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11.06.2020

Neun von zehn Transaktionen erfolgreich, wenn die Finanzfunktion gute Arbeit leistet

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© kritchanut/fotolia.com

Der Erfolg oder Misserfolg einer Integration oder Separation hängt von vielen Faktoren ab. Besonders starken Einfluss auf den Verlauf hat jedoch die Finanzfunktion. Wenn es gelingt, diese erfolgreich zu integrieren oder im Falle eines Carve-outs zu separieren, dann stehen die Chancen gut, dass die Transaktion als Ganzes erfolgreich verläuft.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Value Creation in Deals – Finance Integration and Separation“, die den Einfluss der Finanzfunktion auf den Erfolg einer Transaktion untersucht. Für die Studie hat PwC mehr als 80 Unternehmen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz befragt.

„Die Finanzfunktion ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Transaktion. Wenn sie ihre Aufgaben im Rahmen einer Fusion, Übernahme oder einem Carve-out gut meistert, verlaufen neun von zehn Deals erfolgreich“, sagt Christian Jöhnk, Partner im Bereich Delivering Deal Value bei PwC Deutschland

Frühe Einbindung der Finanzfunktion zahlt sich aus

Laut Studie ist es sinnvoll, die Finanzfunktion bereits vor dem Abschluss des Deals eng einzubinden. Denn vier von fünf Transaktionen (79 Prozent) verliefen in diesem Fall erfolgreich. War die Finanzfunktion in der Vorbereitungsphase des Deals nur weniger, oder sogar gar nicht eingebunden, sank die Erfolgsquote auf 54 Prozent.

Jöhnk zu den Gründen: „Die Finanzfunktion ist in der Regel exzellent im Unternehmen vernetzt, da sie sowohl im Tagesgeschäft als auch bei langfristigen Projekten mit den unterschiedlichsten Bereichen zusammenarbeitet – von der Budgetierung bis hin zur Berichterstattung. Das macht sie zur idealen Drehscheibe, um alle transaktionsbezogenen Aktivitäten im Vorfeld eines Deals vorzubereiten und zu koordinieren“, so die Einschätzung des PwC-Experten.

Finanzfunktion beeinflusst auch Geschwindigkeit der Umsetzung

Die Arbeit der Finanzfunktion wirkt sich auch darauf aus, wie schnell eine Fusion, Übernahme oder ein Carve-out umgesetzt werden kann: Jeder zweite Deal (51 Prozent) konnte schneller als geplant realisiert werden, sofern die Integration oder Separation der Finanzfunktion erfolgreich verlief.

Ein Zusammenhang besteht auch zwischen der erfolgreichen Integration bzw. Separation der Finanzfunktion und dem Erreichen der definierten Ziele: Bei Transaktionen, bei denen die Finanzfunktion erfolgreich integriert oder separiert wurde, konnten knapp zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) ihre Ziele in Bezug auf den „Return on Investment“ (ROI) sogar übertreffen; nur sechs Prozent blieben hinter ihren Erwartungen zurück. War die Integration bzw. Separation der Finanzfunktion nicht erfolgreich, gelang es nur gut einem Drittel (35 Prozent), den erwarteten ROI zu erreichen; 30 Prozent verfehlten diesen.

Ohne methodischen Ansatz und klare Projekt-Governance wird es schwer

Die Studie hat die Stolpersteine und Erfolgsfaktoren untersucht, die den Erfolg einer Integration beziehungsweise Separation der Finanzfunktion beeinflussen und kommt dabei zu folgendem Schluss: Wenn ein methodischer Ansatz für die Integration oder den Carve-out der Finanzfunktion fehlt, ereignen sich im Laufe eines Deals-Projekts häufig Verzögerungen und Komplikationen. Darüber hinaus bereitet vielen Unternehmen die Projekt-Governance Schwierigkeiten. Sie versäumen es, klare Verantwortlichkeiten zu definieren. Und nicht zuletzt besteht eine Herausforderung in vielen Deals-Projekten darin, Transparenz für alle Beteiligten sicherzustellen.

„Alle Projektmitglieder sollten Zugriff auf den gleichen Informationsstand haben. Nur so können sie funktionsübergreifend zusammenarbeiten und das große Ganze im Blick behalten. Die Finanzfunktion kann hier projektübergreifend eine koordinierende Rolle einnehmen und damit den Verlauf der gesamten Transaktion positiv beeinflussen“, sagt Christian Jöhnk.

Die Faktoren für eine erfolgreiche Integration oder Separation der Finanzfunktion

Die Studie zeigt, dass es sich in Bezug auf eine Integration grundsätzlich auszahlt, die Finanzfunktion nicht nur teilweise, sondern vollständig zu integrieren. Zudem haben sich die Erfolgsfaktoren herauskristallisiert, die darüber entscheiden, ob die Integration oder Separation der Finanzfunktion gelingt:

“Unternehmen benötigen zuallererst einen strukturierten Ansatz und genügend Vorlaufzeit. Hilfreich ist es zudem, auf eine klare Projektorganisation zurückgreifen zu können und die obere Führungsebene kontinuierlich einzubinden. M&A-erfahrene Mitarbeiter und ein effektives Change-Management tragen entscheidend zum Erfolg bei. Und nicht zuletzt empfehlen wir Unternehmen, die Projektstruktur auch nach der Integration oder Separation beizubehalten, denn nur so gelingt die langfristige Wertschöpfung“, so das Fazit von Christian Jöhnk.

(Pressemitteilung PwC vom 09.06.2020)


Redaktion

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