• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • MiFID II stellt Emittenten vor Herausforderungen beim Research

14.12.2017

MiFID II stellt Emittenten vor Herausforderungen beim Research

Beitrag mit Bild

Wenn am 3. Januar 2018 die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II in Kraft tritt, werden sich die Regeln für die Bereitstellung von Research-Dienstleistungen grundlegend ändern. Davon betroffen sind neben Banken und Investoren vor allem börsennotierte Gesellschaften. Um sich auch künftig die nötige Aufmerksamkeit am Kapitalmarkt zu verschaffen, müssen gerade kleinere Emittenten aktiv werden.

Wenn am 3. Januar 2018 die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II in Kraft tritt, werden sich die Regeln für die Bereitstellung von Research-Dienstleistungen grundlegend ändern. Davon betroffen sind neben Banken und Investoren vor allem börsennotierte Gesellschaften. Um sich auch künftig die nötige Aufmerksamkeit am Kapitalmarkt zu verschaffen, müssen gerade kleinere Emittenten aktiv werden.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Papier, das die Deutsche Börse AG heute gemeinsam mit dem deutschen Fondsverband BVI, dem Deutschen Aktieninstitut, dem DIRK – Deutscher Investor Relations Verband und der DVFA – Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management vorgestellt hat.

Zahlreiche Marktteilnehmer rechnen damit, dass die neuen Regeln die Nachfrage nach Research deutlich verringern wird. Im Vergleich zu heute müssen Emittenten künftig deutlich stärker selbst sicherstellen, dass die Analyse ihrer Wertpapiere erfolgt und deren Inhalte auch tatsächlich den Anleger erreichen, indem der Corporate Access – also der Kontakt zwischen Investoren und Emittenten – gewährleistet wird.Zwar habe dies für große Unternehmen keine spürbaren Auswirkungen. Für kleine und mittlere Unternehmen sei jedoch damit zu rechnen, dass der Aufbau persönlicher Beziehungen und deren Pflege für Investor Relations-Manager in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen werden. Für sie wird es künftig in größerem Ausmaß notwendig sein, Research einzukaufen. Zudem wird der direkte Kontakt zu den Investoren, unabhängig von der Vermittlung durch den Broker, eine größere Rolle spielen. Das Research-Papier gibt wichtige Hinweise, worauf die Emittenten bei diesen Punkten achten sollten.

Herausforderungen insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen

BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter sagte: „MiFID II wird die Qualität des Researchs verändern. Investoren werden sich künftig genauer überlegen, welche Analysen taugen und wie viel sie bezahlen wollen. Kleine und mittlere Emittenten müssen sich dann anstrengen, um auf dem Radar zu bleiben.“

„Die neuen Regeln unter MiFID II werden insbesondere die Verfügbarkeit von Research kleiner und mittlerer Unternehmen spürbar verringern. Um sich weiterhin erfolgreich an der Börse finanzieren zu können, müssen sich die Unternehmen hierauf einstellen. Welche Möglichkeiten es gibt, zeigt unser Papier auf“, sagte Dr. Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand, Deutsches Aktieninstitut e.V.

DVFA-Generalsekretär und Geschäftsführer Ralf Frank, sagte: „Wenn Emittenten zukünftig Research aus der eigenen Tasche bezahlen, dann ist es wichtig, dass sie die Qualitätsmerkmale von Research und Finanzanalysten kennen, und ihre Beauftragungen danach ausrichten. Anleger sind zunächst einmal skeptisch bei Research, das vom Emittenten beauftragt wurde. Gerade deshalb muss die Qualität stimmen.“

Kay Bommer, Geschäftsführer des DIRK – Deutscher Investor Relations Verband, sagte: „Durch MiFID II werden insbesondere kleine und mittelgroße Emittenten vor die Herausforderung gestellt, bislang kostenlose Research-Dienstleistungen anderweitig erbringen zu lassen. Es bedarf einer personellen und monetären Aufwertung der Investor Relations-Aktivitäten, die eigene Kapitalmarktfähigkeit in Zukunft zu erhalten.“

Renata Bandov, verantwortlich für das Listing bei der Deutschen Börse, ergänzte: „Dass gerade kleinere und mittlere Unternehmen vor Herausforderungen stehen werden, haben wir bereits bei der Entwicklung unseres Börsensegments Scale berücksichtigt. Deshalb haben wir uns entschieden, dass alle Scale-Emittenten ein obligatorisches Research erhalten, das von uns als Börse beauftragt wird. Die Reports sorgen für mehr Transparenz und Visibilität gegenüber Investoren.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung Deutsche Börse vom 14.12.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© ferkelraggae/fotolia.com

14.04.2026

Immer weniger Mittelständler wollen einen Kredit aufnehmen

Immer weniger mittelständische Unternehmen interessieren sich für eine Kreditaufnahme bei ihrer Bank oder Sparkasse. Nur 27 % der Mittelständler in Deutschland sind grundsätzlich bereit, einen Bankkredit zur Investitionsfinanzierung aufzunehmen – das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Im Jahr 2023 zogen noch 42 %, 2017 sogar 66 % der Unternehmen eine Kreditfinanzierung in Betracht. Das sind Ergebnisse

Immer weniger Mittelständler wollen einen Kredit aufnehmen
Meldung

©pitinan/123rf.com

14.04.2026

Milliardengrab E-Auto: Massiver Gewinneinbruch der Autokonzerne

Was vor wenigen Jahren noch als große Zukunftswette galt, entwickelt sich für viele Autokonzerne inzwischen zu einer massiven finanziellen Belastung. Führende Hersteller in Europa und den USA korrigieren derzeit ihre Elektrostrategien und müssen dafür tief in die Bilanz greifen. Abschreibungen auf Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und Modellreihen summieren sich bereits auf fast 60 Milliarden Euro. Gewinne brechen

Milliardengrab E-Auto: Massiver Gewinneinbruch der Autokonzerne
Meldung

© kritchanut/fotolia.com

13.04.2026

Mega-Deals erreichen Rekordniveau

Der Markt für Fusionen und Übernahmen ist mit ungewöhnlich hoher Dynamik in das Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal wurden weltweit so viele Mega-Deals mit einem Volumen von jeweils mehr als 10 Mrd. US-Dollar abgeschlossen wie in keinem anderen Quartal seit 2008. Insgesamt wurden zwischen Januar und März zwölf solcher Transaktionen vollzogen. Im Vorquartal waren

Mega-Deals erreichen Rekordniveau
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)