• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • M&A in Chemie und Life Sciences verzeichnet Aufholjagd im zweiten Halbjahr 2020

22.01.2021

M&A in Chemie und Life Sciences verzeichnet Aufholjagd im zweiten Halbjahr 2020

Beitrag mit Bild

© Peter38 / fotolia.com

Im vergangenen Jahr ist das Transaktionsvolumen der angekündigten Fusionen und Übernahmen in den Branchen Life Sciences und Chemie auf 353 Mrd. USD gesunken. Im Vergleich zu 2019 (606 Mrd. USD) ist dies ein Minus von 42%. Dabei stieg die Zahl der Transaktionen: von 3.735 auf 4.140, so eine aktuelle KPMG-Analyse, die auf Daten von Thomson Reuters beruht.

Nachdem das Transaktionsvolumen in den Branchen Chemie und Life Sciences im ersten Halbjahr drastisch abgenommen hatte, haben Nachholeffekte sowie der Fokus auf strategische Maßnahmen zur Portfoliooptimierung im zweiten Halbjahr für eine Wiederbelebung gesorgt. Trotz anhaltender COVID-19 Pandemie und weltweiter Rezession wurden der Studie zufolge in den vergangenen sechs Monaten Deals in Höhe von rund 76% des jährlichen Deal-Volumens angekündigt. Laut der Studienautoren verdeutlicht diese Entwicklung, dass M&A-Akteure die makroökonomischen Rahmenbedingungen als stabil betrachten, sodass sich an den positiv gestimmten Kapitalmärkten zahlreiche Übernahmechancen ergeben.

M&A in Chemie und Life Sciences durch weltweite Lockdowns ausgebremst

Auch wenn das angekündigte Transaktionsvolumen der Life-Sciences-Branche gegenüber dem Rekordjahr 2019 um 39% einbrach, ist der Analyse zufolge eine deutliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte erkennbar. Seit Ende des ersten Halbjahres vervierfachte sich das kumulierte Transaktionsvolumen auf 285 Mrd. USD. Dabei überstieg die Zahl der angekündigten Deals mit insgesamt 3.161 sogar die des Vorjahres (2.768), so die KPMG-Auswertung.

Life Sciences: Blockbuster-Übernahmen trotz COVID-19 Pandemie

Die rasche Erholung der M&A-Aktivitäten der Life-Sciences-Branche ist den Studienautoren zufolge zum einen auf vier große Blockbuster-Transaktionen der zweiten Jahreshälfte in den Bereichen Immunologie, Onkologie und Kardiologie zurückzuführen. Zum anderen trugen BioTech-Unternehmen enorm zum Aufschwung bei, da diese aufgrund der Entwicklung eines Impfstoffes eine Schlüsselrolle im Kampf gegen COVID-19 einnehmen und somit zu attraktiven Übernahmekandidaten wurden und der gesamten Branche zu höheren Bewertungen verhalfen. Verstärkt wurde diese Entwicklung zusätzlich durch ein gesteigertes Interesse von Private-Equity-Unternehmen an Biotech-Aktivitäten.

2020 war ein Jahr mit noch nie dagewesenen Herausforderungen. Ausgelöst durch die COVID-19 Pandemie, haben große wirtschaftliche Unsicherheiten die Transaktionslandschaft beeinflusst. Dennoch sehen wir durch die großen Übernahmen von Varian Medical Systems Inc. und Asklepios BioPharmaceutical Inc. – mit deutscher Beteiligung von Siemens bzw. Bayer –, dass der Weg der Erholung auch in Deutschland bereits begonnen hat. Daher erwarten die Autoren der Studie für 2021 eine rasch voranschreitende Erholung der M&A-Aktivitäten im Life-Sciences-Bereich, getrieben durch weitere Portfolio-Reorganisationen sowie eine steigende Nachfrage in den Therapiegebieten Onkologie und Autoimmunkrankheiten.

Chemiebranche erfährt Stabilisierung durch Aufschwung in China

Im Chemiesektor wurden im Jahr 2020 nach einer Aufholjagd am Jahresende mit 979 Transaktionen ein vergleichbares Niveau zum Vorjahr angekündigt, wodurch der stetige Abwärtstrend der vergangenen vier Jahre im Hinblick auf die Zahl der Transaktionen trotz der COVID-19-Krise gestoppt wurde. Anhaltender Treiber hierfür war die vergleichsweise schnelle Erholung in Asien, die sich in einer gestiegenen Zahl an Transaktionen niederschlug. Als zunehmend wichtige Akteure haben zudem im Jahr 2020 Finanzinvestoren ihren Anteil an der Gesamtzahl der Transaktionen von 33% im Jahr 2019 auf 40% im vergangenen Jahr weiter ausgebaut und hierdurch die M&A-Aktivität angetrieben, so die Analyse.

Portfolio-Optimierung und Konzentration auf das Kerngeschäft waren Treiber des M&A-Geschehens

Demgegenüber blieb das Transaktionsvolumen mit 68 Mrd. USD mit einem Minus von 51% weit unter dem Vorjahreswert – auch nach Bereinigung des Vorjahres um die SABIC-Transaktion (69 Mrd. USD), setzt 2020 den Abwärtstrend beim Transaktionsvolumen fort. Wesentlicher Treiber des gesunkenen Volumens stellte das Ausbleiben von Blockbuster Deals oberhalb von 10 Mrd. USD dar. Wie bereits im vergangenen Jahr stellte den Autoren der Studie zufolge die Optimierung des Portfolios und die Konzentration auf das Kerngeschäft auch im Jahr 2020 einen wesentlichen Treiber des M&A-Geschehens dar.

Chemie: Krise verstärkt Veränderungsdruck auf Unternehmen

COVID-19 hat die Unternehmen nicht nur dazu getrieben, sich robuster aufzustellen, sondern auch verstärkt den Fokus auf Themen wie die Sicherung von Lieferketten gelegt. Investitionen sowie strategische Akquisitionen sind insgesamt aufgrund der Marktunsicherheiten und deren Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle zurückhaltender verfolgt worden. Mit Blick auf 2021 erwarten die Experten ausgehend von einer Verbesserung der Pandemiesituation sowie wirtschaftlichen Erholung eine leichte Erhöhung der M&A-Aktivitäten durch weitere Portfolioumschichtungen im Zuge der strategischen Ausrichtung der Chemieunternehmen auf ihr Kerngeschäft. Hierbei werden auch Finanzinvestoren weiter zum Zuge kommen, deren gestiegener Anteil sich zunehmend auch in größeren Transaktionen widerspiegelt. Megatrends der Branche wie Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung und Digitalisierung standen angesichts der Krise weniger im Fokus, werden erwartungsgemäß aber in naher Zukunft ebenfalls weiter zu Veränderungsdruck führen, so das Fazit der Studienautoren.

Die vollständige Studie „KPMG-Deal Capsule Life Sciences & Chemicals“ finden Sie hier.

(Pressemitteilung KPMG vom 11.01.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©tashatuvango/ fotolia.com

14.07.2026

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief

Die Investitionsbereitschaft deutscher Mittelständler ist so niedrig wie seit Beginn der Erhebung 1995 nicht mehr. Nur noch 52% der Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Das zeigt eine Umfrage der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken unter mehr als 1.000 Firmen. Hohe Kosten bremsen Unternehmen Die Geschäftserwartungen bleiben schwach:

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief
Meldung

©pitinan/123rf.com

14.07.2026

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt

Die staatliche Kaufprämie hat den deutschen Elektroautomarkt im zweiten Quartal deutlich belebt. Mit knapp 208.400 Neuzulassungen wurde ein neuer Quartalsrekord erreicht. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Absatz um 54%. Von dem Wachstum profitieren jedoch vor allem ausländische Hersteller. Deutsche Konzerne wachsen langsamer Die deutschen Autobauer steigerten ihre Elektroverkäufe zwar um 31%, ihr gemeinsamer Marktanteil sank

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt
Meldung

© pichetw/fotolia.com

13.07.2026

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient

Der globale M&A-Markt hat das erste Halbjahr 2026 als Spiel zweier Hälften erlebt: Auf einen rekordverdächtigen Start folgte im zweiten Quartal ein spürbarer Rückgang. Das zeigt der aktuelle Quarterly Deal Performance Monitor (QDPM) von WTW, der in Zusammenarbeit mit dem M&A Research Centre der Bayes Business School erstellt wird. Auf Basis der Aktienkursentwicklung schnitten Käuferunternehmen,

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)