• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Neu-Investments in Deutschland so teuer wie noch nie

02.11.2018

Neu-Investments in Deutschland so teuer wie noch nie

Beitrag mit Bild

© v.poth/fotolia.com

Die Kaufpreise am deutschen Private Equity-Markt schießen durch die Decke und die Unternehmensbewertungen haben deutlich angezogen. Beteiligungsmanager in Deutschland sehen sich dadurch einer zunehmend verzwickten Situation ausgesetzt, weil sie vor allem für Neu-Investments so tief in die Tasche greifen müssen wie nie zuvor.

Das sind die Kernergebnisse des dritten Private Equity Panels, für das CMS Deutschland und das Magazin FINANCE drei Mal im Jahr mehr als 50 verschiedene Private Equity-Häuser aus dem deutschen Mittelstand befragen. „Die Kaufpreise mögen zwar aus Sicht der Käufer als hoch eingeschätzt werden, dem Markt insgesamt schadet das allerdings bislang nicht, er boomt weiterhin. Spannend wird es spätestens in einigen Jahren werden, wenn die Exits anstehen. Dann wird sich zeigen, wer den richtigen Riecher hatte“, so Dr. Tobias Schneider, Private Equity-Partner bei CMS in Deutschland.

Über den Sommer hinweg sind die Bewertungen auf dem M&A-Markt deutlich nach oben geklettert. Das zahlt sich derzeit vor allem in den wenig konjunktursensiblen Branchen aus, die gegenüber der letzten Befragung an Attraktivität gewonnen haben. Für Private Equity-Investoren sind die Bereiche Software/IT (8,30 Punkte), Healthcare (8,27 Punkte) und Elektronik (6,97 Punkte) derzeit äußerst attraktiv. Gleichzeitig stützt das aktuelle Panel die These, dass die Ertragskraft der Portfoliounternehmen ihren Höhenflug eingestellt hat. Mit dem niedrigsten Wert seit zwei Jahren (6,97 auf einer Skala von 1 bis 10) sind die Private Equity-Manager zudem weniger optimistisch, was die Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate angeht.

Mehr Druck: Finanzinvestoren müssen stärker auf Risiko spielen

Die deutschen PE-Manager geraten laut aktuellem Panel immer mehr unter Druck. Denn trotz steigender Unternehmensbewertungen und sinkenden Ertragsaussichten, investieren die Finanzinvestoren im deutschen Mittelstand deutlich mutiger als zuletzt. Dabei schlagen sie sich weder eindeutig auf Käufer- noch auf Verkäuferseite. 5,94 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10 markieren hier eher einen Mittelwert, wenngleich laut Panel eine wachsende Kaufneigung auszumachen ist. Der Wert liegt 14 Prozent höher, als bei der Frühjahrsbefragung und so hoch wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Der Anteil der Befragten, die sich dagegen als Verkäufer positionieren, sank um drei Prozentpunkte auf 58 Prozent. Dazu CMS-Partner Dr. Tobias Schneider: „Die Private Equity-Häuser sitzen nach wie vor auf Bergen von Kapital, das dringend zum Arbeiten gebracht werden muss, um überhaupt eine Chance zu haben, die versprochenen Renditen auch nur annähernd zu erwirtschaften.“

In den vergangenen zwei Jahren hatten sich die PE-Manager bei der eigenen Positionierung am M&A-Markt moderat zurückgehalten. Mit Beginn der messbaren Wechsel ins Verkäuferlager, erschienen ihnen die Kaufpreise nicht so teuer wie derzeit. Die Geschäftsaussichten der Portfoliounternehmen hatten gerade erst zum Sprung auf die Rekordniveaus angesetzt, die das Panel von Anfang 2017 bis ins Frühjahr 2018 verzeichnete. „Es ist wie immer eine Frage des Timings und die aktuellen Zeichen könnten darauf hinweisen, dass es jetzt sehr spät ist“, so Dr. Jacob Siebert, Partner im Bereich Private Equity bei CMS.

Die Autobranche büßt an Attraktivität ein

Die befragten Private Equity-Manager prophezeien einen Wendepunkt für die deutsche Konjunktur. Dieser Eindruck verstärkt sich mit Blick auf die favorisierten Wirtschaftszweige der Panelisten. Am stärksten betroffen und damit Branchenverlierer der Befragung ist die Autoindustrie mit einer Negativbewertung von 3,64 Punkten auf einer Skala von 1 bis 10. Der Wert markiert die rote Laterne unter allen beobachteten Branchen. Private Equity hat sich damit vorerst von der deutschen Automobilindustrie abgewendet. CMS-Partner Dr. Jacob Siebert erklärt dazu: „Schon in der Vergangenheit war der Automobilsektor bei vielen Fonds nicht auf der A-Liste der möglichen Ziele. Die Skandale und der dadurch im Zweifel nur beschleunigte Umbruch verunsichert, eröffnet aber auch Chancen.“ Deutlich an Attraktivität eingebüßt haben zudem die stark konjunkturgetriebene Chemiebranche sowie der eher wenig für Schwankungen anfällige Dienstleistungsbereich.

Mit Blick auf Beteiligungen im deutschen Mittelstand hat bei den Private Equity-Investoren ein Herdentrieb eingesetzt. Die Finanzinvestoren meiden konjunkturabhängige Branchen und fokussieren sich derzeit lieber auf Unternehmen, die absehbare Cashflows versprechen und weniger sensibel auf Konjunkturschwankungen reagieren. Hoch im Kurs stehen dabei die Branchen Software/IT, Healthcare und Elektronik.

Jede zweite Transaktion wird mit W&I-Versicherungen abgesichert

Nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen sich W&I-Versicherungen, also die Versicherung von Garantien im Unternehmenskaufvertrag. 63 Prozent der befragten Private Equity-Häuser greifen mittlerweile zur Abdeckung ihrer Transaktionen auf W&I-Versicherungen zurück, ein Wert, der noch vor drei Jahren bei weitem nicht erreicht wurde. Und auch aus Käufersicht sind solche Versicherungen laut aktueller Befragung sowohl für Käufer als auch Verkäufer weiterhin attraktiv. Knapp 70 Prozent der Befragten bewerten das Tool als positiv für beide Seiten.

(Presemitteilung CMS vom 31.10.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© Minerva Studio/fotolia.com

14.09.2026

M&A 2027: Optimismus trotz Gegenwind

Europas M&A-Markt zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen widerstandsfähig. Laut dem „CMS European M&A Outlook 2027“, für den CMS gemeinsam mit Mergermarket 250 Führungskräfte aus Unternehmen und Private Equity befragt hat, rechnen 64 % der Befragten in den kommenden zwölf Monaten mit steigenden Transaktionszahlen. Im Vorjahr waren es 50 %. Weniger Deals, deutlich höheres Volumen Im

M&A 2027: Optimismus trotz Gegenwind
Meldung

© furuoda/fotolia.com

10.09.2026

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein

Der Markt für elektrische Lkw entwickelt sich weltweit mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während China beim Hochlauf bereits weit vorangeschritten ist, steht Europa vor einer starken Wachstumsphase. Die USA dürften dagegen noch länger von Dieselantrieben geprägt bleiben. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG). China führt bei elektrischen Lkw In China entfielen 2025

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

09.09.2026

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung

Deutschland kann nach Einschätzung der KfW seine Wachstumsschwäche überwinden. Eine neue Studie von KfW Research hält im kommenden Jahrzehnt ein dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als 1% pro Jahr für erreichbar. Seit 2015 ist das Potenzialwachstum von knapp 2% auf nur noch leicht über null gesunken. Produktivität als zentraler Hebel Entscheidend für eine Trendwende seien Fortschritte

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)