zu beobachtenden hohen Schwankungen und Revisionsanfälligkeit sowie die zum Teil widersprüchlichen Signale der Indikatoren sind an konjunkturellen Wendepunkten nicht ungewöhnlich. Stimmungsindikatoren deuten nach dem schwachen Winterhalbjahr aber eine wirtschaftliche Erholung im weiteren Jahresverlauf an.

(BMWK vom 15.05.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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