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20.07.2023

M&A in Transport und Logistik fallen auf Zehnjahres-Tief

Eine neue PwC-Studie zeigt: Der globale Transport- und Logistiksektor registriert in der ersten Jahreshälfte nur 85 Fusionen und Übernahmen – die Finanzinvestoren halten sich zurück. Eine Erholung in diesem Jahr gilt als unwahrscheinlich.

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Das fragile wirtschaftliche und geopolitische Umfeld sowie die gestiegenen Kapitalkosten haben das Deal-Geschehen in der Transport- und Logistikbranche stark ausgebremst. In der ersten Jahreshälfte 2023 wurden nur 85 Fusionen und Übernahmen mit einem Volumen von mindestens 50 Millionen US-Dollar angekündigt. Im Vorjahreszeitraum waren es mit 144 deutlich mehr. Das gesamte Deal-Volumen fiel auf 34,3 Milliarden US-Dollar – den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Zum Vergleich: In diesen zehn Jahren erreichte das Volumen durchschnittlich 67,5 Milliarden US-Dollar pro Halbjahr, in den letzten fünf Jahren 75,1 Milliarden US-Dollar pro Halbjahr.

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Ausgabe des „Transport & Logistics Barometer“ von PwC Deutschland und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC.

Finanzinvestoren halten sich spürbar zurück

„In Folge der wirtschaftlichen Abkühlung Ende 2022 sind die Fusionen und Übernahmen in allen Branchen rückläufig – auch im Transport- und Logistiksektor spiegelt sich dies wider. Besonders Finanzinvestoren haben sich in den ersten Monaten des Jahres spürbar zurückgehalten“, sagt Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport, Logistik und Tourismus bei PwC Deutschland. Laut Analyse entfielen nur 38 % des Deal-Volumens in der ersten Jahreshälfte auf Finanzinvestoren – ein signifikanter Rückgang im Vergleich zu 2022, als diese noch für 64 Prozent des Deal-Volumens verantwortlich waren.

„Besonders für Finanzinvestoren, die in der Regel stärker auf Fremdkapital angewiesen sind als strategische Investoren, sind die Finanzierungsbedingungen durch die steigenden Zinsen aktuell schwierig. Sie agieren entsprechend selektiv und fokussieren sich auf kleinere Transaktionen, bei denen weniger Fremdkapital nötig ist und die Risiken geringer sind“, so Dr. André Wortmann, Koordinator Transport & Logistik Deals bei PwC Europe.

Nur fünf Mega-Deals, aber im Schnitt höhere Preise

Die Zurückhaltung der Finanzinvestoren war vor allem bei den Mega-Deals zu spüren: In der ersten Jahreshälfte kam es nur zu fünf Mega-Deals mit einem Volumen von über einer Milliarde US-Dollar und Finanzinvestoren waren lediglich an zwei dieser großen Mergers and Acquisitions beteiligt. Zum Vergleich: Von Januar bis Juni 2022 gab es 19 Mega-Deals, im Gesamtjahr 2022 waren es 32 (2021: 46). Der Anteil der Finanzinvestoren an den Mega-Deals lag in diesen Jahren bei 47 %.

Es wurden zwar insgesamt weniger Deals angekündigt, die Transaktionen erzielten im Schnitt jedoch deutlich höhere Preise. Der Sales Multiple stieg im Median von 1,7 im Gesamtjahr 2022 auf 3,1 im ersten Halbjahr 2023.

Logistik und Güterverkehr bleibt aktivstes Segment

Mit 40 Deals war der Bereich Logistik und Güterverkehr in der ersten Jahreshälfte erneut das aktivste Segment bei den M&A-Deals und strategischen Partnerschaften. Wie in den vergangenen Jahren fand knapp die Hälfte der Transaktionen in diesem Subsektor statt. Aber auch hier gilt: Sowohl die Anzahl als auch das Volumen der Deals liegen deutlich unter dem Schnitt der Vorjahre.

Ausblick: Deal-Geschehen auch in der zweiten Jahreshälfte niedrig

Mit Blick auf die künftige Entwicklung der Branche geht Ingo Bauer von einer „vorübergehenden Abschwächung, nicht jedoch von einer langfristigen Rezession“ aus. Aus seiner Sicht bestehen nach wie vor zahlreiche Abwärtsrisiken. In puncto Fusions- und Übernahmetätigkeiten müsse man laut Dr. André Wortmann damit rechnen, dass diese auch in der zweiten Jahreshälfte aufgrund der schwierigen Finanzierungsbedingungen und dem allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld auf einem niedrigen Niveau verharren werden.

(pwc vom 18.07.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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