• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Kreditvergabe an Unternehmen bleibt vorerst sehr kräftig

12.12.2018

Kreditvergabe an Unternehmen bleibt vorerst sehr kräftig

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Das Neugeschäft mit Darlehen läuft rekordverdächtig gut. Das von KfW Research für Deutschland geschätzte Kreditneugeschäft der Banken mit Unternehmen und Selbstständigen (ohne Wohnungsbau und Finanzunternehmen) ist im dritten Quartal 2018 erneut außerordentlich stark um 9,6% gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Die Kreditvergabe an Unternehmen legt damit das neunte Quartal in Folge zu. Perspektivisch erwartet KfW Research im Zuge einer Stabilisierung der Konjunkturdynamik auf niedrigerem Niveau als zu Jahresbeginn etwas nachlassende, aber weiterhin hohe Wachstumsraten.

Im zweiten Quartal war es genau die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, die wesentlich zu steigender Dynamik des Kreditneugeschäfts beigetragen haben dürfte. Die konjunkturelle Abkühlung kam offensichtlich für viele Unternehmen überraschend, sodass diese Lager aufbauen mussten, die in der Regel über kürzer laufende Kredite refinanziert werden. Die Kreditvergabe hat sich damit erneut beschleunigt, während die Investitionsdynamik zuletzt unverändert blieb.

Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbständigen legt im dritten Quartal um 9,6% zu

Tatsächlich war auch im Frühjahr bei den neu vergebenen Krediten in den kurz- und mittelfristigen Laufzeiten ein besonders hoher Zuwachs beobachtbar. Im dritten Quartal ist keine weitere Zunahme mehr bei den Wachstumsraten der Kredite mit kürzerer Laufzeit zu verzeichnen. Das Motiv für die Kreditaufnahme scheint sich im Sommer wieder weg vom Zweck der Lagerhaltung und hin zur Absicht der Investitionsfinanzierung bewegt zu haben, wie auch der jüngste Bank Lending Survey signalisiert.

Kein schnelles Ende des Booms in Sicht

Perspektivisch rechnen die Experten mit geringeren, immer noch hohen Wachstumsraten des Kreditneugeschäfts. Die zuvor sehr kräftige deutsche Konjunktur mit dem Jahr 2017 als Höhepunkt wird sich nach Einschätzung der KfW in diesem und im kommenden Jahr auf das Niveau des Wachstumspotenzials leicht abkühlen. Bei einer Stabilisierung der Konjunktur auf niedrigerem Wachstumsniveau als noch zum Jahreswechsel 2017/2018 sollte die Dynamik der Kreditnachfrage zwecks Lager- und auch zwecks Investitionsfinanzierung jeweils etwas nachgeben. Für das Kreditneugeschäft der Banken mit Unternehmen bedeutet das zweierlei: Erstens dürfte der Bedarf an eher kurzfristigen Krediten zur Lagerfinanzierung weiter zurückgehen und zweitens sollte auch das Wachstum der Kredite für Investitionszwecke, also das der längerfristigen Darlehen, etwas nachgeben. Beides zusammen dürfte zu einem merklichen Rückgang der Dynamik des Kreditneugeschäfts führen, allerdings auf immer noch überdurchschnittlichem Niveau.

Die aktuelle Ausgabe des KfW-Kreditmarktausblicks ist hier abrufbar.

(Pressemitteilung KfW vom 12.12.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© Peter38 / fotolia.com

23.07.2026

Strukturkrise der Chemieindustrie verschärft sich

Europas Chemieindustrie läuft seit Jahren im Krisenmodus: Zwischen 2020 und 2025 lag die Auslastung deutlich unter dem Niveau der Vorperiode. Für mehr als 100 Anlagen in Europa wurde in den vergangenen drei Jahren die Schließung oder der Verkauf angekündigt. Es sind vor allem internationale Konzerne, die Europa den Rücken kehren, wie eine neue Analyse der

Strukturkrise der Chemieindustrie verschärft sich
Meldung

©zapp2photo/fotolia.com

22.07.2026

M&A-Aktivität in Transport und Logistik trotzt geopolitischen Unsicherheiten

Die weltweite Transport- und Logistikindustrie bleibt trotz geopolitischer Spannungen auf Wachstumskurs; aber die M&A-Aktivitäten werden deutlich selektiver. Im 1. Halbjahr 2026 wurden laut dem aktuellen „Transport & Logistics Barometer“ von PwC Deutschland und Strategy& weltweit 105 Transaktionen mit einem Volumen von jeweils mindestens 50 Mio. US-Dollar angekündigt. Im Vorjahreszeitraum waren es 108 Deals. Der Gesamtwert

M&A-Aktivität in Transport und Logistik trotzt geopolitischen Unsicherheiten
Meldung

© Sergey Nivens/fotolia.com

21.07.2026

Konjunkturerwartungen steigen kräftig

Im Juli steigen die Erwartungen erneut kräftig an. Der ZEW-Index steigt um 15,8 Punkte stark an und beträgt nun plus 26,3 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt ebenfalls einen Anstieg, wenn auch in einem geringeren Ausmaß. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 77,6 Punkten um plus 3,4 Punkte über dem Vormonatswert. Reformpaket

Konjunkturerwartungen steigen kräftig
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)