Der Markt für Fusionen und Übernahmen ist mit ungewöhnlich hoher Dynamik in das Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal wurden weltweit so viele Mega-Deals mit einem Volumen von jeweils mehr als 10 Mrd. US-Dollar abgeschlossen wie in keinem anderen Quartal seit 2008. Insgesamt wurden zwischen Januar und März zwölf solcher Transaktionen vollzogen. Im Vorquartal waren es lediglich zwei. Das zeigt der aktuelle Quarterly Deal Performance Monitor (QDPM) von WTW, der in Zusammenarbeit mit dem M&A Research Centre der Bayes Business School erstellt wird.
Rekordquartal bei Mega-Transaktionen
Der hohe Anteil besonders großer Transaktionen hat den Gesamtwert der abgeschlossenen Deals im ersten Quartal 2026 auf ein Fünfjahreshoch von 438 Mrd. US-Dollar steigen lassen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von mehr als 155 %. Insgesamt wurden weltweit 56 große Transaktionen mit einem Volumen von jeweils mehr als 1 Mrd. US-Dollar abgeschlossen. Das liegt leicht über dem Vorquartal und deutlich über dem Wert des ersten Quartals 2025 mit 40 Deals. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der weltweit abgeschlossenen Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Mio. US-Dollar auf 215. Das entspricht einem Anstieg von 32 % gegenüber den 163 Deals im gleichen Zeitraum des Vorjahres und ist der fünfte Quartalsanstieg in Folge.
Auch mit Blick auf die Kapitalmarktperformance zeigt sich ein positiveres Bild. Käuferunternehmen, die zwischen Januar und März 2026 Akquisitionen im Wert von mehr als 100 Mio. US-Dollar abgeschlossen haben, entwickelten sich im Durchschnitt um 2,5 Prozentpunkte besser als der Gesamtmarkt. Im Vorquartal hatten Erwerber den MSCI World Index noch um 13,9 Prozentpunkte untertroffen.
„Die Rückkehr der Mega-Deals zeigt, dass strategische Käufer wieder mit deutlich mehr Zuversicht agieren. Gut kapitalisierte Unternehmen haben das verbesserte Marktumfeld genutzt, um ihre Geschäftsmodelle gezielt weiterzuentwickeln, Größenund Kompetenzlücken zu schließen und sich den Zugang zu zukunftskritischen Technologien zu sichern“, sagt Sibylle Kampschulte, Leiterin HR M&A in der DACHRegion bei WTW.
Europäische Käufer mit starker Entwicklung
Im regionalen Vergleich zeigten sich europäische Käufer im ersten Quartal 2026 besonders robust. Auf Basis der Aktienkursentwicklung lagen sie mit 40 abgeschlossenen Deals um 6,0 Prozentpunkte über Unternehmen, die in diesem Zeitraum keine M&A-Transaktionen durchgeführt hatten. Auch Käufer aus dem Vereinigten Königreich folgten diesem positiven europäischen Trend.
Demgegenüber blieben Käufer aus dem asiatisch-pazifischen Raum mit 49 abgeschlossenen Deals um 3,4 Prozentpunkte hinter ihrem regionalen Index zurück. In China wurden in den ersten drei Monaten des Jahres bereits 21 Transaktionen abgeschlossen. Damit setzt sich die Belebung der M&A-Aktivitäten nach dem historischen Tiefstand des Jahres 2024 fort. Nordamerikanische Käufer entwickelten sich ebenfalls schwächer als ihr Vergleichsindex und lagen bei 117 abgeschlossenen Deals um 5,4 Prozentpunkte darunter. Im Vorquartal hatte die Underperformance dort noch 16,1 Prozentpunkte betragen.
Der deutliche Anstieg der Dealwerte deutet darauf hin, dass aufgestaute Transaktionsvorhaben, ein günstigeres regulatorisches Umfeld und solide Bilanzen die Aktivität im Markt wieder antreiben. Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Insbesondere die Dauer und Intensität geopolitischer Konflikte könnten dazu führen, dass Unternehmen Entscheidungsprozesse verlängern und Due-Diligence-Prüfungen vertiefen.
Trotz dieser Unsicherheiten bleibt die Bereitschaft zu strategischen Transaktionen vorerst hoch. Viele Unternehmen scheinen sich auf ein Umfeld mit erhöhter geopolitischer Unsicherheit einzustellen und halten an ihren Wachstums- und Transformationszielen fest.
(WTW vom 09.04.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

