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03.11.2021

Nachhaltigkeit rückt auf der CEO-Agenda auf Platz eins

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© fotomek/fotolia.com

Zeitenwende in Deutschlands Chefetagen: Nachdem dort bis 2019 die Digitalisierung und danach die Pandemie höchste Priorität gehabt hatten, rückt nun das Thema Nachhaltigkeit ganz nach oben auf die Agenda. Dieses halten neun von zehn Top-Führungskräften in den kommenden fünf Jahren für mindestens genauso wichtig wie die Digitalisierung, nahezu die Hälfte erachtet es sogar als bedeutender. Das zeigt die Studie „Von Haltung zu Handlung: Wie Deutschlands CEOs ihre Unternehmen auf Nachhaltigkeitskurs bringen“, die das FUTURIST Institute for Sustainable Transformation, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und die internationale Unternehmensberatung Bain & Company gemeinsam erstellt haben. Sie basiert auf ausführlichen Gesprächen mit mehr als 20 Topmanagerinnen und -managern im Vorfeld der 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow.

Aus Sicht der Studienautoren verfolgen die Führungskräfte klare Ziele: Deutschlands CEOs wollen ihre Unternehmen klimaneutral machen und entlang der drei Nachhaltigkeitsdimensionen Umwelt, Soziales und Governance transformieren. Im Durchschnitt benötigen die Studienteilnehmer noch 14 Jahre, um zumindest ihre eigenen CO2-Emissionen auf eine Nettonull zu reduzieren, zum Teil streben die Unternehmen auch eine Dekarbonisierung der gesamten Wertschöpfungskette an. Die Autoren zeigen sich zuversichtlich über die ehrgeizige Zielsetzung. Die Unternehmen fangen nun an, Nachhaltigkeit strategisch anzugehen, um ihre ‚Licence to operate‘ zu erhalten, einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen und sich neue Chancen zu erschließen. Entscheidend sei dabei, dass wirtschaftliche Entwicklung innerhalb des sicheren Rahmens der planetarischen Grenzen stattfinde.

Nachhaltige Produkte versprechen zusätzliche Umsätze

Bei der Transformation bereitet den Top-Führungskräften vor allem ein fundamentaler Zielkonflikt Kopfzerbrechen: In den Augen von 60% der Befragten sind Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit noch Gegensätze. Die Studienautoren sind jedoch überzeugt, dass sich dieser Konflikt in den kommenden Jahren auflösen wird. Etliche Nachhaltigkeitsprojekte gerade im Bereich Umwelt rechnen sich bereits, stellt die Analyse fest. Und die Wirtschaft stehe erst am Anfang der ökologischen Transformation. In Zukunft werden die Kosten für mehr Nachhaltigkeit in vielen Fällen deutlich geringer sein als die Chancen auf zusätzliche Umsätze. Wenn Unternehmen gerade die Dekarbonisierung strategisch klug aufsetzen, werden sich ihnen bereits in dieser Dekade bedeutende Wachstumschancen bieten, so die Einschätzung der Experten.

Entschlossenes Handeln ist gefragt

Mit den bisherigen Fortschritten auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit geben sich die Studienteilnehmer nicht zufrieden. Auf einer Skala von 1 bis 10 (komplett unzufrieden bis sehr zufrieden) bewerten sie die bisherigen Handlungen in ihrem Unternehmen im Schnitt mit 5,6. Positiver sieht es bei der Haltung und damit der Sensibilität für den anstehenden Wandel aus. Hier liegt der Durchschnittswert bei 7,1. Nur mit der richtigen Haltung können Unternehmen nachhaltig wirtschaften, betonen die Autoren der Studie. Nun sei entschlossenes Handeln gefragt. Firmen könnten nur dann wirklich nachhaltiger werden, wenn die entsprechenden Schritte Teil ihrer Unternehmensstrategie und die Nachhaltigkeitsziele in die operative Steuerung integriert seien. Bislang verzahne erfahrungsgemäß erst jedes zehnte Unternehmen konsequent beide Strategien.

Zehn Schritte der Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit

Der Studie zufolge sind zehn Schritte nötig, wollen Firmen gleich welcher Branche ihre Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit systematisieren. Das Spektrum reicht von der Definition messbarer und ehrgeiziger Ziele über eine schlagkräftige Governance bis hin zur Gewinnung passender Talente und dem Aufbau eines Partnernetzwerks. Derzeit bewegen sich die Unternehmen auf vier Transformationspfaden, die sich durch den Grad der Komplexität und die Abhängigkeit von externen Faktoren unterscheiden. So können etwa Banken und Versicherungen sowie die ITK-Branche ihre langjährige Transformation weitgehend selbst bestimmt vorantreiben. Dagegen sind die Energiewirtschaft und die Luftfahrt in hohem Maße von der Leistung anderer Stakeholder sowie der technologischen Entwicklung abhängig.

Am Dialog führt kein Weg vorbei

Angesichts der zentralen Bedeutung der Transformation übernehmen branchenübergreifend immer mehr CEOs selbst de facto oder formal die Verantwortung für das Ressort Nachhaltigkeit. Sie sehen sich hierbei vor allem als Antreiber, Kommunikatoren und Dirigenten, aber auch als Mahner. Die Dekarbonisierung dürfe nicht zu einer Deindustrialisierung führen, warnten einige Studienteilnehmer.

Die Studie „Von Haltung zu Handlung: Wie Deutschlands CEOs ihre Unternehmen auf Nachhaltigkeitskurs bringen“ können Sie hier herunterladen.

(Pressemitteilung Bain & Company vom 03.11.2021)


Redaktion

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