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22.07.2026

M&A-Aktivität in Transport und Logistik trotzt geopolitischen Unsicherheiten

Die M&A-Aktivitäten in der Transport- und Logistikbranche werden selektiver, konzentrieren sich aber mit steigenden Volumina auf resiliente Lieferketten, digitale Technologien und strategische Netzwerke.

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©zapp2photo/fotolia.com

Die weltweite Transport- und Logistikindustrie bleibt trotz geopolitischer Spannungen auf Wachstumskurs; aber die M&A-Aktivitäten werden deutlich selektiver. Im 1. Halbjahr 2026 wurden laut dem aktuellen „Transport & Logistics Barometer“ von PwC Deutschland und Strategy& weltweit 105 Transaktionen mit einem Volumen von jeweils mindestens 50 Mio. US-Dollar angekündigt. Im Vorjahreszeitraum waren es 108 Deals. Der Gesamtwert der Transaktionen stieg jedoch um 2,9% auf 64,3 Mrd. US-Dollar. Das durchschnittliche Deal-Volumen lag mit 612,4 Mio. US-Dollar deutlich über dem langfristigen Mittel.

Kapital fließt in resiliente Netzwerke

Der Markt werde nicht schwächer, sondern selektiver, erklärt Ingo Bauer, Leiter Transport, Logistik und Tourismus bei PwC Deutschland. Investoren konzentrierten sich zunehmend auf Unternehmen und Infrastruktur, die belastbare Lieferketten, Netzwerkkontrolle und stabile Erträge versprechen. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den 17 angekündigten Mega-Deals mit einem Volumen von jeweils mehr als 1 Mrd. US-Dollar. Gesucht sind vor allem Skaleneffekte, kritische Logistikfähigkeiten und strategisch wichtige Netzwerke.

Logistik und Güterverkehr dominieren

Mit 45 Transaktionen und einem Gesamtwert von 24,5 Mrd. US-Dollar war Logistik und Güterverkehr der aktivste Teilsektor. Auf die Schifffahrt entfielen 27 Deals im Wert von 16,6 Mrd. US-Dollar.

Asien und Ozeanien führten mit 68 Transaktionen nach Anzahl. Europa kam auf 27 Deals, erreichte mit 30,3 Mrd. US-Dollar jedoch besonders hohe Volumina. Auch der Nahe Osten gewinnt an Bedeutung: Dort summierten sich zwölf Transaktionen bereits auf 7,09 Mrd. US-Dollar und übertrafen damit den Gesamtwert des Jahres 2025.

Golfregion wird zum strategischen Knotenpunkt

Die Störungen rund um die Straße von Hormus unterstreichen die Verwundbarkeit globaler Handelsrouten. Betroffen sind Handelsströme von rund 650 Mrd. US-Dollar sowie 20 bis 25% der weltweiten Öltransporte. Die Staaten des Golf-Kooperationsrats entwickeln sich daher vom Transitkorridor zu einem strategischen Logistik- und Wachstumsmarkt. Parallel nehmen Kooperationen zu: Im 1. Halbjahr 2026 wurden 105 Allianzen, Joint Ventures und Codeshare-Abkommen angekündigt – rund 19% mehr als im Vorjahreszeitraum.

PwC erwartet, dass Investoren auch künftig vor allem auf resiliente Cashflows, digitale Technologien und flexible Netzwerke setzen.

(PwC vom 21.07.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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