• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Neue Studie zu Herausforderungen in der Post-Deal-Phase bei Private Equity-Investments

03.01.2022

Neue Studie zu Herausforderungen in der Post-Deal-Phase bei Private Equity-Investments

Die Anzahl an Private Equity-Deals bleibt auch 2022 in sämtlichen Branchen auf Rekordhoch und führt zu einem hohen Bedarf an Managementkapazitäten zur Umsetzung, s eine Studie von Alvarez & Marsal, die die gegenwärtigen Herausforderungen in der Post-Deal-Phase und Value Creation-Phase bei Private Equity-Investments beleuchtet. Laut der in Zusammenarbeit mit dem führenden Marktforschungsunternehmen Statista durchgeführten Studie sinkt die verfügbare Zeit zur Umsetzung von Wertsteigerungsprogrammen auf drei bis fünf Jahre.

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© alexlmx/fotolia.com

Das Marktforschungsunternehmen Statista hat für die qualitative Studie im September 2021 im Auftrag von Alvarez & Marsal insgesamt 65 Führungskräfte von Level aus Private Equity-Firmen bzw. von Unternehmen im Besitz von Private Equity-Firmen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragt. Die Studie bietet qualitative Einblicke in die Erwartungen, die bei Private Equity-Deals unter dem Ziel der Wertsteigerung an das Management gestellt werden und wie entscheidend insbesondere die ersten 100 Tage sind, um die angestrebten Ziele zu erreichen.

Deal-Aktivität bleibt in sämtlichen Branchen auf Rekordhoch – auch 2022

Die Anzahl an Private Equity-Deals befindet sich demzufolge gegenwärtig auf einem Rekordhoch. Eine gewichtige Rolle fällt dabei unter anderem der hohen Anzahl an Carve-Outs zu, die Unternehmen vornehmen, um Liquidität zu generieren und sich von Randaktivitäten zu trennen. Auch die durch viele Faktoren wie Pandemie, Chipkrise und Rohstoffknappheit bedingte Disruption ist ein entscheidender Einflussfaktor für die hohe Anzahl an Transaktionen, so die Einschätzung der Studienautoren. Diese Entwicklung unterstreiche den hohen Transformationsdruck, der aktuell auf Unternehmen und Managementteams liegt. Auch für 2022 sei bei diesem Trend keine Abschwächung zu erwarten.

Bessere Performance durch spezifische Branchenexpertise und bestehende Synergieeffekte

Im Fokus der Investoren stehen dabei sämtliche Sektoren und Regionen, ein tatsächlich auf die Pandemie zurückführbarer Effekt kann nur in wenigen besonders stark betroffenen Sektoren wie Tourismus und Freizeit beobachtet werden. Doch selbst in diesen Segmenten finden vereinzelt Transkationen statt. Der Druck auf Private Equity-Investoren, Deals abzuschließen, ist aktuell durch die große Menge an auf dem Markt verfügbaren Geld massiv, stellen die Studienautoren fest. Daher gehen die Finanzinvestorenbei der Suche nach Möglichkeiten kreativ vor und prüfen sämtliche Branchen. Dabei ist die Tendenz zu sehen, dass Investoren, abhängig von ihren Investmentkriterien sich jeweils auf bestimmte Sektoren konzentrieren, um dort durch spezifische Branchenexpertise bestehende Synergieeffekte zu nutzen und aufgrund der tiefen Erfahrung bessere Verkaufsabschlüsse zu erzielen.

Transformationspläne sollen immer schneller sichtbare Erfolge zeigen

Wie die Studie zeigt, verfolgt die Mehrzahl an Private Equity-Investments eine Buy- und Transform-Strategie. Gleichzeitig hat sich jedoch der Zeitraum für die Umsetzung der Programme zur Wertsteigerung (Value Creation Programs – VCPs) auf durchschnittlich drei bis fünf Jahre verkürzt, während er in der Vergangenheit typischerweise bei fünf bis sieben Jahren lag. Dieser gewachsene Zeitdruck für eine zeitnahe und erfolgreiche Umsetzung der Wertsteigerungsprogramme bedeutet den Studienautoren zufolge, dass eine reibungsfreie Kooperation von Management, Beratern und Investoren unabdingbar ist.

Initiativen zur Wertschöpfung unmittelbar nach dem Abschluss der Transaktion

Die Mehrheit der in der Studie befragten Entscheider beginnt mit den Initiativen zur Wertschöpfung unmittelbar nach dem Abschluss der Transaktion. Die Voraussetzung dafür ist, dass während der Sign-to-Close-Phase eine gewisse Vorabstimmung stattgefunden hat. Alternativ werden die ersten 100 Tage dazu genutzt, unmittelbare Risiken bei der Geschäftsübernahme und -fortführung zu mindern und die weitere Wertschöpfung gemeinsam zu planen, welche dann nach den ersten sechs Monaten umgesetzt wird.

Laut der Studie neigen sowohl Managementteams als auch Private Equity-Sponsoren dazu, Wertsteigerungsprogramme von Anfang an strukturiert, aber auch schnell und kraftvoll zu initiieren. Einem regelmäßigen Monitoring und Steuerung durch eine aussagefähiges Fortschritts-Reporting (PMO) kommt in allen untersuchten Ländern eine zentrale Bedeutung zu.

Private Equity-Firmen vertrauen dem Management und suchen nach strategischen Experten

Für die Umsetzung ihrer Programme zur Wertsteigerung vertrauen Investoren bevorzugt auf das bereits vorhandene Management und ziehen diesem – falls als notwendig erachtet – externe Experten hinzu. In Deutschland ist die Neigung, solche externen Experten in großem Umfang einzubinden, doppelt so stark ausgeprägt wie im europäischen Durchschnitt. Bei der Auswahl der Berater werden dabei in Deutschland Berater bevorzugt, die Transformationsprogramme gut umsetzen können und Veränderungsprozesse aktiv managen.

Neben dem Management spielen der Umfrage zufolge externe Umsetzungspartner eine Schlüsselrolle, um Private Equity-Firmen bei der Wertsteigerung ihrer Investments zu unterstützen. Private Equity-Investoren binden externe Berater in enger Abstimmung mit dem Management ein, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit beider Seiten zu gewährleisten.

Die vollständige Alvarez & Marsal-Studie ist hier zu finden.


Weitere Meldungen


Meldung

© habrda/ fotolia.com

12.08.2022

Automobilbranche setzt Transformationspfad um und kämpft sich mit Erlös- und Kostenoptimierung aus der Krise

Angesichts der steigenden Material- und Energiekosten sowie der Engpässe in den Lieferketten steht die Optimierung von Kosten- und Erlösstrukturen ganz oben auf der Topmanagement-Agenda in der Automobilindustrie. 45% der Befragten sehen dies derzeit als sehr wichtig an, 18% als wichtig. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Branchenbefragung der Managementberatung Horváth.

Automobilbranche setzt Transformationspfad um und kämpft sich mit Erlös- und Kostenoptimierung aus der Krise
M&A, Fusion, Übernahme
Meldung

©designer491/fotolia.com

12.08.2022

Großbritannien überholt Deutschland und wird zum Top-Investitionsstandort in Europa

Trotz Brexit und Covid ist das Vereinigte Königreich so attraktiv wie eh und je für ausländische Investoren. Laut dem jüngsten M&A-Attractiveness Index Score, der vom Mergers and Acquisitions Research Centre der Bayes Business School veröffentlicht wurde, ist das Vereinigte Königreich nun das Top-Ziel in Europa für eingehende und inländische Investitionen. Die jüngste jährliche Rangliste – die erste, die die tatsächlichen Auswirkungen der Covid-Pandemie auf die einzelnen Länder als Ziele für ausländische Direktinvestitionen berücksichtigt – vergleicht die Geschäftsaktivitäten und die Attraktivität für Investoren von 148 Ländern weltweit.

Großbritannien überholt Deutschland und wird zum Top-Investitionsstandort in Europa
Meldung

©aksanakoval / 123rf

11.08.2022

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen

Die weltweite M&A-Rekordjagd hält trotz hoher Inflation und drohender Rezession an. Und es zeichnet sich ab, dass das Transaktionsvolumen in diesem Jahr mit 4,7 Billionen USD den zweithöchsten Wert seit der Jahrhundertwende erreichen könnte. Lediglich im Ausnahmejahr 2021 war es mit 5,9 Billionen USD höher. Das hat der „Global M&A Report Midyear 2022“ der Unternehmensberatung Bain & Company ergeben.

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank