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15.10.2019

Mehrheit der deutschen Mittelständler sieht einem möglichen harten Brexit gelassen entgegen

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In den Gesprächen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union über den Brexit überschlagen sich tagtäglich die Ereignisse. Die Möglichkeit eines ungeregelten Austritts der Briten aus der EU zum 31. Oktober 2019 steht nach wie vor im Raum. Die meisten deutschen Mittelständler sehen dem Ganzen allerdings gelassen entgegen, wie eine im September durchgeführte repräsentative Befragung von KfW Research zeigt: Rund 60 % der kleinen und mittleren Unternehmen mit maximal 500 Mio. EUR Jahresumsatz erwarten auch bei einem harten Brexit keine Auswirkungen auf ihre Geschäfte. Ein Viertel der Unternehmen allerdings befürchtet Nachteile.

Bei vielen von ihnen dürfte es die Sorge um die Konjunktur sein, die die Erwartungen trübt: Von den rund 17 % der Mittelständler, die einen ungeregelten Brexit als eines der größten Risiken für die deutsche Konjunktur sehen, erwarten mehr als die Hälfte negative Auswirkungen auf ihr Unternehmen. Darüber hinaus dürften einige Mittelständler auch direkt betroffen sein – beispielsweise, weil sie in das Vereinigte Königreich exportieren. Entsprechend rechnen vier von zehn Mittelständlern, deren Auslandsumsatz mehr als 10 % des Gesamtumsatzes ausmacht, mit Nachteilen für ihr Unternehmen im Falle eines harten Brexits. Besonders stark betroffen dürften exportstarke Mittelständler aus dem Verarbeitenden Gewerbe sein, für die ein wichtiger Absatzmarkt wegbrechen könnte. Mehr als 60 % von ihnen erwarten bei einem ungeregelten Austritt negative Auswirkungen auf ihr Geschäft.

Demgegenüber gehen einige Dienstleister davon aus, dass sie von einem harten Brexit sogar profitieren könnten. Unter den exportstarken Dienstleistern, zu denen unter anderem Rechts-, Steuer-, und Wirtschaftsberatungen zählen, gibt es einen relativ hohen Anteil von 15 %, der eher positive Effekte auf das eigene Unternehmen erwartet. Der sinkende Wettbewerbsdruck durch Konkurrenten aus dem Vereinigten Königreich dürfte hier eine Rolle spielen, aber auch der erhöhte Beratungsbedarf von Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen nach einem harten Brexit neu ordnen müssen.

Nur wenige Mittelständler haben sich umfassend auf einen harten Brexit vorbereitet. Vier von fünf haben keinerlei Vorkehrungen getroffen, da sie sich nicht unmittelbar betroffen sehen. Jeder zwanzigste sieht sich betroffen, fühlt sich jedoch gut gerüstet. Einem ungeregelten Brexit mit Sorge entgegensehen dürften dagegen die rund 13 % der Mittelständler, die nach eigener Einschätzung davon betroffen wären, aber noch nicht oder nur unzureichend darauf vorbereitet sind.

„Kurz vor einem möglichen harten Brexit bleibt der deutschen Mittelstand weitestgehend gelassen: Nur einem kleinen Teil der Unternehmen treibt das Szenario Sorgenfalten auf die Stirn. Die allermeisten befürchten jedoch keine Nachteile für ihre Geschäfte – und einige könnten sogar profitieren“, fasst KfW-Ökonomin Dr. Jennifer Abel-Koch die Befragungsergebnisse zusammen.

Hinweis:

Die Ergebnisse der Befragung von KfW Research zu den Brexit-Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand sind abrufbar unter: http://ots.de/oYrNIX

(Pressemitteilung KfW vom 11.10.2019)


Redaktion

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