• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung vernachlässigt Biodiversität und soziale Themen

18.10.2022

Nachhaltigkeitsberichterstattung vernachlässigt Biodiversität und soziale Themen

Nachhaltigkeitsberichterstattung ist weltweit auf dem Vormarsch. Die 250 größten Unternehmen der Welt („G250“) berichten fast alle in irgendeiner Form über Nachhaltigkeit, wobei 96% dieser Gruppe über Nachhaltigkeit bzw. ESG-Themen berichten. Das zeigt die 12. Auflage des „KPMG Survey on Sustainability Reporting“, für den die Berichterstattung der jeweils 100 umsatzstärksten Unternehmen aus 58 Ländern und Rechtsordnungen ausgewertet wurde – darunter die 250 größten der Welt. Auch die Berichterstattung der sog. N100 (die 100 führenden Unternehmen in jedem untersuchten Land oder Rechtsgebiet) hat stetig zugenommen: Vor zehn Jahren legten etwa zwei Drittel der N100-Unternehmensgruppe Nachhaltigkeitsberichte vor. Heute sind es 79%.

Beitrag mit Bild

©stockwerkfotodesign/123rf.com

CO2-Ziele im Fokus/Biodiversität vernachlässigt

In Deutschland berichten sämtliche der 100 umsatzstärksten Unternehmen über ihre Nachhaltigkeitsanstrengungen (2020: 92). Besonders hoch ist hierzulande mit 94% die Quote der Unternehmen, die ein Ziel zur Reduktion der CO2-Emissionen angeben (zum Vergleich: weltweit N100: 71%, G250: 80%). Nachholbedarf gibt es bei der Berichterstattung über Risiken in Bezug auf die Vielfalt der Arten und Ökosysteme (Biodiversität): Hier sehen nur 29% der deutschen „Top 100“ einen Verlust als Geschäftsrisiko an (weltweit: 40%).

ESG-Berichterstattung mit Luft nach oben

Der Bericht zeigt auch einige Herausforderungen bei der Berichterstattung über ESG auf. So wird unter den 5.800 Berichten in weniger als die Hälfte über soziale Komponenten berichtet, obwohl das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen der Klimakrise, sozialer Ungleichheit und resilienten Lieferketten wächst. Gleichzeitig legte weniger als die Hälfte der Unternehmen ihre Governance-Risiken offen (z.B. Berücksichtigung der ESG Kriterien in den internen Risiko Management Systemen). Darüber hinaus hat nur ein Drittel der N100-Unternehmen eine speziell für Nachhaltigkeit zuständige Person im Führungsteam, und weniger als ein Viertel dieser Unternehmen verknüpft Nachhaltigkeit mit der Vergütung der Unternehmensführung.

Weniger als die Hälfte der Unternehmen sieht den Verlust der biologischen Vielfalt als Risiko an

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung steht mit Blick auf kommende regulatorische Anforderungen noch nicht dort, wo sie stehen müsste. In der Europäischen Union sind Unternehmen in Zukunft zu einer deutlich größeren Transparenz im Bereich ESG verpflichtet. Besonders soziale Themen und Risiken aus dem Verlust von Biodiversität sollten von Unternehmen deshalb stärker in den Fokus genommen werden. In diesen Handlungsfeldern besteht ein dringender Nachholbedarf.

Bei „sozialen“ und „Governance“-Komponenten von ESG noch Potenzial

Der asiatisch-pazifische Raum ist führend in der Nachhaltigkeitsberichterstattung: 89% der Unternehmen dort berichten über Nachhaltigkeit. Es folgen Europa (82%), Nord- und Südamerika (74%) und der Nahe Osten und Afrika (56%). Während Nordamerika (97%) und Westeuropa (85%) die höchsten Gesamtberichterstattungsquoten aufweisen, stechen bei der integrierten Berichterstattung der Nahe Osten (55%) und der asiatisch-pazifische Raum (30%) hervor. Lateinamerika (50%) sticht bei der Berichterstattung über die biologische Vielfalt hervor, Afrika wiederum bei der Sozial- und Governance-Berichterstattung (51% bzw. 49%).

Der KPMG Survey of Sustainability Reporting wurde erstmals 1993 veröffentlicht und erscheint 2022 zum zwölften Mal. Sie untersucht Trends in der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf der ganzen Welt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Nachhaltigkeitsberichterstattung weitgehend freiwillig. Ziel dieser Umfrage war es daher, aussagekräftige Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die Offenlegung durch Unternehmensleiter, Nachhaltigkeitsexperten und Unternehmensvorstände verbessert werden kann.

Den “Survey of Sustainability Reporting 2022 – Big shifts, small steps” finden Sie hier.

(Pressemitteilung KPMG vom 18.10.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

© alexlmx/fotolia.com

27.04.2026

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity

Der europäische Private-Equity (PE)-Markt war im Jahr 2025 gespalten: Die Anzahl der Transaktionen sank um 8 % auf insgesamt 3.881 Deals, während das Gesamtvolumen um 28 % auf 457,6 Milliarden Euro stieg. Vor allem Megadeals – Transaktionen jenseits der Eine-Milliarde-Euro-Schwelle – trieben den Markt. Demgegenüber fanden kleinere und mittlere Deals seltener statt. Dieser K-förmige Markt – oben

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity
Meldung

© Coloures-Pic/fotolia.com

27.04.2026

KfW-Studie: Digitale Unternehmen sind produktiver

Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto produktiver ist es. Das zeigt eine gemeinsame Studie des ZEW Mannheim und von KfW Research. Die Studie basiert auf Daten des KfW-Mittelstandspanels. Der Zusammenhang ist besonders stark bei Unternehmen, die bereits weit digitalisiert sind. Digitalisierung steigert die Produktivität Steigt der digitale Kapitalstock eines Unternehmens um 10 %, ist dies

KfW-Studie: Digitale Unternehmen sind produktiver
Meldung

© fotogestoeber/fotolia.com

23.04.2026

In Deutschland wird wieder mehr gegründet

Die Gründungslandschaft in Deutschland kommt wieder in Bewegung: Sowohl im gewerblichen Bereich als auch in den Freien Berufen sowie in der Land- und Forstwirtschaft wurden 2025 mehr selbstständige Tätigkeiten im Vollerwerb aufgenommen als in den Vorjahren. Insgesamt wagten rund 395.000 Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die aktuellen Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

In Deutschland wird wieder mehr gegründet
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)