• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Neue IFRS-Standards treffen Telekommunikationsanbieter besonders hart

14.06.2017

Neue IFRS-Standards treffen Telekommunikationsanbieter besonders hart

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Firmen der Telekommunikationsbranche sind gut beraten, die Rechnungslegung zur Chefsache zu machen. Denn internationale Standards wie IFRS 15 und IFRS 16 wirken sich gravierend auf die Bilanzkennzahlen der Unternehmen aus.

Firmen der Telekommunikationsbranche sind gut beraten, die Rechnungslegung zur Chefsache zu machen. Denn internationale Standards wie IFRS 15 und IFRS 16 wirken sich gravierend auf die Bilanzkennzahlen der Unternehmen aus, so die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers PwC in ihrem aktuellen „Communications Review – Insights for telecom, cable, satellite and Internet executives“. Grund dafür sind neue Vorgaben, die Quersubventionierung mobiler Endgeräte transparent zu machen und Leasinggeschäfte zu erfassen.

„Das trifft Telekommunikationsfirmen besonders hart“, sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC. „In der Branche ist es gängige Praxis, Endgeräte quasi zum Nulltarif abzugeben, wenn Tarifverträge mit Mindestlaufzeit abgeschlossen werden. Darüber hinaus sind Telekommunikationsunternehmen nicht selten Mieter von z.B. Gebäudedächern für ihre Mobilfunkantennen. Damit qualifizieren sie sich häufig als Leasingnehmer.“

Einnahmen bleiben gleich, sie werden aber anders verteilt

Erlauben gegenwärtige Rechnungslegungsvorschriften, wie die US-amerikanischen GAAP, nur das als Umsatz zu verbuchen, was der Kunde tatsächlich bezahlt, sieht das beim IFRS 15 anders aus: In Zukunft müssen Unternehmen beim Verkauf von Bündelprodukten (z.B. ein Handy plus ein 24-Monatsvertrag für den Service) relativ an den Einzelveräußerungspreisen dieser Produkte orientierte Einnahmen ausweisen. Dadurch wird sich an den Einnahmen insgesamt zwar nichts ändern, aber es kommt zu zeitlichen Verschiebungen und deutlichen Veränderungen bei einzelnen Kennzahlen. Bei den meisten Firmen der Branche wird der durchschnittliche Erlös pro Kunde pro Monat sinken, dagegen steigen in der Gewinn- und Verlustrechnung die Einnahmen aus Endgeräten. Gerade Manager der Telekommunikationsbranche sollten also genau wissen, mit welchen Szenarien sie es in ihrem Haus zu tun haben, um Zusammenhänge zu erklären. Schließlich müssten sie mit kritischen Rückfragen von Stakeholdern rechnen.

IFRS 16 lässt EBIT und Verschuldungsquote steigen

Der Standard IFRS 16, der Ende 2018 in Kraft tritt, sieht neue Regelungen für die Leasingbilanzierung vor. Grundsätzlich müssen dann sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasingnehmervereinbarungen in der Bilanz erfasst werden. Das wirke sich auf zentrale Kennzahlen aus: EBIT und EBITDA werden steigen. Deswegen begrüßen viele Unternehmen den neuen Standard. Doch gleichzeitig steigt auch die Verschuldungsquote – mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der Unternehmen.

Anbieter müssen Abertausende von Verträgen neu bilanziell erfassen

In der Studie wird Telekommunikationsunternehmen empfohlen, sich umfassend auf die neuen Standards vorzubereiten. Zunächst gilt es sicherzustellen, dass die Buchhaltung in der Lage ist, die Veränderungen in Art und Umfang zu bewältigen. Denn bei großen Konzernen kann es sich leicht um eine Anzahl von 500.000 Leasingverträgen und hunderten Millionen Handyverträge handeln, die anders als bisher erfasst werden müssen. Gerade für Führungskräfte, die in Kontakt zum Finanzmarkt stehen, ist es höchste Zeit, ein tiefes Verständnis zu entwickeln, wie sich die Vorgaben auf Bilanz, Kennzahlen und das Geschäftsmodell auswirken. PwC-Experte Thomas Tandetzki rechnet damit, dass die neuen Bestimmungen schon im Sommer in den internen Planungsprozessen eine hohe Relevanz erhalten, denn die Budget- und Mittelfristplanung sollte die neuen Regeln im Hinblick auf die Unternehmenssteuerung ab dem Jahr 2018 frühzeitig berücksichtigen.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

(Pressemitteilung PwC vom 13.06.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


©stockwerkfotodesign/123rf.com
Meldung

©stockwerkfotodesign/123rf.com

10.08.2022

Unternehmen im Nachhaltigkeits-Blindflug: Acht von zehn Firmen brauchen bessere Daten zu ihren CO2-Emissionen

Eine deutliche Mehrheit der deutschen Unternehmen will in den kommenden Jahren klimaneutral werden. Doch bei der Umsetzung herrschen oft noch große Defizite. Häufig fehlt eine valide Datengrundlage zur Erfassung der eigenen Emissionen. Immerhin 65% der deutschen Unternehmen wollen bis spätestens 2035 klimaneutral sein, 82% bis 2045. Bei der Umsetzung dieser Ziele hapert es allerdings noch: Zwar überwachen etwas mehr als die Hälfte (57%) der Unternehmen die eigenen CO2-Emissionen, doch erst 16% verfügen über eine detaillierte Datenbasis dafür.

Unternehmen im Nachhaltigkeits-Blindflug: Acht von zehn Firmen brauchen bessere Daten zu ihren CO2-Emissionen
Venture Capital
Meldung

© WrightStudio/fotolia.com

09.08.2022

Klimaampel springt auf rot: Stimmung auf deutschem Venture-Capital-Markt wird frostiger

Die inflationsbedingte Ankündigung steigender Leitzinsen hat bereits im 1. Quartal 2022 dazu geführt, dass das Geschäftsklima auf dem deutschen Venture-Capital-Markt eingeknickt ist. Eine historische Zinserhöhung durch die FED in den USA und Erwartungen über einen strafferen Kurs der EZB haben die Stimmung im 2. Quartal weiter auf Talfahrt geschickt, so das German Venture Capital Barometer von KfW und BVK.

Klimaampel springt auf rot: Stimmung auf deutschem Venture-Capital-Markt wird frostiger
Buchhalter, Buchhaltung, Bilanz, Prüfer, Audit
Meldung

© Robert Kneschke/fotolia.com

08.08.2022

CHRO-Studie: Die Rolle der Personalchefs hat in der Pandemie an Bedeutung gewonnen

Die Funktion der obersten Personalverantwortlichen in den großen börsennotierten Konzernen hat über die vergangenen Jahrzehnte viele Aufs und Abs erlebt. Ursprünglich in den deutschen Aktiengesellschaften auch in der Rolle als Arbeitsdirektor regelmäßig im Vorstand verankert, kämpften viele Human Ressource-Chefs über die Jahre um die Relevanz ihrer Ressorts in ihren Unternehmen. Auch durch die Pandemie ausgelöst gibt es derzeit in vielen Unternehmen eine Aufwertung der Personalverantwortlichen.

CHRO-Studie: Die Rolle der Personalchefs hat in der Pandemie an Bedeutung gewonnen
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank