• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Nur ein Drittel der Finanzinstitute sieht sich für EU-AML-Paket gerüstet

27.05.2026

Nur ein Drittel der Finanzinstitute sieht sich für EU-AML-Paket gerüstet

Deutschen Finanzinstituten droht bei der Umsetzung der neuen EU-Geldwäschevorgaben nach dem EU-AML-Paket eine gefährliche Compliance-Lücke.

Beitrag mit Bild

© Fotolia

Die Bekämpfung von Geldwäsche tritt in eine entscheidende Phase, doch den Finanzinstituten in Deutschland droht bei der Umsetzung der neuen EU-Regeln die Zeit davonzulaufen. Laut der PwC EMEA AML Survey 2026, für die über 500 Entscheider:innen in 40 Ländern befragt wurden, glaubt nur rund ein Drittel (34 %) der Institute in Deutschland, die zentrale Compliance-Frist bis Juli 2027 einhalten zu können.

Damit bestätigt sich hierzulande der europaweite Befund: Auch im EU-Durchschnitt geht nur etwa ein Drittel der Unternehmen von einer fristgerechten Umsetzung aus.

Compliance-Lücke: Hoher Handlungsdruck trifft auf unzureichende Vorbereitung

Das neue regulatorische Umfeld erzeugt erheblichen Handlungsdruck: 61 % der deutschen Institute erwarten einen „starken“ bis „signifikanten“ Anpassungsbedarf ihrer AML-Kapazitäten. Dennoch ist der Vorbereitungsstand alarmierend gering: Erst 24 % haben eine detaillierte Folgenabschätzung zum EU-AML-Paket vollständig abgeschlossen.

Operative Lücke: Kosten, Personal und Technologie am Limit

Gleichzeitig wächst der Ressourcendruck auf zwei Ebenen. Finanziell rechnet ein Drittel der Institute (33 %) mit einem strukturellen Kostenanstieg von 10 bis 30 %. Personell verschärft sich der Wettbewerb um Fachkräfte: 30 % der Institute wollen ihre AML-Teams ausbauen – doch bereits heute kämpfen 32 % mit Engpässen bei der Suche nach qualifizierten Expert:innen.

Die größte operative Hürde bleibt die Customer Due Diligence (CDD). 65 % sehen die als exzessiv empfundenen Datenanforderungen der neuen Regulierung als zentrales Hindernis an. Dennoch wollen die meisten Institute diese Aufgabe intern stemmen: 62 % planen, notwendige Anpassungsprozesse mit eigenen Mitarbeitenden zu bewältigen.

Mangelhafte Datenqualität als zentrale Innovationsbremse

Mangelhafte Datenqualität erweist sich als die zentrale Innovationsbremse, insbesondere für den Einsatz von Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz (KI). Eine klare Mehrheit von 67 % der Institute nennt sie als größtes Hindernis bei der Einführung von Technologie und KI. Diese Hürde hat gravierende Folgen für das Transaction Monitoring: Obwohl 60 % hier modernisieren wollen, ziehen 41 % der Unternehmen den Einsatz von KI aufgrund der schlechten Datenlage aktuell nicht einmal in Betracht.

(PwC vom 27.05.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

© Coloures-Pic/fotolia.com

26.05.2026

Digitalisierung ist Top-Priorität der CFOs für ihre Finanzfunktion

Digitalisierung gehört für CFOs zu den wichtigsten Aufgaben. Doch zwischen Anspruch und Realität klafft eine deutliche Lücke. Das zeigt die Studie „Digital CFO 2026“ der WHU – Otto Beisheim School of Management und PwC Deutschland, für die 207 Finanzchefinnen und Finanzchefs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Zwar bewerten CFOs die Bedeutung der

Digitalisierung ist Top-Priorität der CFOs für ihre Finanzfunktion
Meldung

©zapp2photo/fotolia.com

25.05.2026

Industriejobs verschwinden: Deutsche Industrie baut weiter Stellen ab

Der Stellenabbau in der deutschen Industrie setzt sich fort. Ende des ersten Quartals lag die Zahl der Beschäftigten in Industrieunternehmen um 127.300 oder 2,3 % unter dem Vorjahresniveau. Seit 2019 sind damit 341.500 Industriejobs verloren gegangen – gut 6 % aller Arbeitsplätze in der Branche. Anders gesagt: Seit dem Vor-Corona-Jahr ist jeder siebzehnte Industriearbeitsplatz verschwunden. Autoindustrie besonders

Industriejobs verschwinden: Deutsche Industrie baut weiter Stellen ab
Meldung

© kevers/fotolia.com

20.05.2026

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf

Mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland suchen immer seltener eine Bankfiliale auf. Im Jahr 2024 nahmen erstmals weniger als die Hälfte der Unternehmen, nämlich 47 %, mindestens einen Geschäftstermin in einer Bank- oder Sparkassenfiliale wahr. Drei Jahre zuvor waren es 50 %, im Jahr 2017 noch 65 %. Der Rückgang der Filialbesuche geht somit weiter, die Dynamik hat

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)