• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • M&A in der Transport- und Logistikbranche mit neuen Rekorden

29.01.2018

M&A in der Transport- und Logistikbranche mit neuen Rekorden

Beitrag mit Bild

© designer49/fotolia.com

Der europäische und insbesondere der deutsche M&A-Markt in der Transport- und Logistikbranche gewinnen weiter an Fahrt. Mit 271 Deals war 2017 ein Rekordjahr. Während der europäischen Luftfahrt eine Konsolidierungswelle bevorstehen könnte, ringen die Reeder um Finanzierungen.

2017 war ein Rekordjahr für Fusionen und Übernahmen in der Transport- und Logistikbranche. Weltweit wurden 271 Deals ab einem Volumen von 50 Millionen US-Dollar angekündigt und damit deutlich mehr als in den Vorjahren. Der Gesamtwert der Transaktionen lag mit 134 Milliarden US-Dollar ebenfalls weit über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Transaktionsgeschehen in Europa und Deutschland sehr dynamisch

Mit einem Transaktionsvolumen von 70 Milliarden US-Dollar liegt Europa im regionalen Vergleich erstmals seit 2012 wieder an der Spitze (Asien: 69 Milliarden US-Dollar; Nordamerika 24 Milliarden US-Dollar). Der Hauptgrund: Europäische Unternehmen waren 2017 an neun der insgesamt 18 Mega-Deals ab 1 Milliarde US-Dollar beteiligt, darunter sechs Transaktionen mit europäischen Infrastruktur-Targets. Der größte angekündigte Deal betrifft den Bieterwettstreit um den spanischen Mautstraßenbetreiber Abertis.

Deutscher M&A-Markt gewinnt weiterhin an Fahrt

2017 hält die im Vorjahr wahrgenommene Belebung des M&A-Geschäfts in Deutschland weiter an. Es wurden insgesamt 97 Deals angekündigt, an denen deutsche Unternehmen beteiligt waren oder sind (2016: 91; 2015: 60). In diese Betrachtung fließen allerdings auch Deals von weniger als 50 Millionen US-Dollar Volumen ein. 20 der 28 Outbound-Deals (deutscher Käufer, ausländisches Zielunternehmen) betreffen Targets in Europa, etwa gleichverteilt auf Passagier- und Frachtsegmente.

„Ausgehend von einem wirtschaftlich stabilen Heimatmarkt mit günstigen Finanzierungsbedingungen streben deutsche Akteure eine Ausweitung ihrer Marktanteile in Europa an“, sagt Dietmar Prümm, Leiter des Bereichs Transport & Logistik bei PwC

Luftfahrt: Insolvenz von Air Berlin prägt M&A-Geschehen

Der Luftverkehrsmarkt ist in Bewegung: Weltweit wurden 40 Transaktionen angekündigt. Der Transaktionswert lag im abgeschlossenen Jahr bei 21 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer Steigerung von fast 50 Prozent im Vergleich zu 2016. Ein Grund dafür ist die hohe Zahl an Infrastruktur-Targets.

Das Jahr 2017 erlangte hierzulande derweil einen Sonderstatus: „In Deutschland prägt die Air Berlin-Pleite das dynamische M&A-Geschehen in der Luftfahrtbranche. Die Neuordnung in Folge der Insolvenz könnte der Beginn einer Konsolidierungswelle im fragmentierten europäischen Luftverkehr sein. Die europäischen Kartell- und Regulierungsbehörden werden jedoch sehr genau hinschauen“, kommentiert Dietmar Prümm. „In einem Umfeld, in dem die Grenzen zwischen Full-Service- und Billiganbietern verschwimmen, müssen die Airlines sich darauf konzentrieren, langfristig wettbewerbsfähige Marktpositionen zu schaffen. Um Zugang zu den Wachstumsmärkten zu erlangen, werden M&A-Aktivitäten weiterhin eine zentrale Rolle spielen.“

Schifffahrt: Zugang zu Kapital wird schwieriger

Für die Reedereien war das vergangene Jahr von anhaltend schwierigen Marktbedingungen geprägt. Die Container-, Bulk- und Tankschifffahrt kämpfen weiterhin mit Überkapazitäten und kaum auskömmlichen Charterraten. 2017 wurden in zahlreichen Segmenten Konsolidierungsprozesse angestoßen. Die Anzahl der Deals stieg von 55 im Jahr 2016 auf 76. Der Gesamtwert der Transaktionen blieb mit 22 Milliarden US-Dollar deutlich hinter dem Wert des Vorjahres (35 Milliarden) zurück.

„Das erfolgskritische Thema für die Schifffahrt wird 2018 der Zugang zu Kapital. Denn nahezu alle schiffsfinanzierenden Banken haben ihre Angebote im vergangenen Jahr weiter abgebaut“, sagt Dr. André Wortmann, Koordinator Transport & Logistik, PwC Deals.

Logistikimmobilien bleiben attraktiv

In der Logistik bleibt das M&A-Geschehen auf hohem Niveau: Mehr als ein Drittel der 2017 angekündigten Übernahmen betreffen Unternehmen aus diesem Sektor. Die Anzahl der Deals lag mit 98 fast 25 Prozent über dem Vorjahr. Das Gesamtvolumen erreichte mit 46 Milliarden US-Dollar hingegen nicht den Wert aus 2016 (52 Milliarden US-Dollar). Rund ein Drittel der Deals aus dem Logistik-Sektor entfällt auf Lagerhäuser und Distributionszentren. Das starke Wachstum im Onlinehandel macht solche Logistikimmobilien zu einer begehrten Anlageklasse. Eine weitere Triebfeder ist unverändert die Konsolidierung der LKW-Transportdienstleister in lokalen bzw. regionalen Märkten, so zum Beispiel in China mit allein 13 entsprechenden Transaktionen (von insgesamt 39). Investoren verfolgen das Ziel, ihre Netzwerke zu vergrößern.

Run auf High-Tech-Ziele

Die Digitalisierung beeinflusst die Auswahl von Targets im gesamten Transport- und Logistiksektor immer stärker: „Insbesondere Logistik- und Trucking-Anbieter nehmen zunehmend High-Tech-Ziele ins Visier, etwa aus den Bereichen Internet-Anwendungen und Software“, so Dietmar Prümm. „Besonders bei den Lkw-Transportdienstleistern deutet sich ein Digitalisierungsschub an: Die Anbieter von Trucking-Plattformen und Online-Speditionen stehen aktuell hoch im Kurs. Die Digitalisierung wird auch 2018 die Dynamik der Transport- und Logistikbranche prägen und zu einem weiterhin hohen M&A-Niveau beitragen.“

(Pressemitteilung PwC vom 24.01.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© designer49/fotolia.com

26.03.2026

M&A-Markt 2026: Private Equity treibt den Aufschwung

Der globale M&A-Markt dürfte im Jahr 2026 deutlich an Dynamik gewinnen. Vor allem Private-Equity-Investoren zeigen sich optimistisch und treiben die Erwartungen an die Transaktionsaktivität. Gleichzeitig verschieben sich die Schwerpunkte: Unternehmen passen ihre Portfolios gezielter an, insbesondere durch Carve-outs, und nutzen zunehmend neue Technologien wie Künstliche Intelligenz zur Unterstützung von Transaktionen. Das zeigt der aktuelle KPMG

M&A-Markt 2026: Private Equity treibt den Aufschwung
Meldung

© pichetw/fotolia.com

24.03.2026

Zahl der Gewinnwarnungen gesunken – CFOs planen konservativer

Die Zahl der Gewinnwarnungen deutscher börsennotierter Unternehmen ist im Jahr 2025 deutlich gesunken. Nach einem Höchststand von 160 Gewinnwarnungen im Jahr 2023 und einem weiterhin hohen Niveau von 153 im Jahr 2024 wurden im vergangenen Jahr insgesamt 118 Gewinnwarnungen registriert. Sinkende Umsätze sind für mehr als die Hälfte der Unternehmen der wichtigste Grund für die

Zahl der Gewinnwarnungen gesunken – CFOs planen konservativer
Meldung

©Egor/fotolia.com

23.03.2026

Aktionärsrechte im Rückzug: Krise der Corporate Governance

Die Corporate Governance börsennotierter Unternehmen steht seit Jahren zwischen Reformanspruch und Vertrauenskrise. Obwohl gesetzliche Vorgaben und der Deutsche Corporate Governance Kodex Transparenz, Kontrolle und verantwortungsvolle Unternehmensführung sichern sollen, zeigen sich in der Praxis immer wieder deutliche Defizite. Im Interview erläutert Robert Peres, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Initiative Minderheitsaktionäre, wo die strukturellen Schwächen liegen und warum

Aktionärsrechte im Rückzug: Krise der Corporate Governance
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)