• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Nachfolgemonitor für das Handwerk: Trend zur Größe

06.07.2022

Nachfolgemonitor für das Handwerk: Trend zur Größe

Die Anzahl der Unternehmensübernahmen und -nachfolgen im Handwerk hat in 2021 gegenüber den Vorjahren deutlich zugenommen, so das Ergebnis einer Sonderauswertung im Rahmen der jährlich erscheinenden Studie „Nachfolgemonitor“. Der seit 2019 jährlich fortgeschriebene Nachfolgemonitor erfasst alle Unternehmenstransaktionen, bei denen eine deutsche Bürgschaftsbank in die Finanzierung der Übernahme eingeschaltet war. Die Analyse des Nachfolgegeschehens im Handwerk erlaubt eine mehrjährige Rückschau und kommt damit zu detaillierten Trendanalysen.

Beitrag mit Bild

© cirquedesprit/fotolia.com

Vorteil für die Großen

Laut der Studienautoren ist die auffälligste Tatsache der Trend zu immer größeren Transaktionen. Der durchschnittliche Jahresumsatz der übernommenen Handwerksunternehmen steigt laut der Analyse seit Jahren stetig an und liegt inzwischen deutlich über 2 Mio. €. Den Studienautoren zufolge komme darin der immer stärkere Wandel zu einem Käufermarkt bei der Unternehmensnachfolge zum Ausdruck. Ähnlich wie im Handwerk zunehmend die angestellten Fachkräfte fehlen, so bestehe auch ein Mangel an Nachfolgeunternehmern. Interessenten würden sich zahlreiche Firmen anschauen, ehe sie sich für eine Übernahme entscheiden. Dabei fällt die Wahl meistens auf größere, gut etablierte Betriebe.

Die Nachfolger und Übernehmer von Handwerksbetrieben erwerben zunehmend nur umsatzstarke und gewinnträchtige Unternehmen. Bild: Intagus GmbH – Fotograf: Juraj Varga

Unternehmensnachfolge zur Fachkräftebeschaffung

Diverse Untersuchungen zur Unternehmensnachfolge zeigen jedoch, dass nur noch die Hälfte aller übernommenen Firmen durch Nachfolger aus der Familie fortgeführt werden. Oft sind die Käufer andere Handwerksbetriebe der gleichen oder verwandter Branchen, stellen die Studienautoren fest. Während Übernahmen früher besonders auf den Erwerb eines etablierten Kundenstammes abzielten, habe es diese Käufergruppe zunehmend auf qualifizierte Beschäftigte abgesehen Besonders viele Übernahmen entfielen daher 2021 auf das Heizung-Klima-Sanitär-Handwerk sowie auf Unternehmen der Elektrotechnik-Branchen, in denen Nachfragedruck auf Fachkräftemangel stößt.

Frauen wirtschaften nachhaltiger

Die steigende Anzahl der Unternehmensnachfolgen im Handwerk interpretieren die Studienautoren einerseits als Folge der demographisch bedingten Alterung der Betriebsinhaber, andererseits aber auch als Folge der anhaltenden Corona-Krise. Die politischen Unsicherheiten über die Zukunft von Verbrennungsmotoren könnten dazu beigetragen haben, dass Kfz-Werkstätten eine weitere Schwerpunktbranche des Nachfolgegeschehens waren. Im Friseurhandwerk dürfte der vergleichsweise niedrige Investitionsbedarf eine ebenfalls hohe Anzahl von Übernahmen begünstigt haben. In dieser Branche sind auch besonders viele Nachfolgerinnen anzutreffen. Auf Handwerkerinnen entfallen insgesamt aber nur 16% aller Unternehmenstransaktionen. Ältere männliche Inhaber trauen Frauen oft die Unternehmensnachfolge nicht zu, erklären die Studienautoren, dabei belege die Statistik, dass Unternehmerinnen im Handwerk wie auch in allen anderen Branchen solider, stetiger und nachhaltiger als die Männer wirtschaften. Wer ein rasches, aber auch riskantes Unternehmenswachstum forcieren möchte, sollte hingegen eher einen Herrn als Nachfolger wählen.

Zinswende schafft Nachfolgeprobleme

Mit Sorge beobachten die Studienautoren, dass im Zuge der aktuellen Zinswende der von den Hausbanken geforderte Eigenkapitalanteil für eine kreditfinanzierte Übernahme deutlich angestiegen ist – von häufig zehn auf jetzt bereits 30%. Die Einbeziehung einer Bürgschaftsbank und der ihr angeschlossenen Mittelstandsbeteiligungsgesellschaft in das Finanzierungskonzept einer Unternehmensnachfolge werde daher immer unverzichtbarer.

Die Sonderausgabe des Nachfolgemonitors sowie die Studien der letzten Jahre können Sie hier herunterladen.

(Pressemitteilung Intagus vom 06.07.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

©pixbox77/fotolia.com

08.04.2026

Mehr als jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte des Klimawandels

Mehr als jedes fünfte Unternehmen (21 %) in Deutschland sieht sich bereits von negativen Folgen des Klimawandels betroffen. Das sind rund 800.000 Unternehmen. Besonders große Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz leiden unter den mannigfaltigen Auswirkungen der Erderwärmung: 74 % von ihnen geben an, zumindest teilweise von negativen Konsequenzen betroffen zu sein. Unter den größeren

Mehr als jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte des Klimawandels
Meldung

©EtiAmmos/fotolia.com

08.04.2026

Zahlreiche Branchen durch Lieferketten-Probleme in prekärer Lage

Die Störung der globalen Lieferketten beeinträchtigt Deutschlands Wirtschaft. Krisen, wie die faktisch gesperrte Straße von Hormus im Zuge des Iran-Krieges oder die Vorherrschaft Chinas bei Seltenen Erden, haben gravierende Folgen für die Versorgung der deutschen und europäischen Unternehmen mit Rohstoffen, Energie und Technologie. „Der Iran-Krieg ist ein Bremsklotz für den Aufschwung, der durch sinkende Zinsen

Zahlreiche Branchen durch Lieferketten-Probleme in prekärer Lage
Meldung

murrstock/123rf.com

07.04.2026

Nahost-Krieg bremst weltweiten IPO-Markt

Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr 2026 führten neue geopolitische Spannungen und der weltweite Anstieg der Energiepreise zu einem deutlichen Rückgang auf dem IPO-Markt: Die Zahl der Börsengänge schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 % und lag mit 230 auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Zuletzt waren im zweiten Quartal des COVID-Jahres 2020 mit 195

Nahost-Krieg bremst weltweiten IPO-Markt
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)