Die Zahl der Übernahme-Deals bei deutschen Tech-Unternehmen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken – von 387 auf 375 Deals. Allerdings ist das Volumen der Transaktionen deutlich – um 28 % – auf umgerechnet gut 16 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von 3,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2024. Zum Vergleich: Den Höhepunkt erreichten die M&A-Aktivitäten im heimischen Tech-Sektor im Ausreißerjahr 2021, als 502 Übernahme-Deals im Wert von insgesamt 32,1 Milliarden Euro abgeschlossen wurden. Allerdings liegen die Werte der vergangenen vier Jahre deutlich über den Vor-Corona-Jahren 2019 und 2020, in denen nur 246 bzw. 270 Deals abgeschlossen worden waren.
Strategische Investoren auf dem Vormarsch
Strategische Investoren bestimmen weiterhin das Übernahmegeschehen im deutschen Techmarkt: Mehr als acht von zehn Deals (82 %) wurden von ihnen abgeschlossen. Der Anteil von Private Equity Erstinvestments (18 %) sank dagegen leicht, der Fokus von Private-Equity-Investoren lag auf größeren Transaktionen. So geht der größte Deal des Jahres 2025, die Übernahme des Energiedienstleisters Techem auf das Konto von Investmentfonds. Allerdings: Nur zwei der Top-5-Übernahmen wurden im vergangenen Jahr von Private-Equity-Investoren durchgeführt, im Vorjahr waren es doppelt so viele dieser sogenannten „Big Ticket Deals“.
Besonders im Fokus der Investoren: Software-Unternehmen. Dieser Sektor machte im vergangenen Jahr 61 % der Übernahmen aus (plus zwei Prozentpunkte). Neben Künstlicher Intelligenz (KI) konzentrierte sich die Deal‑Aktivität vor allem auf Anbieter von ERP‑ und CRM‑Plattformen sowie auf Lösungen für Content‑ und Workflow‑Management, gefolgt von FinTech‑ und Finanzanwendungen.
Das sind Ergebnisse der aktuellen EY-Parthenon-Analyse „German Tech M&A Market Study 2025“.
Mehrheit der Investoren kommt aus dem Ausland
Investoren aus Deutschland (44 %) bleiben, betrachtet man die einzelnen Länder, Schlüsselakteure im deutschen Tech-M&A-Markt – auch, wenn die Mehrheit der Investoren (56 %) inzwischen aus dem Ausland kommt. Hinter den Käufern aus dem Inland folgen US-Investoren, deren Interesse an deutschen Tech-Zielen nahezu konstant geblieben ist. Ihr Anteil bei den Übernahmen lag bei gut 15 % (minus ein Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr).
Im Fokus der Investoren insgesamt lag dabei der Software- und der IT-Dienstleistungs-Sektor. 2025 waren Investoren aus Deutschland am aktivsten bei den 229 Softwaredeals, 43 % der Übernahmen gingen auf ihr Konto. Dahinter folgen die USA (17 %) und Frankreich (7 %). Größer war der Anteil heimischer Investoren in puncto IT-Dienstleistungssektor – auch wenn der Wert, von 59 % im Jahr 2024 auf aktuell 53 % leicht gesunken ist. Insgesamt gab es 79 Übernahmen, 42 davon durch deutsche Geldgeber.
Startups DefenseTech‑Bereich: Finanzierungsvolumen mehr als verdoppelt
Der deutsche Tech-Sektor zieht nicht nur Unternehmenskäufer, sondern auch Risikokapitalinvestoren im großen Stil an: Im Jahr 2025 stieg das kumulierte Finanzierungsvolumen der Top‑100‑Startups aus dem Tech-Sektor von 27,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 30,7 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte dieser Top-100-Unternehmen hat ihren Hauptsitz in Berlin, zusammen vereinen sie 52 % des gesamten deutschen Finanzierungsvolumens auf sich. Insgesamt zogen Startups mit Sitz in der Hauptstadt und München 84 % des gesamten in die Top 100 investierten Venture Capitals an. Während sich Münchner Tech-Startups vor allem auf Software & Analytics konzentrieren, bleibt Berlin ein zentraler Hub, sowohl für FinTech als auch für Software & Analytics.
Bemerkenswert ist dabei der Bereich DefenseTech: Das Finanzierungsvolumen nahm 2025 deutlich an Fahrt auf, Jungunternehmen aus diesem Sektor sammelten insgesamt mehr als eine Milliarde Euro ein – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr (Plus 121 Prozent). „Dieser starke Anstieg im Bereich DefenseTech steht in engem Zusammenhang mit den verschärften geopolitischen Spannungen, die die Nachfrage nach fortschrittlicher Verteidigungssoftware, autonomen Systemen und Sicherheitslösungen bei gleichzeitiger Anwendung auch im zivilen Bereich deutlich erhöhen“, erklärt Dr. Thomas Prüver, Partner bei EY-Parthenon. Innerhalb Deutschlands erwies sich München dabei klar als zentraler Finanzierungsstandort.
Mit Blick in die Zukunft zeichnet sich eine weiter starke Umsatzentwicklung deutscher Technologie-Startups ab, was laut Prüver auch zu einer steigenden Zahl von Fusionen und Übernahmen führen werde: „Die deutsche Technologiebranche wird auch in den kommenden Jahren zu den dynamischsten Wachstumsfeldern der heimischen Wirtschaft zählen. Die Ergebnisse für 2025 zeigen deutlich, dass der Markt trotz eines herausfordernden Umfelds an Substanz gewonnen hat – mit stabilen Transaktionszahlen und deutlich steigenden Deal‑Volumina. Gleichzeitig bleibt der Sektor in vielen Bereichen fragmentiert und befindet sich in einem kontinuierlichen Transformationsprozess.“
(EY vom 28.04.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

