06.01.2016

M&A-Markt in Deutschland weiter belebt

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Corporate Finance

Die Zahl der Fusionen und Übernahmen unter deutscher Beteiligung hat im vierten Quartal wieder etwas an Fahrt aufgenommen. Für das Jahr 2015 rechnet KPMG auf Basis von Zahlen von ThomsonOne mit rund 2.200 angekündigten M&A-Deals, bei denen deutsche Unternehmen als Käufer oder Target eine Rolle spielen. Das ist ein Anstieg von rund 3% im Vergleich zum Vorjahr (2.132 Deals).

Dabei sind die Unternehmen zu kleineren Transaktionen übergegangen und haben im Vergleich zum Vorjahr weniger Mega-Deals getätigt, so dass das Volumen der angekündigten Transaktionen von 176,8 Mrd. USD (2014) voraussichtlich bis Ende 2015 um mehr als 30% auf rund 121 Mrd. USD zurückgehen wird.

Leif Zierz, Global Head of Deal Advisory bei KPMG: „Nachdem die abkühlende Weltwirtschaft und die Unsicherheit zur Entwicklung des chinesischen Aktienmarktes im dritten Quartal zur Zurückhaltung bei den Investoren geführt hatten, ist mit der Beruhigung der Märkte auch die Zuversicht in Transaktionen zurückgekehrt. Die Entwicklung des Transaktionsmarktes im letzten Quartal des Jahres 2015 spiegelt das grundsätzlich positive Marktumfeld wider. Die Finanzierungskonditionen sind weiterhin günstig, der IPO-Markt hat 2015 weitere Exitoptionen eröffnet und eine deutliche Belebung verzeichnet.“

Deutsche Unternehmen nehmen Spanien und Italien wieder in den Fokus

Deutsche Unternehmen investieren im Inland weiterhin bevorzugt in Industrieunternehmen (17,4% der angekündigten Transaktionen), in die High Tech Industrie (14,9%) sowie den Einzelhandel (11,2%). Im Ausland suchen sie bevorzugt im produzierenden Gewerbe (19,7%), im High Tech- Sektor (14,5%) und der Rohstoffindustrie (12,7%) attraktive Wachstumsunternehmen zur Erweiterung der eigenen Geschäftstätigkeit. Neben den „klassischen“ Zielländern USA, Großbritannien und Frankreich rücken mit der wirtschaftlichen Erholung die südeuropäischen Länder Spanien und Italien wieder in den Fokus und bieten Wachstumspotenziale in einem stabileren Umfeld. Dagegen ist das Interesse deutscher Unternehmen an den Emerging Markets weiterhin nur sehr gering.

Ausländische Investoren interessieren sich für Industrieunternehmen

Ausländische Unternehmen gewannen auch im Jahr 2015 für den hiesigen M&A-Markt an Bedeutung und werden ihre Transaktionszahl von 681 in 2014 voraussichtlich um rund 10% steigern. Dominierende Zielbranchen sind die Industrie (19,3% der Transaktionen), High Tech (15,4%) und die Immobilienwirtschaft (10,8%). Die aktivsten ausländischen Investoren und Unternehmen stammen aus den USA, Großbritannien, Schweiz und Frankreich. Während auch die Zahl der Deals unter japanischer Beteiligung zugenommen hat konnte sich das wachsende Interesse chinesischer Investoren am deutschen Markt noch nicht in erfolgreichen Abschlüssen widerspiegeln.

Leif Zierz: „Die Investoren suchen attraktive Anlagemöglichkeiten, und die Unternehmen treiben weiterhin ihre strategische Neuaufstellung voran. Angesichts des anhaltend günstigen Finanzierungsniveaus und der Notwendigkeit zur Anpassung der Geschäftsmodelle an disruptive Entwicklungen wie die Digitalisierung und die Sektorenkonvergenz bin ich für das Jahr 2016 optimistisch, dass wir das hohe Aktivitätsniveau im deutschen M&A-Markt beibehalten. Gleichzeitig sehen wir wieder hohe Bewertungen.“

Deutscher Markt mit wenigen Großtransaktionen

Im globalen Vergleich fällt der deutsche Transaktionsmarkt durch nur wenige Großtransaktionen auf. International haben große Konzerne ihre Wettbewerbsposition bereits durch mehr als zehn Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 50 Mrd. USD und vielen weiteren Milliardentransaktionen gestärkt. Dieses Wachstum konzentriert sich aktuell auf Nordamerika mit einem Anstieg des Transaktionsvolumens um rund 32% und Asien mit mehr als 50% Zuwachs. Beispielhaft sind die Akquisition des Botox-Produzenten Allergan durch den amerikanischen Pharmakonzern Pfizer für 160 Mrd. USD oder der Zusammenschluss der amerikanischen Chemiekonzerne Dupont und Dow Chemical im Wert von 120 Mrd. USD zu nennen. Die größten Transaktionen in Deutschland mit dem Erwerb der Immobiliengesellschaft Deutschen Wohnen durch den Wettbewerber Vonovia für 15,1 Mrd. USD oder der Erwerb des Messtechnik-Unternehmens Elster Group durch den amerikanischen Konzern Honeywell für 5,1 Mrd. USD fallen dagegen kleiner aus.

Leif Zierz: „Deutsche Unternehmen sind weiterhin auf der Suche nach Wachstum und unter Druck, ihre Geschäftsmodelle an die Erfordernisse der Digitalisierung und von Industrie 4.0 anzupassen.“

(Pressemitteilung KPMG vom 28.12.2016)


Redaktion

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