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12.06.2021

Mittelstand erholt sich weiter von der Corona-Krise, doch Klagen über Störungen der Lieferketten nehmen zu

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© kontrastwerkstatt/fotolia.com

Trotz der Kontaktbeschränkungen, die zur Eindämmung der dritten Corona-Welle nötig waren, hat sich der Mittelstand in den vergangenen Monaten von der Corona-Krise etwas erholt. Rund 2,4 Mio. mittelständische Unternehmen (64%) hatten Mitte Mai noch mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen, wie eine repräsentative Befragung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels zeigt.

Die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen trafen damit etwa 150.000 Unternehmen weniger als bei der letzten Befragung im Januar. Zu diesem Zeitpunkt waren 68% der kleinen und mittleren Unternehmen von der Corona-Krise betroffen.

Corona-Krise als existenzielle Bedrohung verliert an Schrecken

Der Rückgang der Betroffenheit erstreckt sich über nahezu alle erfragten Aspekte, wie z.B. Umsatzrückgänge oder Störungen im Geschäftsbetrieb aufgrund des Ausfalls von Mitarbeitern. Deutlich verbessert hat sich insbesondere die Liquiditätslage der Unternehmen. Inzwischen sagt nahezu die Hälfte der Unternehmen (46%), sie seien ungeachtet der Krise ausreichend mit Liquidität versorgt. Zu Beginn des Jahres waren es nur 32%.

Finanzielle Lage der Mittelständler hat sich stabilisiert

Demgegenüber sank der Anteil der Unternehmen, deren liquide Mittel nur noch höchstens zwei Monate ausreichen, auf 22% (33% im Januar). Eine existenzielle Bedrohung ist die Corona-Krise noch für jedes fünfte mittelständische Unternehmen, im Januar traf dies noch auf jedes vierte Unternehmen zu.

Störungen der Lieferketten hemmen Erholung, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe

Als zunehmende Belastung für den Erholungskurs erweisen sich jedoch Störungen in den Lieferketten. Hierüber klagen 17% der mittelständischen Unternehmen, dies sind 2 Prozentpunkte mehr als zu Beginn des Jahres. Gegenüber der Befragung im September 2020 (9%) hat sich der Anteil der Unternehmen, die von Störungen der Lieferketten berichten, sogar nahezu verdoppelt. Betroffen sind vor allem mittelständische Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe. Fast jedes zweite Unternehmen in dieser Branche hat mit Produktionsproblemen aufgrund von Störungen in den Lieferketten zu kämpfen – ein Anstieg um 17 Prozentpunkte im Vergleich zum Januar. Dementsprechend hoch ist im Verarbeitenden Gewerbe auch weiterhin die Corona-Betroffenheit (75%).

Viele Mittelständler von Produktionsunterbrechungen im Ausland betroffen

Störungen in den Lieferketten spiegeln laut des KfW-Mittelstandspanels neben den Einschränkungen im grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr auch schärfere Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen in einer Vielzahl anderer Länder wider. Insbesondere Teile Asiens – wichtige Partner in den globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten – seien in den vergangenen Wochen von einer neuen heftigen Corona-Welle überrollt worden. Viele Mittelständler seien Teil des globalen Warenaustauschs und deshalb von Produktionsunterbrechungen im Ausland betroffen.

Seit April 2020 befragt KfW Research im Abstand von drei bis vier Monaten mittelständische Unternehmen aus dem Grunddatensatz des KfW-Mittelstandspanels repräsentativ zu den aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise. Die aktuelle Befragung war die jüngste von bisher fünf Erhebungen. Der Fokus Volkwirtschaft Nr. 333 „Licht am Ende des Tunnels – Die Lage im Mittelstand entspannt sich“ steht hier zur Verfügung.

(Pressemitteilung KfW vom 11.06.2021)


Redaktion

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