• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Kritische Rohstoffe werden zum Finanzierungsrisiko

28.10.2026

Kritische Rohstoffe werden zum Finanzierungsrisiko

Kritische Rohstoffe sind längst kein reines Einkaufsthema mehr; für CEOs wird Versorgungssicherheit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Beitrag mit Bild

©EtiAmmos/fotolia.com

Engpässe bei kritischen Rohstoffen bedrohen zunehmend die Industrieproduktion. Laut Boston Consulting Group (BCG) unterschätzen viele Unternehmen ihre Abhängigkeiten und verpassen zugleich Chancen auf staatliche Finanzierungshilfen.

Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich

Nach Berechnungen der BCG könnte die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden, Lithium, Kupfer und Graphit bis 2040 bei 120 bis 250 % des prognostizierten Angebots liegen. Treiber sind Elektromobilität, künstliche Intelligenz und steigende Verteidigungsausgaben. Besonders gefährlich sind Rohstoffe, die nur geringe Kosten verursachen, aber für die Produktion unverzichtbar sind. So hängt laut BCG die Herstellung von Endprodukten im Wert von rund 3,5 Billionen US-Dollar von Gallium ab, obwohl dessen Weltmarkt lediglich 350 Millionen Dollar umfasst.

Versteckte Risiken in den Lieferketten

Viele Unternehmen bewerten ihre Risiken anhand direkter Zulieferer und Einkaufsvolumina. Kritische Abhängigkeiten entstehen jedoch häufig bei Vorprodukten, Fertigungsprozessen und Maschinen. Hinzu kommen geopolitische Konzentrationen: China verarbeitet rund 90 % der Seltenen Erden sowie etwa 65 bis 70 % des Lithiums und Kobalts. Entscheidend sei deshalb nicht allein der Förderort, sondern auch, wer Raffinerien und Produktionsanlagen kontrolliert.

65 Milliarden Dollar an staatlichen Mitteln

Gleichzeitig entstehen neue Finanzierungsmöglichkeiten. In Industrieländern erreichten die staatlichen Finanzierungszusagen für kritische Rohstoffe 2025 rund 65 Milliarden US-Dollar; mehr als viermal so viel wie 2023. Bis Mitte 2026 war davon laut BCG erst ein kleiner Teil abgerufen.

Unternehmen können durch langfristige Abnahmeverträge und Investitionspartnerschaften Zugang zu diesen Mitteln erhalten. Siemens Gamesa sicherte sich beispielsweise Seltene Erden aus Australien und unterstützte damit die Finanzierung eines Rohstoffprojekts.

Fünf Maßnahmen für mehr Versorgungssicherheit

BCG empfiehlt, Lieferketten vollständig zu analysieren, Bezugsquellen zu diversifizieren, Ersatzmaterialien zu entwickeln, Recycling auszubauen und strategisch wichtige Rohstoffe durch langfristige Verträge oder Beteiligungen abzusichern.

(BCG vom 27.10.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

©peterschreibermedia/123rf.com

27.10.2026

Kostendruck bremst grüne Transformation

Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland verschiebt Investitionen in Nachhaltigkeit. Gleichzeitig kritisiert eine deutliche Mehrheit die aufwendigen ESG-Berichtspflichten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Kreditversicherers Atradius. Nachhaltigkeit bleibt wichtig – doch das Geld fehlt Die schwache Industriekonjunktur, Liquiditätsengpässe und geopolitische Unsicherheiten setzen Unternehmen unter Druck. Laut Atradius-Umfrage räumen 73 % der Befragten Nachhaltigkeit weiterhin eine

Kostendruck bremst grüne Transformation
Meldung

© fotogestoeber/fotolia.com

26.10.2026

So viele Gründungen wie seit 15 Jahren nicht mehr

Das Gründungsgeschehen in Deutschland hat 2025 deutlich an Dynamik gewonnen. Nach einer Erhebung des ZEW Mannheim und Creditreform wurden rund 183.000 neue Unternehmen gegründet. Das sind 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Besonders stark fällt der Aufschwung bei wachstumsorientierten, innovativen Start-ups aus. Rund 3.100 solcher Unternehmen

So viele Gründungen wie seit 15 Jahren nicht mehr
Meldung

irrmago/123rf.com

22.10.2026

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro

Der deutschen Wirtschaft sind seit 2020 Investitionen in Milliardenhöhe entgangen. Die Summe entspricht rund 9 % Prozent aller Bruttoanlageinvestitionen der vergangenen sechseinhalb Jahre. Für die Berechnungen hat das IW die tatsächlichen Bruttoanlageinvestitionen vom ersten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2026 mit einem Verlauf ohne Pandemie, geopolitischen Krisen und Strukturproblemen in Deutschland verglichen. Investitionen kommen fast

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)