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17.06.2016

MDAX-Unternehmen bei Fusionen und Übernahmen auf Rekordkurs

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Corporate Finance

Die Anzahl der Firmenkäufe und -beteiligungen der 80 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland ist in den vergangenen zwei Jahren wieder deutlich gestiegen. Das zeigt eine Analyse der M&A-Aktivitäten der im DAX und MDAX gelisteten Gesellschaften über die vergangenen zehn Jahre, die von der Anwaltssozietät Freshfields Bruckhaus Deringer durchgeführt wurde.

Danach war das Jahr 2015 vor allem für die 50 Unternehmen aus dem MDAX ein besonders aktives Jahr mit weltweit 99 M&A-Transaktionen bei einem veröffentlichten Gesamtvolumen von 7 Mrd. USD – so viele wie zuletzt im Vorkrisenjahr 2007 und rund 25% mehr als 2014. Im DAX bestätigt sich dieses Bild weitgehend mit einem sehr hohen Dealvolumen im Jahr 2014 (135 veröffentlichte Transaktionen und einem veröffentlichten Gesamtvolumen von über 60 Mrd. USD) bei leicht abgeschwächter M&A-Aktivität im vergangenen Jahr. Rekordjahr für die DAX-Unternehmen bleibt aber weiterhin 2007, das Jahr unmittelbar vor dem Beginn der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise.

USA ist das beliebteste Investitionsziel außerhalb Deutschlands

Beliebtestes Investitionsziel der DAX- und MDAX-Konzerne außerhalb Deutschlands waren im Zeitraum 2006 bis 2015 mit großem Abstand durchweg die USA (insgesamt 326 veröffentlichte Transaktionen sowie ein Gesamtwert von knapp 127 Mrd. USD in diesem Zeitraum).

„DAX-Konzerne tätigten in den vergangenen zehn Jahren mit dem Zielland USA etwa genauso viele Transaktionen wie mit Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien zusammen. Dies liegt zum Teil natürlich an der Größe der amerikanischen Volkswirtschaft, zum anderen aber auch an ihrer Innovationskraft und ihrem Wachstum in den letzten Jahren, das durch günstige Investitionsfaktoren, insbesondere die niedrigen Energiepreise, angetrieben wurde. In diesem investitionsfreundlichen Umfeld, das durch die historisch niedrigen Zinsen für Fremdfinanzierungen verstärkt wird, sehen wir jetzt auch wieder Mega-Transaktionen wie Bayer/Monsanto. Hiervon erwarten wir noch mehr.“, so Dr. Gregor von Bonin, Partner am deutschen US-Desk von Freshfields Bruckhaus Deringer.

Indien ist der begehrteste Wachstumsmarkt der letzten Jahre

Unter den Wachstumsmärkten (Emerging Markets) war insbesondere in der jüngeren Vergangenheit Indien das beliebteste Investitionsziel der DAX- und MDAX-Konzerne mit elf M&A-Transaktionen allein in den letzten zwei Jahren, gefolgt von den weiteren BRIC-Staaten Brasilien, China und Russland. Über den Zehnjahreszeitraum 2006 bis 2015 liegen Indien und Russland nach der Anzahl der veröffentlichten Transaktionen praktisch gleichauf an der Spitze, wobei die veröffentlichen Transaktionsvolumina in Indien mit gut 4 Mrd. USD erheblich höher waren.

Dr. Lars Meyer, Asienexperte bei Freshfields: „Die Regierung von Premierminister Modi hat seit 2014 eine Vielzahl von Reformen auf den Weg gebracht und gerade auch für ausländische Unternehmen weitere Anreize geschaffen. Im Zusammenspiel mit hohen Wachstumsraten und der Konsumfreude der aufstrebenden indischen Mittelschicht sorgen diese Maßnahmen derzeit für ein positives Investitionsklima auf dem Subkontinent. Insofern ist davon auszugehen, dass Indien für die deutsche Wirtschaft auch weiterhin ein sehr interessantes Investitionsziel bleiben wird.“

Insgesamt tätigten die 30 DAX-Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren 1.592 M&A-Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 355,6 Mrd. USD. Die 50 aktuell im MDAX gelisteten Konzerne brachten es im selben Zeitraum auf 733 Deals mit einem Gesamtwert von 44,8 Mrd. USD (jeweils soweit veröffentlicht). Gut 21% der veröffentlichten Fusionen und Übernahmen der DAX-Unternehmen in den letzten zehn Jahren wurden in Deutschland realisiert. Im MDAX liegt dieser Wert mit etwas über 38% deutlich höher.

Maschinenbau, Bauwirtschaft und E-Commerce sind die aktivsten Sektoren

Unternehmenskäufe und -beteiligungen durch DAX-Unternehmen erfolgten vornehmlich in den Bereichen Chemie, Versicherungen und Gewerbeimmobilien. Die im MDAX geführten Gesellschaften waren ebenfalls vornehmlich in der Chemieindustrie und daneben primär in den Sektoren Maschinenbau, Bauwirtschaft und E-Commerce aktiv.

„Wir sehen einen deutlichen West-Trend bei weltweiten Fusionen und Übernahmen. Nicht nur die USA gilt als attraktiv, in den letzten Monaten hat sich auch das Interesse insbesondere chinesischer Bieter an Unternehmen in Europa und vor allem Deutschland sehr stark entwickelt. Mit dem Erwerb von Krauss Maffei durch ChemChina sowie dem Übernahmeangebot von Midea für die Kuka AG wurden neue Höhepunkte erreicht.“, so Dr. Matthias-Gabriel Kremer, Leiter der Praxisgruppe Gesellschaftsrecht/M&A von Freshfields in Deutschland. Zu den aktiven Sektoren werde künftig auch die Finanzwirtschaft gehören. Hier gebe es zunehmende Aktivität insbesondere hinsichtlich der Asset Management-Unternehmen, aber auch bei den sog. FinTechs, wo es nach Einschätzung der Studienautoren künftig größere Transaktionen als bisher gehen wird.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung Freshfields Bruckhaus Deringer vom 15.06.2016)


Redaktion

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