11.01.2016

Kreditneugeschäft mit Unternehmen schrumpft

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Schwache Nachfrage sorgt für den ersten Rückgang seit eineinhalb Jahren. Außerdem dämpft die kraftlose Investitionstätigkeit den Kreditbedarf.

Das von KfW Research geschätzte Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen in Deutschland mit Unternehmen und Selbstständigen ist im dritten Quartal 2015 erstmals seit anderthalb Jahren geschrumpft. Der Rückgang beläuft sich auf 2,9% gegenüber dem Vorjahresquartal, wie der aktuelle KfW-Kreditmarktausblick berichtet. Trotz niedriger Kreditkosten und vorteilhafter sonstiger Kreditbedingungen, bspw. Besicherung, Kredithöhe und Fristigkeiten, ist der Unternehmenskreditmarkt damit nach dem Schub ab Sommer 2014 wieder aus dem Tritt geraten.

Wachstumsraten frühestens Mitte 2016

„Leider müssen wir konstatieren: Der deutsche Kreditmarkt ist derzeit auf dem Weg zu alter Schwäche“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Auch aufgrund nachteiliger Basiseffekte sei mit einer Rückkehr zu positiven Wachstumsraten frühestens Mitte des kommenden Jahres zu rechnen. Das Tempo der Abwärtsbewegung sollte jedoch nicht mehr zunehmen. Im Schlussquartal 2015 dürfte das Kreditneugeschäft im Vergleich zum Vorjahresniveau um etwa 1,5% zurückgehen.

Problem liegt bei Investitionsausgaben

Das Kreditneugeschäft mit Firmen steht damit in deutlichem Kontrast zum kräftig wachsenden Markt für Wohnungsbaukredite. Der Rückgang der Unternehmensinvestitionen (real, saisonbereinigt) in den letzten zwei Quartalen dürfte zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Die wesentlichen Ursachen sind allerdings struktureller Art: Bereits seit 2009 halten beispielsweise die Investitionsausgaben der deutschen Unternehmen nicht mehr mit dem Wachstum der finanziellen Eigenmittel – bestehend aus einbehaltenen Gewinnen und Abschreibungen – Schritt. So haben die nicht-finanziellen Kapitalgesellschaften in den 12 Monaten ab September 2014 insgesamt 90 Mrd. € neues Finanzvermögen gebildet.

(KfW vom 11.01.2016/ Viola C. Didier)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© adrian_ilie825/fotolia.com

06.07.2026

US-Tech-Konzerne bauen Dominanz an Weltbörsen aus

Die 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt haben ihren Marktwert im ersten Halbjahr 2026 trotz geopolitischer Spannungen, schwacher Konjunktur und hoher Inflation deutlich gesteigert. Ihre gesamte Marktkapitalisierung belief sich zum 30.06.2026 auf 61,9 Billionen US-Dollar – 18 % mehr als zu Jahresbeginn. Das zeigt eine Analyse von EY auf Basis von S&P Capital IQ. Haupttreiber bleibt

US-Tech-Konzerne bauen Dominanz an Weltbörsen aus
Meldung

© Erwin Wodicka /fotolia.com

02.07.2026

Unternehmen setzten auf strikten Sparkurs

In der angespannten wirtschaftlichen Situation fokussieren sich die Finanzverantwortlichen in Deutschland auf Kostenreduktion (68 %), die Integration von Künstlicher Intelligenz (64 %) und ihr Kerngeschäft (50 %). Knapp weniger als die Hälfte der Finanzverantwortlichen baut auf Innovationen (48 %), sehr viel weniger auf die Erschließung neuer Märkte (40 %) oder neuer Geschäftsfelder (28 %), um

Unternehmen setzten auf strikten Sparkurs
Meldung

© moomsabuy/fotolia.com

01.07.2026

IPO-Markt mit Rekordvolumen im zweiten Quartal

Ein ereignisreiches 2. Quartal liegt hinter dem globalen IPO-Markt; die Zahlen weisen deutliche Verschiebungen im Vorjahresvergleich auf. Während die Zahl der weltweiten Börsengänge im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht von 246 auf 250 stieg, wuchs das Emissionsvolumen massiv von 32,1 auf 144,8 Milliarden US-Dollar. Damit wurde der höchste Quartalswert seit Beginn der EY-Aufzeichnungen im Jahr 2003

IPO-Markt mit Rekordvolumen im zweiten Quartal
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)