18.06.2025

Konzerne weltweit bremsen bei F&E-Budgets

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten steigerten die 500 forschungsstärksten Unternehmen weltweit 2024 ihre F&E-Ausgaben um 6 %, angeführt von US-Konzernen.

Beitrag mit Bild

©ra2 studio/fotolia.com

Inmitten globaler Unsicherheiten investieren Unternehmen weiterhin kräftig in Innovation (F&E). Eine neue EY-Studie zeigt, dass die weltweit forschungsstärksten Unternehmen ihre Budgets erneut erhöht haben – wenn auch moderater als im Vorjahr.

Weltweit steigende F&E-Ausgaben trotz Umsatzdämpfer

Laut EY-Studie erhöhten die 500 umsatzstärksten Unternehmen mit den höchsten F&E-Budgets ihre Investitionen 2024 um 6 %, obwohl der Umsatz lediglich um 3 % zulegte. In Europa war der Kontrast besonders ausgeprägt: Trotz eines Umsatzrückgangs von 2 % stiegen die F&E-Ausgaben dort um 5 %.

US-Konzerne dominieren – europäische Unternehmen mit Nachholbedarf

Die USA stellen mit 135 Unternehmen den Großteil der Top-Investoren, gefolgt von Japan (93), China (89) und Deutschland (31). Deutsche Unternehmen sind seit 2020 von 34 auf 31 Vertreter geschrumpft. US-Konzerne investierten mit 524 Mrd. US-Dollar am meisten, europäische Unternehmen kamen auf 229 Mrd. Euro. Die F&E-Intensität liegt in den USA bei 7,7 %, in Europa bei 5,7 %, Deutschland bei 5,5 %.

Amazon führt mit knapp 82 Mrd. Euro das Ranking der höchsten Innovationsbudgets an, gefolgt von Alphabet (45,6 Mrd. Euro) und Meta (40,5 Mrd. Euro). Zwei europäische Unternehmen (Volkswagen (18 Mrd. Euro) und Roche (16,1 Mrd. Euro)) finden sich ebenfalls unter den Top Ten.

Pharmaunternehmen weisen mit 16,5 % die höchste F&E-Intensität auf; nordamerikanische Konzerne liegen dabei leicht vor europäischen. In der Automobilbranche investieren europäische Hersteller mit 5,5 % ihres Umsatzes deutlich mehr als ihre Pendants in Asien und Nordamerika (je 4,0 %).

Mehr F&E = mehr Gewinn?

Ein klarer Zusammenhang zeigt sich bei der EBIT-Marge: Unternehmen mit überdurchschnittlichen F&E-Investitionen erzielen im Schnitt 15,4 %, während weniger investierende Firmen bei 10,0 % liegen. Besonders in der IT-Branche ist der Unterschied eklatant (21,3 % vs. 8,7 %).

EY-Chef Henrik Ahlers beobachtet ein Umdenken: Unternehmen setzen vermehrt auf effizientere Innovationsstrukturen statt bloß steigende Budgets. Vorbilder sind insbesondere agile chinesische Unternehmen. Auch Kooperationen mit Startups und Technologiekonzernen gewinnen an Bedeutung.

KI als Innovationsmotor

Künstliche Intelligenz gilt laut Ahlers als „Gamechanger“: Sie beschleunigt Prozesse, senkt Kosten und hilft gerade deutschen Industriekonzernen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Investitionen in F&E bleiben damit nicht nur ein Zeichen von Innovationskraft – sie sind zunehmend Voraussetzung für langfristigen Erfolg.

(EY vom 18.06.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

15.01.2026

Unternehmen verdoppeln KI-Investitionen

Weltweit planen Unternehmen, 2026 ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,7 % des jährlichen Umsatzes zu verdoppeln. 39 % der Unternehmen planen für 2026 KI-Investitionen in Höhe von mindestens 50 Millionen US-Dollar. Deutschland liegt mit 52 % über dem globalen Durchschnitt und belegt damit innerhalb der Europäischen Union (EU-Durchschnitt: 38 %) den Spitzenplatz. Das

Unternehmen verdoppeln KI-Investitionen
Meldung

©garagestock/123rf.com

14.01.2026

Nachhaltigkeit gewinnt bei Kreditverhandlungen mit größeren Mittelständlern an Bedeutung

Die deutschen Banken beachten klimabedingte Risiken aus regulatorischen Gründen immer stärker bei ihrer Kreditvergabe an Unternehmen. Im deutschen Mittelstand bekommen das vor allem größere Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten zu spüren. So berichteten 37 % der großen Mittelständler, die 2024 in Kreditverhandlungen waren, dass Nachhaltigkeit in den Gesprächen mit Banken und Sparkassen thematisiert wurde. Das

Nachhaltigkeit gewinnt bei Kreditverhandlungen mit größeren Mittelständlern an Bedeutung
Meldung

© alexlmx/fotolia.com

13.01.2026

Restrukturierungen 2026: Unternehmen setzen auf Transformation

Der wirtschaftliche Druck auf Unternehmen in Deutschland bleibt hoch. Inmitten umfassender Transformations- und Restrukturierungsprozesse stehen viele Organisationen vor der Herausforderung, einen Stellenabbau professionell, fair und zugleich wirksam umzusetzen, häufig unter erheblichem Zeit- und Kostendruck sowie mit begrenzten Vergleichswerten. Gleichzeitig wird über Restrukturierungen in der Praxis noch immer selten offen gesprochen. Um hier Transparenz zu schaffen,

Restrukturierungen 2026: Unternehmen setzen auf Transformation
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)