• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • M&A 2026: „Buy-and-Build“-Strategien gewinnen an Bedeutung

17.12.2025

M&A 2026: „Buy-and-Build“-Strategien gewinnen an Bedeutung

Nach einem herausfordernden Jahresauftakt mit handelspolitischen Spannungen und geopolitischen Risiken hat sich der M&A-Markt überraschend robust gezeigt.

Beitrag mit Bild

© designer49/fotolia.com

Der globale Markt für Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) ist 2025 auf dem besten Weg, sein erfolgreichstes Jahr seit dem Post-Pandemie-Boom zu erzielen. Das zeigt eine neue Analyse von WTW, die gemeinsam mit dem M&A Research Centre der Bayes Business School durchgeführt wurde. Grundlage der Untersuchung ist die Wertentwicklung börsennotierter Unternehmen nach M&A-Transaktionen im Vergleich zu Unternehmen, die keine Deals getätigt haben.

Die Analyse zeigt: M&A-aktive Unternehmen haben im bisherigen Jahresverlauf signifikant besser performt als Unternehmen ohne Zukäufe oder Verkäufe. Getrieben wird die Entwicklung durch hohe Kapitalmarktstände, stabile Zinsen und eine hohe Nachfrage nach Wachstum durch Akquisitionen.

„Nach einem herausfordernden Jahresauftakt mit handelspolitischen Spannungen und geopolitischen Risiken hat sich der M&A-Markt überraschend robust gezeigt“, sagt Sibylle Kampschulte, Leiterin HR M&A in der DACH-Region bei WTW. „Unternehmen haben gelernt, Unsicherheit als Teil der Normalität zu akzeptieren. Gleichzeitig steigt der Druck, Geschäftsmodelle zu fokussieren und aktiv weiterzuentwickeln. M&A wird dafür zum strategischen Werkzeug.“

Rückkehr großer Deals bringt neue Dynamik

Allein im dritten Quartal 2025 wurden weltweit acht Megadeals über zehn Milliarden US-Dollar abgeschlossen, der höchste Wert seit Ende 2018. Auch große Transaktionen ab einer Milliarde US-Dollar nahmen deutlich zu.

WTW sieht für 2026 einen klaren Trend: „Buy-and-Build“ statt großer Transformationsdeals. Unternehmen veräußern Randgeschäfte, um Kerngeschäfte durch gezielte Ergänzungen zu stärken. Besonders im Mid-Cap-Segment gewinnen kleinere, komplementäre Zukäufe an Bedeutung, mit dem Ziel, schnell zu skalieren, Synergien zu heben und Technologiekompetenzen zu integrieren.

Wachstumspotenziale werden vor allem in den Bereichen Energie, Verteidigung, Biopharma und Technologie gesehen. Konsumnahe Sektoren bleiben dagegen unter Druck, könnten aber von einer verbesserten Deal-Pipeline profitieren, sobald handelspolitische Unsicherheiten nachlassen.

Nordamerika vor starkem Comeback

Während die Deal Performance in Europa und APAC 2025 moderat zulegte, zeigt sich in Nordamerika ein deutlicher Wendepunkt: Nach zehn aufeinanderfolgenden Quartalen negativer Performance erzielen nordamerikanische Unternehmen mit M&A-Deals wieder signifikant bessere Ergebnisse. Dazu tragen ein robustes Wirtschaftswachstum und die Aussicht auf weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank bei. WTW erwartet, dass der nordamerikanische Markt 2026 zu einem wesentlichen Treiber globaler M&A-Aktivitäten wird.

Private Equity: Aufstieg von Continuation Funds

Private-Equity-Transaktionen dürften 2026 wieder deutlich an Fahrt gewinnen. Treiber sind unter anderem rund 2 Billionen US-Dollar ungenutztes Kapital, bessere Exit-Optionen und wieder attraktivere Finanzierungsbedingungen. Ein zentraler Trend ist der zunehmende Einsatz von Continuation Funds. Dabei übertragen Private-Equity-Gesellschaften ausgewählte Portfoliounternehmen aus einem auslaufenden Fonds in ein neues Anlagevehikel. Auf diese Weise können bestehende Investoren ihre Anteile verkaufen und Gewinne realisieren, während gleichzeitig neue oder bestehende Investoren frisches Kapital bereitstellen, um das Unternehmen weiterzuentwickeln und die Haltedauer gezielt zu verlängern.

KI verändert das Dealmaking – Chancen und Risiken steigen parallel

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zum Game Changer für M&A-Prozesse: von der Identifikation attraktiver Zielunternehmen über automatisierte Due Diligence bis hin zur schnelleren Integration nach Abschluss einer Transaktion. Gleichzeitig entstehen neue Risiken, etwa durch Abhängigkeiten von Datenqualität, Governance-Strukturen, die die neue Realität (noch) nicht abbilden, sowie aufgrund der Notwendigkeit, menschliche Expertise weiterhin eng einzubinden. „KI verändert Geschwindigkeit und Qualität von M&A-Prozessen erheblich“, betont Kampschulte. „Doch innovative Technologien erhöhen auch die Komplexität. Unternehmen müssen Governance, Datenkompetenz und Risikomanagement entsprechend weiterentwickeln, um das Potenzial von KI verantwortungsvoll zu nutzen.“

(WTW vom 11.12.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

irrmago/123rf.com

22.10.2026

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro

Der deutschen Wirtschaft sind seit 2020 Investitionen in Milliardenhöhe entgangen. Die Summe entspricht rund 9 % Prozent aller Bruttoanlageinvestitionen der vergangenen sechseinhalb Jahre. Für die Berechnungen hat das IW die tatsächlichen Bruttoanlageinvestitionen vom ersten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2026 mit einem Verlauf ohne Pandemie, geopolitischen Krisen und Strukturproblemen in Deutschland verglichen. Investitionen kommen fast

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro
Meldung

pitinan/123.rf.com

21.10.2026

Deutschland bleibt bei KI hinter der Weltspitze

Der internationale Wettbewerb um künstliche Intelligenz gewinnt weiter an Dynamik: Laut einer neuen Untersuchung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) haben sich seit 2024 acht Volkswirtschaften bei den Voraussetzungen für den KI-Einsatz so deutlich verbessert, dass sie in eine höhere Bewertungsgruppe aufgestiegen sind. Besonders Japan und Südkorea haben aufgeholt und gehören nun gemeinsam mit den

Deutschland bleibt bei KI hinter der Weltspitze
Meldung

©scandinavianstock/123rf.com

20.10.2026

KPMG CEO Outlook 2026: Die Zuversicht kehrt zurück

Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich zuletzt aufgehellt und auch in den deutschen Chefetagen kehrt vorsichtiger Optimismus zurück: 86 % der deutschen CEOs erwarten Wachstum für ihr Unternehmen in den kommenden drei Jahren. Das sind 14 %punkte mehr als im Vorjahr und der erste Anstieg seit mehreren Jahren (2025: 72 %; 2024: 77 %; 2023: 80 %). Im selben Zeitraum

KPMG CEO Outlook 2026: Die Zuversicht kehrt zurück
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)