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09.03.2016

M&A-Aktivitäten der Automobilbranche erreichen neuen Höchststand

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Corporate Finance

Die Automobilbranche verzeichnet 2015 weltweit Fusionen und Übernahmen im Wert von insgesamt 62,1 Mrd. USD. Europa vereint dabei knapp die Hälfte aller Deals. Mit diesen Transaktionen wollen die Unternehmen sich global aufstellen, Zugang zu Technologien erhalten und Innovationen vorantreiben.

Die Automobilbranche ist in Bewegung: Das Jahr 2015 markiert für das M&A-Geschäft einen neuen Höchststand. Weltweit wurden Fusionen und Übernahmen im Wert von insgesamt 62,1 Mrd. USD abgewickelt – das ist das größte Volumen seit 1999 und bedeutet einen Zuwachs von 60% im Vergleich zu 2014. Das ist das Ergebnis der Studie „Driving Value: 2015 Automotive M&A Insights“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. „Die Märkte erholen sich immer mehr und toppen inzwischen die Ergebnisse von 2007 und 2008. Transaktionen und Übernahmen sind bewährte Instrumente, um angesichts wachsender Nachfrage die Effizienz zu erhöhen, den Marktanteil zu steigern oder sich international breiter aufzustellen“, sagt Martin Schwarzer, Partner und Experte für M&A bei PwC in Deutschland.

So viele Megadeals wie noch nie

Die Anzahl der Deals ist mit 591 Fusionen und Übernahmen im Vergleich zum Vorjahr zwar nur um neun Prozent gestiegen, doch darunter sind zwölf Megadeals mit jeweils einem Wert von mehr als einer Milliarde Dollar. Sie machen drei Viertel des gesamten Transaktionsvolumens aus (46,3 Mrd. USD) und führen dazu, dass der durchschnittliche Wert eines Deals den Höchststand von 388 Mio. USD erreicht – gegenüber 2014 ist das ein Plus von 81%.

Angeführt wird die Liste der Top-20-Deals von der ZF Friedrichshafen AG, die für 12,5 Mrd. USD die amerikanische Zuliefererfirma TRW Automotive Holding übernahm. An zweiter Stelle folgt die Übernahme der GE Capital Fleet Services-US durch die kanadische Element Financial Corporation im Wert von 7,2 Mrd. USD.

Innovationen und Umweltauflagen als treibende Faktoren

Im M&A-Geschäft der Automobilindustrie machen die Transaktionen innerhalb eines Kontinents einen Anteil von 83% aus. Europa nimmt dabei die führende Position ein: So hat sich der Anteil europäischer Firmen am Gesamtwert der weltweiten Deals von 39 auf 46% erhöht. „Europäische Unternehmen sind im M&A-Bereich besonders aktiv. Angetrieben wird das von Innovationen rund um das Connected Car und Fahrassistenzprogramme, aber auch von der Entwicklung umweltfreundlicher Antriebe und neuer Mobilitätskonzepte wie Carsharing. Unternehmen suchen sich Beteiligungen, um bei diesen zukunftsträchtigen Themen gut aufzustellen“, so Schwarzer.

Handel und Leasing legen bei M&A-Aktivitäten deutlich zu

Während bei den Herstellern und Zulieferern die M&A-Aktivitäten im Vergleich zu 2014 deutlich zurückgegangen sind, haben andere Bereiche wie Handel, Großhandel, das Aftersales-Geschäft und Leasing zum dritten Mal in Folge zugelegt. In diesem Segment stieg die Anzahl der Transaktionen im Vergleich zu 2014 von 238 auf 332 Deals und damit um 40%. Der Gesamtwert lag bei 23,6 Mrd. USD, das entspricht einem Zuwachs von 349%. Bei mehr als einem Fünftel dieser Deals waren Firmen involviert, deren Geschäftsmodell mit Reparatur und Wartung zu tun hat. Demgegenüber fiel das Transaktionsgeschäft bei den Herstellern von 85 auf 69 Deals zurück. Auch bei den Zulieferern ist ein Rückgang von 14% von 220 auf 190 Deals zu verzeichnen.

In Zukunft rechnen PwC-Experten für die Automobilbranche mit einer stabilen Marktentwicklung und gehen bis 2021 von 20,5 Mio. produzierten Einheiten zusätzlich aus. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 3,6%. „Die Automobilindustrie wird sich in den kommenden Jahren mehr verändern als jede andere Branche. M&A-Transaktionen werden weiterhin eine vitale Rolle spielen, um den technologischen Entwicklungen und den sich verändernden Kundenerwartungen Rechnung zu tragen“, so PwC-Experte Martin Schwarzer.

(Pressemitteilung PwC vom 07.03.2016)


Redaktion

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